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Oberhavel Drogenhändler kommt mit Bewährung davon
Lokales Oberhavel Drogenhändler kommt mit Bewährung davon
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00:34 24.03.2018
Ein 51-Jähriger züchtete in seiner Wohnung in Velten jede Menge Cannabis. Quelle: DPA
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Velten

Es ist einer Reihe von glücklichen Umständen zu verdanken, dass der bisher unbescholtene Arno P. nicht ins Gefängnis muss. Denn „Was Sie gemacht haben, ist ein Verbrechen – kein Kavaliersdelikt“, sagte Richter Udo Lechtermann. „Einen ganz schönen Kracher“ nannte es Staatsanwalt Torsten Sauermann. In der Wohnung von Arno P. in Velten hatte die Polizei am 28. Mai 2016 eine Cannabisaufzuchtanlage, etwa 1,5 Kilogramm Marihuana, 28 Ecstasy-Tabletten und einen Schlagring entdeckt.

Das Landgericht Neuruppin verurteilte den 51-Jährigen am Mittwoch zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Außerdem muss der gelernte Maurer 600 Euro an den Verein „keine Macht den Drogen“ zahlen – als „Erinnerungsstütze“. „Man muss ein bisschen bluten“, sagte Lechtermann.

Das ganze Haus roch noch Cannabis

Im ganzen Haus in Velten roch es nach Cannabis. So stark, dass sich Nachbarn an die Polizei wandten. Die rückte mit einem Drogenhund an, um die Quelle ausfindig zu machen. Der Geruch war wohl so überwältigend, dass der Hund „fast in Ohnmacht“ fiel, wie ein Polizist sagte. Das Tier konnte den Ort nicht lokalisieren. Die Beamten klingelten an den Wohnungstüren und kamen so zu Arno P. Der öffnete die Tür, ließ sie bereitwillig in die Wohnung.

„Ich bin froh, dass alles vorbei ist“, äußerte er gegenüber den Beamten. Wie er vor Gericht sagte, war ihm vollkommen klar, dass die Sache früher oder später wegen eines fehlenden Aktivkohlefilters auffliegen musste. Er hatte wohl am falschen Ende gespart. Aber „Ich war zufrieden, als die Polizei vor der Tür stand.“

Schulden waren der Auslöser

Gemacht hat er das, weil er Schulden hatte. Scheidung, Kauf einer Eigentumswohnung: Sein Dispo war ausgereizt. So sei er auf die Idee gekommen, mit dem Drogenanbau Geld zu machen. Als Handwerker hatte er keine Probleme, eine professionelle Anlage aufzubauen. Was ihm an Kenntnissen fehlte, las er sich im Internet an. Die Pflanzen zog er selber, die Samen hatte er sich bei einem Tagesausflug in Amsterdam gekauft. Doch schon bei der Vorbereitung habe er Gewissensbisse bekommen und überlegt, alles wieder abzureißen.

Um mögliche Abnehmer oder die Vermarktung will er sich keinen Kopf gemacht haben. „Man ist schon verblüfft, wenn ein gestandener Mann auf so eine Idee kommt, diese planmäßig verwirklicht und dann nicht weiß, wie er das Zeug los werden soll“, wunderte sich Sauermann.

Marihuana hatte erheblichen Wirkstoffgehalt

Das mag so sein, wie Arno P. aussagte, muss aber nicht, meinte auch Richter Lechtermann, der auch eine Auftragsgeschichte für möglich, aber nicht bewiesen, hielt. Das Gericht glaubte dem Angeklagten, dass er den Schlagring, der über Jahre versteckt in einem Blumenkübel lag, schlicht und einfach vergessen hat. Es nahm ihm auch ab, dass er nur eine Ecstasy-Tablette probiert hat und den Rest dann in einer Schublade liegen ließ.

Bei dem Marihuana handelte es sich um Stoff mit einem erheblichen Wirkstoffgehalt, etwa das 19-fache der geringen Menge. „Das ist schon eine Hausnummer. Das knallt richtig“, so Sauermann. Arno P. wollte damit auf Dauer Geld machen. „Gebracht hat ihm das Ganze nichts außer Kosten und Ärger. Und strafbar ist es trotzdem“, so Sauermann.

Von Dagmar Simons

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