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Oberhavel Duell der Kolosse
Lokales Oberhavel Duell der Kolosse
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21:44 23.10.2015
Der Berliner Wrestler Pete Bouncer ist seit fünf Kämpfen ungeschlagen. Am Sonnabend wartet ein 100-Kilo-Mann im Stadtklubhaus auf ihn. Quelle: Foto: Promo
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Hennigsdorf

Ronaldo ist schon ein richtiger Brocken. Der Wrestler aus Tonga bringt bei 1,90 Meter gut 100 Kilo Körpergewicht auf die Waage. Wenn er zuschlägt, ist man also besser woanders. „Der ist ein richtiges Großmaul. Mal sehen, ob ich den in weniger als drei Minuten erledige“, sagt Pete Bouncer ganz cool. An diesem Sonnabend steht Bouncer seinem Kontrahenten im Ring gegenüber, wenn sich die Wrestler ab 19 Uhr im Hennigsdorfer Stadtklubhaus schlagen. Auch erfahrene Catcher werden in Hennigsdorf kämpfen, mit dabei sind der „Türkische Löwe“ Tarkan Aslan und Pascal Spalter, der vor allem aus der RTL 2-Serie „Berlin – Tag & Nacht“ bekannt ist.

Pete Bouncer steht seit mehr als drei Jahren im Ring, er gehört aber noch zu den Newcomern in der Szene. Der 1,90-Meter-Hüne bringt 90 Kilogramm auf die Waage, fünfmal die Woche stählt er seinen Körper im Fitnessstudio. Das war nicht immer so. Mit 20 Jahren war Bouncer ein echter Schlaks, wo gerade einmal 63 Kilogramm. „Ich war von Natur aus schon immer dünn.“ Doch mit den ersten Trainingseinheiten wuchsen seine Muskeln, Anfang 2012 wagte sich Pete Bouncer bei einem Probetraining der Wrestlingschule der „German Wrestling Federation“ dann das erste Mal in den Ring. Für den Jungen, der schon mit sechs Jahren Wrestler-Karten sammelte und bei jedem Kampf seines Idol Shawn Michaels am Fernseher klebte, ging ein Traum in Erfüllung. Wenn auch nicht besonders angenehm. „Ich habe mir zwei Stunden lang aufs Maul hauen lassen, aber sie wollten mich trotzdem nehmen“, sagt Bouncer, der hauptberuflich Personal Trainer und Fitnessmodel ist. Dennoch: Wrestling sieht er nicht als seinen Nebenjob an. „Das kann ich mir nicht leisten, dafür ist die Konkurrenz in der Branche viel zu stark“, sagt der 28-Jährige. Ein Leben ohne den Kampfsport kann sich der 1,90-Hüne nicht mehr vorstellen. Wrestling sei für ihn der komplexeste Sport. „Kampf, Show, Drama und Seifenoper, da kommt irgendwie alle zusammen.“

Neben seinem Krafttraining trainiert er pro Woche bis zu dreimal im Ring. Von rund 40 Kämpfen seiner Karriere hat Pete Bouncer etwa die Hälfte gewonnen. Doch selbst als Sieger steigt man nicht ohne Schrammen aus dem Ring, sagt der Berliner Koloss. Bei seinem allerersten Kampf bezog Bouncer derart Prügel, dass er im Krankenhaus landete. Unter anderem stehen heute ein Nierentrauma, eine geprellte Wirbelsäule, ein gebrochener Mittelfuß oder ein lädiertes Knie in seiner Krankenakte. Showkämpfe, sagt der Catcher, liefern er und seine Kontrahenten niemals ab, auch der Sieger stehe – entgegen der landläufigen Meinung – nicht schon vor dem Kampf fest. „Das ganze Drumherum und das Image der Wrestler hat schon mehr mit Show zu tun, ansonsten wird gekämpft. “ Bounce hat das Image des Beaus, seine Sätze formuliert er mit Köpfchen. Entsprechend viele weibliche Fans hat der Berliner. „Manchmal standen sie sogar schon bei mir auf Arbeit.“

Bis zu fünf Kämpfe bestreitet er jeden Monat, zuletzt stand Pete Bouncer in Kiel, Lübeck, Freiberg oder Dresden im Ring. Auch in Hennigsdorf hat der Berliner schon gekämpft, im September 2014 ging er nach einem Schlag seines Kontrahenten Koray zwischen die Beine zu Boden. Anfang im März besiegte Pete Bouncer im Stadtklubhaus dann den Italiener Vincenzo Coccotti. Allerdings – das darf nicht verschwiegen werden – ist der nur 1,70 Meter groß und wiegt 65 Kilo. Ronaldo mit seinen 100 Kilogramm ist eine andere Liga. Doch Pete Bouncer ist in Form, seit fünf Kämpfen ist er ungeschlagen. Sein Traum ist es, mit Wrestling seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Schickt er Ronaldo auf die Bretter, macht Pete Bouncer einen großen Schritt in Richtung Entwicklungsvertrag bei der weltgrößten Wrestling-Promotion „World Wrestling Entertainment (WWE)“. Dort könnte er mit bis zu 150 Kämpfen im Jahr ein sechsstelliges Einkommen erzielen. „Das“, sagt Bouncer, „hat erst ein Deutscher vor mir geschafft.“

Von Marco Paetzel

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