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Dreister Blumenklau

Wensickendorf Dreister Blumenklau

Wo Ingeburg Beckmann zwei große Pfingstrosen gesetzt hatte, waren am Morgen nur noch tiefe Löcher und Fußabdrücke. Die liebevolle Gärtnerin gibt gern Pflanzen ab, dass sie nachts jemand klaut, kann sie nicht verstehen. Sie hat Anzeige erstattet.

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Ingeburg Beckmann ist entsetzt: Über Nacht sind zwei große Pfingstrosenstöcke aus dem neugepflanzten Beet verschwunden.

Quelle: Foto: Enrico Kugler

Wensickendorf. Ingeburg Beckmann traute ihren Augen kaum, als sie vor einigen Tagen morgens in ihren Garten kam. Dort, wo sie ein neues Beet angelegt hatte und neben Sträuchern und vielen Himmelschlüsseln zwei kräftige Pfingstrosen in den Boden gebracht hatte, klafften zwei tiefe Löcher. Seitdem fehlt von den Pfingstrosen, „die mir einst meine Mutter geschenkt hatte, damit sie mich an sie erinnern“, jede Spur. Dafür überall Fußspuren: großen Fußabtritte, aber auch kleinere.

Für Ingeburg Beckmann brachte das das Fass zum Überlaufen: Sie erstattete vergangenen Montag Anzeige bei der Polizei gegen Unbekannt. „Man kann nicht nur schimpfen, sondern muss was tun“, begründet die Wensickendorferin ihre Entscheidung. Schließlich hätten auch andere Bewohner im Ort schon Blumenverluste zu beklagen, auch in Zehlendorf und Rehmate sei so etwas vorgekommen. „Manchmal sind Kübel oder bepflanzte Schalen aus dem Garten verschwunden“. Sie habe von verschwundenen Hecken und ausgegrabenen kleine Bäumen erfahren. Einen Verdacht gegen irgendjemanden hegt sie aber nicht.

Ingeburg Beckmann ist im Stolzenhagener Weg 4 zu Hause. Ums Haus hat sie sich eine große grüne Oase angelegt. Überall in der Wiese hat sie kleine, blühende Inseln geschaffen, vor allem mit Duftrosen. Und immer wieder Himmelschlüssel. Entlang des Zauns stehen Dutzende kräftige Stauden von Phlox, Lilien, Schwertlilien und Rittersporn: „Im Sommer bleiben die Leute, die vorbeikommen, immer stehen, um die Blütenpracht zu bewundern“, erzählt die Wensickendorferin.

Ihr habe der Garten über eine gesundheitlich schwere Zeit geholfen, berichtet sie. Jeden Tag ackert sie draußen und tauscht sich mit Gleichgesinnten aus. „Und ich gebe gern ab. Ich habe immer Absenker. Man hätte mich nur fragen müssen. Aber einfach ausgraben, das geht gar nicht“, ärgert sie sich. Das Tor an besagten Tag war zu, aber nicht abgeschlossen, da die Tagespflege morgens aufs Grundstück kommt.

Für die Polizei gehört dieser Diebstahl nicht zum Alltagsgeschäft. „Es ist ein eher seltenes Delikt und wird normalerweise auch eher weniger angezeigt“, so Sprecherin Dörte Röhrs. Es gebe auch keinen regionalen Schwerpunkt in Wensickendorf und Zehlendorf, waren sich Kripochef Oberhavel, Axel Weber, und die Chefin der Revierpolizisten in Oberhavel, Jeannette Schulze, einig. Ärgerlich bleibt der Fall trotzdem. Den Übeltäter zu finden, ist sicher schwierig.

Ingeburg Beckmann will die Augen offen halten.

Von Heike Bergt

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