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Drogendealer auf der Anklagebank

Oranienburg Drogendealer auf der Anklagebank

Der 52-jährige Angeklagte soll mithilfe seines mitangeklagten Mitbewohners von seiner Wohnung in Oranienburg aus mit insgesamt 1,5 Kilogramm Cannabis gehandelt haben. Dafür müssen sich die beiden Männer seit Montag vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Außerdem soll der 52-Jährige einen säumigen Abnehmer bedroht und geschlagen haben.

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Quelle: dpa

Oranienburg. Die Angeklagten hüllen sich in Schweigen. Zu den Tatvorwürfen wollen Alfons K. und Heiko S. zunächst nichts sagen, erklärten ihre Verteidiger. Die Anklage wirft dem Oranienburger Alfons K. unter anderem Drogenhandel, Erpressung, Körperverletzung und versuchte Nötigung vor, dem mitangeklagten Heiko S. Beihilfe zu einigen Taten.

Schwunghafter Drogenhandel von zu Hause aus betrieben

Seit Montag müssen sich die beiden vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Alfons K. wird aus der Haft vorgeführt. Seit dem 13. Oktober vorigen Jahres sitzt er in Untersuchungshaft. Heiko S. war bis zum 23. November im Gefängnis. Dann wurde der Haftbefehl gegen ihn gegen Auflagen ausgesetzt. Seitdem ist er auf freiem Fuß.

Die beiden 52- und 43-jährigen Männer lebten in Oranienburg. Von der gemeinsamen Wohnung aus soll Alfons K. mit Unterstützung seines Mitbewohners zwischen Februar und dem 13. Oktober vergangenen Jahres einen schwunghaften Drogenhandel betrieben haben.

Säumigen Abnehmer bedroht

Laut Staatsanwaltschaft hat Alfons K. Geschäfte auf Kommissionsbasis getätigt. So hat er wöchentlich an ein und denselben Abnehmer 100 Gramm Cannabis abgegeben. Im Laufe der Zeit kamen so anderthalb Kilogramm zusammen. Doch der Abnehmer hatte Probleme, die Ware weiter zu verkaufen. 600 Euro Schulden hatten sich angehäuft. Daraufhin beschloss Alfons K. mit Heiko S., den säumigen Zahler aufzusuchen. Bei diesem angekommen, fragte K., wo denn die Kohle bleibe und schlug dem ahnungslosen Mann unvermittelt die Faust ins Gesicht. Wenn er nicht am Folgetag das Doppelte, nämlich 1200 Euro, zahle, kämen sie wieder, verabschiedeten sich die ungebetenen Besucher. Der Mann zahlte, allerdings nur 850 Euro. Damit war Alfons K. nicht zufrieden und machte sich mit Heiko S. nochmals auf den Weg. Heiko S. stellte sich in den Türrahmen, um zu verhindern, dass der Mann die Flucht ergreifen konnte. Alfons K. drohte ihm: „Wenn du nicht zahlst, dann passt du durch die Wand.“

Kokain und Schlagring bei Durchsuchung gefunden

So stellen sich die Vorwürfe aus Sicht der Staatsanwaltschaft dar. Sie legt Alfons K. weiter zur Last, dass er im September 2016 insgesamt 13, 7 Gramm Kokain von einem Dritten erworben haben soll. Bei einer Wohnungsdurchsuchung im Oktober fand die Polizei neben 24 Gramm Kokain einen Schlagring, ein Messer und ein Notizbuch mit aufgelisteten Drogengeschäften.

Wenigstens zu seiner Person ließ Heiko S. sich am Montag ein. Der gebürtige Sachse arbeitete bis zu seiner Inhaftierung als Stapelfahrer. Zurzeit lebt er von Arbeitslosengeld. „Drogen nehme ich schon lange nicht mehr“, sagte er. „Ein halbes Jahr nicht mehr“, schränkte er auf Nachfrage ein. Was für Drogen er konsumiert hat, dazu wollte er sich nicht äußern. Für den kommenden Verhandlungstag sind vier Zeugen geladen.

info Für den Prozess sind insgesamt vier Termine angesetzt, 10., 21. März und 3. April.

Von Dagmar Simons

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