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Dramatik in der Hildburghausener Straße

Oranienburg Dramatik in der Hildburghausener Straße

Nachdem die schlimmsten Schäden an ihren Häusern behoben sind, drängen Anwohner der Zella-Mehliser-Straße in Oranienburg- Süd auf bauliche Veränderungen an der Straße. Das Wasser floss bei ihnen beim Starkregen massiv zusammen. Der Tiefbauamtsleiter sagt einen Vor-Ort-Termin zu.

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Sieht lustig aus, war es aber nicht: Kinder schwimmen in der Senke auf der Hildburghausener Straße

Quelle: privat

Oranienburg. Bis heute konnten Anja Küllmer und Olga Zippan einfach nicht darüber sprechen. Über die Stunden nach dem Starkregen am 29. Juni und die Tage der Angst danach. Die Schäden, die ihre neuen Häuser genommen haben. Und auch sie selbst und ihre Familien.

Familie Küllmer wohnt in der Zella-Mehliser-Straße 1. Hat dort vor vier Jahren gebaut. Die Grundstücke „hatte Investor Grahl erschlossen, wir alle haben gekauft. Bisher hatten wir keine Probleme, die begannen am 29. Juni“. Ihr Haus liegt in einer Senke. Die Wassermassen schossen an diesem Tag vom ehemalige Bahnwall ebenso herunter wie von der Hildburghausener Straße, die erhöht liegt. „Es gibt ein Gefälle von drei Seiten zu unserem Haus und die Versickerungsmulden an der Straße sind viel zu flach.“ Ihr Grundstück ist der tiefste Punkt. Hinzu kommt, dass die Hildburghausener vor ihrem Haus eine tiefe Delle hat. Am Regentag stand der Neubau „wie eine Insel mitten in einem See“. Ihr Mann könne den Anblick bis heute nicht verkraften. Das Wasser lief ins Haus.

Olga Zippan kann derzeit noch nicht wieder in ihrem Haus wohnen. „Erst kam es aus der Dusche, dann drückte Wasser aus dem Ablauf des Schornsteins, dann durch alle Türen, bis es 20 Zentimeter hoch stand“, erinnert sie sich. Wochenlang liefen die Trockner. Wände, Möbel – alles kaputt: „Zum Glück sind wir elementarversichert“, so Olga Zippan. Bei ihren Nachbarn auf der Zella-Mehliser-Straße und in der Hildburghausener Straße lief nichts in die Häuser. „Aber wir haben nach den Vorgaben gebaut. Wie kann das sein?“, fragen beide.

Die Familien wollen sich jetzt in ihrer Not regelrecht einmauern, erwägen den Bau von Mauern ums Grundstück und teuren Hochwasserschutz vor den Türen, Metallschotte, wie sie in Hochwassergebieten üblich sind. Wollen Pumpen und Sandsäcke kaufen. Doch sie möchten auch mit der Stadt ins Gespräch kommen, „denn die Entwässerungsgräben sind zu flach, sie müssen gepflegt und gemäht werden“, findet Anja Küllmer. Zudem schlagen die Frauen vor, dass über eine Drainage das ganze Wohngebietes Richtung Kanal entwässert werden könnte. Gerade jetzt, wo in unmittelbarer Nachbarschaft an der Hildburghausener Straße weitere Grundstücke für die Bebauung vorbereitet werden (MAZ berichtete). Sie sehen auch kritisch, dass der Untergrund für ihr Baugebiet nicht richtig vorbereitet worden ist: „Unter einer Schicht Erde liegt nur Bauschutt und Beton von Elmo“, sagt Anja Küllmer. Da fließe nichts ab. Die Nachbarn hätten im Notfall zusammengestanden, betonen sie. „Bisher waren wir mit uns beschäftigt, aber es muss ja was passieren“. Bei jedem Regen ergreife sie Panik. Sie wollen sich nun ans Tiefbauamt der Stadt wenden, über das Problem berichten.

„Grundsätzlich ist zu sagen, dass Anwohner sich mit derartigen Problemfällen an das Tiefbauamt wenden sollen. Nur wenn wir von Problemen erfahren, können wir helfen“, so dessen Leiter Thorsten Junker. Die Mulden seien generell „nicht für Starkregenereignisse wie das vom 29. Juni ausgelegt. Mulden werden für normale, auch stärkere Regenfälle ausgelegt.“ Eine konkrete Lösung könne er nicht anbieten, „die Situation muss dafür vor Ort bewertet werden“, bietet Junker an. „Das ist für jeden einzelnen Fall individuell zu betrachten, um individuelle Lösungen zu erarbeiten. Wie bei den anderen uns gemeldeten Fällen wird ein Mitarbeiter sich auch diesen Fall vor Ort umsehen“, kündigte Thorsten Junker an.

Von Heike Bergt

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