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Dreist: Arnes Transporter gestohlen

Sechsjähriges Komakind Arne-William Dreist: Arnes Transporter gestohlen

Bestürzung in Hohen Neuendorf bei Familie Neuenfeld: Unbekannte Täter stahlen in der Nacht von Donnerstag zu Freitag vom Behindertenparkplatz vor der Haustür den Familienwagen, der für den Transport des im Wachkoma liegenden Sohns Arne William dringend benötigt wird.

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Maria und Sven Neuenfeld sind für den Transport ihres Sohnes Arne William auf das Auto angewiesen (Archivbild).

Quelle: Helge Treichel

Hohen Neuendorf. Große Bestürzung in Hohen Neuendorf bei Familie Neuenfeld: Unbekannte Täter stahlen in der Nacht von Donnerstag zu Freitag vom Behindertenparkplatz vor der Haustür den Familienwagen (Kennzeichen: OHV-SF 979). Einen VW T5 Multivan, der für den Transport des im Wachkoma liegenden Sohn Arne William speziell mit einer mobilen Rollstuhlrampe ausgestattet wurde und dringend benötigt wird. „Wir sind absolut bestürzt. Und stinksauer“, so Sven Neuenfeld, Vater von Arne William. „Wie kann man so dreist sein, so ein Auto zu stehlen?“

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Bestürzung in Hohen Neuendorf bei Familie Neuenfeld: Unbekannte Täter stahlen in der Nacht von Donnerstag zu Freitag vom Behindertenparkplatz vor der Haustür den Familienwagen, der für den Transport des im Wachkoma liegenden Sohns Arne William dringend benötigt wird.

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Diebstahl zwischen 0 und 4 Uhr in der Nacht

Der Freitagmorgen begann im Hause Neuenfeld mit Tränen. Schnell hatten Sven und Maria Neuenfeld rekonstruiert, dass der Autodiebstahl zwischen 0 und 4 Uhr stattgefunden haben muss. „Gegen Mitternacht war ich noch mal kurz draußen, da stand das Auto noch an seinem Platz vor unserem Haus“, berichtet der Familienvater. Seine Frau Maria sei um 4 Uhr wach geworden, da der jüngere Sohn Sören Durst hatte. Auf dem Weg in die Küche fiel ihr Blick auf den – leeren – Parkplatz des Autos. Sofort liefen die beiden auf die Straße, schauten nach. „Ich konnte es nicht glauben. Das Auto war einfach weg.“ 4.06 Uhr ging die Diebstahlmeldung bei der Polizei ein, eine halbe Stunde später waren die Beamten vor Ort, nahmen eine Anzeige auf und notierten alle Informationen zu dem speziellen Fahrzeug, das seit dem frühen Freitagmorgen nun in Fahndung steht. Die Suche nach den unbekannten Täter läuft, wie Polizeisprecher Toralf Reinhardt am Freitagmorgen auf MAZ-Nachfrage mitteilte: „Aktuell haben wir allerdings noch keine konkreten Erkenntnisse über die Täter. Das Auto sowie die amtlichen Kennzeichen sind zur Fahndung ausgeschrieben.“

Eigenes Auto sorgt für Flexibilität

„Der Autodiebstahl nimmt uns jegliche Mobilität“, ist Sven Neuenfeld verzweifelt. Das knapp 35.000 Euro teure Fahrzeug hatte die Familie erst vor etwas mehr als einem Jahr erworben. Aus zweiter Hand, „17.000 km sind wir damit erst gefahren. Wir hatten uns damals bewusst für dieses Modell entschieden, damit wir Arne-William in seinem Rollstuhl transportieren können. Dafür wurde ein Sitz ausgebaut und wir haben die mobile Rampe angeschafft, die auch unübersehbar im Auto gelagert war. Demnächst war noch ein weiterer behindertengerechter Ausbau des Autos geplant“, berichtet Sven Neuenfeld. Lange hatte die Familie vorher überlegt, „wie wir unser Transportproblem zukünftig lösen. Der Rettungsdienst ist auf Dauer keine Option. Zumal die Regelung zwischen Berlin und Brandenburg kompliziert ist – wir dürfen aus Brandenburg nach Berlin gebracht werden, aber nicht mit dem gleichen Fahrzeug von Berlin zurück nach Brandenburg“, erzählt der 38-Jährige. Das eigene Fahrzeug sollte der Familie auch aus diesem Grund eine ganz neue Flexibilität ermöglichen.

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Diesen silbernen („beige-metallic“) VW Multivan stahlen unbekannte Täter in der Nacht vom 4. auf den 5. Dezember 2018 (Donnerstag zu Freitag) in Hohen Neuendorf von einem Behindertparkplatz. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um den Transporter von Familie Neuenfeld, die damit ihren im Wachkoma liegenden Sohn Arne-William transportiert. Die MAZ berichtete bereits mehrfach über den kleinen Jungen, der seit einem Badeunfall im Jahr 2013 rund um die betreut werden muss.

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Der gesuchte Wagen

Bei dem gestohlenen Wagen mit dem amtlichen Kennzeichen OHV-SF 979 handelt es sich um einen VW T5 Multivan in beige-metallic (silber), der im Fahrzeugbrief als „gelb“ bezeichnet ist. Das Fahrzeug Baujahr 2014 ist ein 2 Liter Turbo Diesel und verfügt über 180 PS. Es hat zwei Schiebetüren, jeweils eine auf der Fahrer- und der Beifahrerseite, sowie rundum getönte Scheiben, die zudem ringsum mit schwarzen Sonnenschutzrollos versehen sind. Hinter dem Fahrersitz befindet sich ein Einzelsitz, der Einzelsitz hinter dem Beifahrersitz wurde ausgebaut, um Platz für den Rollstuhl des Sechsjährigen zu schaffen. Dahinter befindet sich eine weitere Sitzbank mit drei Plätzen. „Wenn irgendjemand das Auto sieht – bitte sofort die Polizei darüber informieren“, hofft Sven Neuenfeld auf Sichtungen, wenngleich er sich wenig Hoffnungen macht. „Das Auto ist wahrscheinlich schon sonst wo.“

„Wir haben jetzt ein Transportproblem“

Der Diebstahl schneidet den Alltag der Familie empfindlich ein: „Wir haben jetzt ein absolutes Transportproblem. Arne kann nicht mehr durch uns transportiert werden“, so Sven Neuenfeld. „Jetzt müssen wir wieder mit dem Krankentransport loseiern, Anträge stellen... die Organisation ist aufwendiger und zeitintensiver.“ Das gelte für Krankenhaustermine ebenso wie Ausflüge, „um einfach mal rauszukommen“.

Doppelt ärgerlich: Die Diebe entwendeten auch die gerade erst bei einem Möbelmarkt neu gekaufte Kinderzimmerausstattung und die Angelausrüstung des Familienvaters („Die hatte einen Wert von mehreren tausend Euro“), die im Auto verstaut und noch nicht ausgeladen waren.

Zum Hintergrund

Der heute sechsjährige Arne-William aus Hohen Neuendorf war am 11. Mai 2013 bei einer Geburtstagsfeier im Garten eines Freundes der Familie in einem unbeobachteten Augenblick in den abgedeckten Pool gestürzt und ertrunken. Wie lange er ohne Sauerstoff unter Wasser lag, ist unklar. Im Nachhinein ließ sich rekonstruieren, dass der Notruf zehn Minuten nach dem letzten Foto von Arne abgesetzt wurde. In der Zwischenzeit kam es zu dem Unfall. Bis heute liegt Arne-William im Wachkoma. Die Langzeitfolgen des Unfalls sind nicht sicher zu prognostizieren. 2016 reiste die Familie nach Curacao, wo der damals Dreijährige eine Delfintherapie mit großem Erfolg absolvierte. Zahlreiche Spenden hatten der Familie die Therapie damals ermöglicht.

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Von Nadine Bieneck

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