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Drogen, Drohungen und Gewalt

Rauschgifthandel vor Gericht Drogen, Drohungen und Gewalt

Möglichen Konkurrenten auf dem Oranienburger Drogenmarkt machte Kevin R. das Leben schwer. Als selbst ernannter „König von Oranienburg“ beanspruchte er die alleinige Herrschaft. So jedenfalls sieht es die Staatsanwaltschaft. Sie klagt den 27-Jährigen wegen Drogenhandels in 75 Fällen und räuberischer Erpressung in sieben Fällen an.

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Quelle: dpa

Neuruppin. Seit Montag muss sich Kevin R. vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Mit ihm auf der Anklagebank sitzen Sergej S. und Marcel J. Sie sollen Kevin R. zwei- beziehungsweise einmal geholfen haben, Leute unter Druck zu setzen und Geld von ihnen zu erpressen.

Zu den Vorwürfen will Kevin R. nichts sagen. Offensichtlich sieht er das Verfahren ganz locker. Zumindest macht es den Eindruck. Immer wieder grinst der junge Mann, schüttelt schon mal ungläubig den Kopf. Seit dem 4. Dezember vergangenen Jahres sitzt er in Untersuchungshaft. Zwischen Januar 2010 und Oktober 2012 soll der Angeklagte Marihuana, Amphetamine und Kokain in Oranienburg verkauft haben. So besorgte er sich unter anderem in Berlin zehn Kilogramm Amphetamine zum Grammpreis von zwei Euro. In seiner Wohnung in Oranienburg streckte er den Stoff und veräußerte ihn anschließend für zehn Euro je Gramm weiter. Wenn aber jemand nicht so wie er wollte, ging er mit diesem nicht gerade zimperlich um, so die Staatsanwaltschaft.

So soll Kevin R. gemeinsam mit Marcel J. den Kleindealer Lars S. in seiner Wohnung aufgesucht haben. Er sei der Chef und ohne seine Erlaubnis dürfe Lars S. nichts verkaufen, soll Kevin R. gesagt haben. Er verlangte von Lars S. die Herausgabe sämtlicher Drogen und Bargeld. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, schlug Kevin R. mehrfach mit der mit Quarzhandschuhen bekleideten Faust zu und bedrohte ihn mit einem Messer. Aus Angst vor weiterer Gewalt rückte Lars S. zehn Gramm Marihuana und 340 Euro heraus. „Es stimmt, dass ich mit Kevin R. dort war“, ließ sich Marcel J. gestern über seinen Verteidiger ein. Kevin wollte dort „Gras“ kaufen.

Er selbst habe im Flur gewartet und erst im Nachhinein erfahren, was sich im Wohnzimmer abgespielt haben soll. „Ich wusste nichts von einem Messer“, so Marcel J. Heute tue ihm leid, dass er nicht dazwischengegangen sei oder die Wohnung verlassen habe. Bei einer möglichen Verurteilung hoffe er, nicht ins Gefängnis gehen zu müssen. Das würde seine ganze Lebensplanung umwerfen. Der 25-Jährige hat seine Lehre als Glas- und Gebäudereiniger abgeschlossen und arbeitet in dem Beruf. Es sind zunächst sechs Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird für den 29. Oktober erwartet.

Von Dagmar Simons

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