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Oberhavel Verbrannte Erinnerungen in der Gartenstraße
Lokales Oberhavel Verbrannte Erinnerungen in der Gartenstraße
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00:37 08.03.2018
Ulf Sparwasser und Kathi Scholtissek im völlig verrußten Wohnzimmer. Es war so heiß, dass der Fernseher weggeschmolzen ist. Quelle: FOTO: privat
Hennigsdorf

Als Ulf Sparwasser die Tür des Einfamilienhauses öffnete und ihm die ersten schwarzen Rauchwolken entgegenkamen, ahnte der 47-Jährige bereits schlimmes. „Schon als wir in die Nähe des Hauses kamen, roch es irgendwie verbrannt. Doch wir dachten uns nichts, da derzeit einige Nachbarn auch mal Laub verbrennen“, erinnert sich Ulf Sparwasser an den Nachmittag des vergangenen Dienstags.

Kein Weg ins Wohnzimmer

Er sei gegen 16 Uhr mit seiner Lebensgefährtin Kathi Scholtissek (49) und deren Tochter Anna-Lena (17) unterwegs gewesen. „Ich öffnete die Tür und sah nur noch Rauch. Ich habe noch versucht, ins Wohnzimmer zu kommen. Doch der Rauch hat so sehr in den Augen gebrannt, dass kein Weiterkommen möglich war. Wir schlossen die Tür wieder und riefen die Polizei.“ Die Einsatzkräfte handelten schnell. „Alle Gegenstände, die brannten und glühten, warfen sie aus dem Fenster und löschten sie draußen.“

Die heißeste Stelle war hinterm Sofa

Durch einen technischen Defekt sei wohl ein Kabel hinter der Couch in Brand geraten, heißt es aus Ermittlerkreisen. „Die abschließende Brandursache kennen wir noch nicht. Doch hinter dem Sofa war die heißeste Stelle. Dort befindet sich auch eine Steckdose. Es kann sein, dass der Brand dort entstanden ist.“

Der Schock sitzt tief

Zum Glück sei die Familie versichert. Trotzdem sitzt der Schock noch immer tief. Denn in der mittleren Etage ist das Haus unbewohnbar. „Es war so heiß, dass der Fernseher weggeschmolzen ist. Der dunkle Rauch hat die Räume stark beschädigt. Eine Komplettsanierung ist nötig. Von unten bis zum Dachgeschoss“, berichtet Ulf Sparwasser. „Kathi ist psychisch sehr mitgenommen. Viele Erinnerungen stecken in diesen Räumen. Das müssen wir alle erst einmal verarbeiten.“

Obdachlosenheim kommt nicht in Frage

Bis Sonntag sind die drei beim Bruder von Kathi untergekommen. Die Suche nach einer Übergangs-Bleibe sei schwer gewesen. „Viele Wohnungen sind vermietet. Es war nichts frei“, wundert sich Ulf Sparwasser. „Uns wurde gesagt, dass wir auch ins Obdachlosenheim ziehen könnten. Doch das kommt nicht in Frage. Anna-Lena steckt mitten im Abitur und braucht ihre Privatsphäre und auch Ruhe, um zu lernen.“ Auch die Möglichkeit, ins Hotel zu gehen, schlug die Familie aus. „Finanziell ist das nicht machbar.“

Starke Nerven sind gefragt

Ab Montag haben die drei nun die Möglichkeit, bei einer Familie in Hennigsdorf zu leben. Bis ihr Haus wieder bewohnbar ist. Drei bis vier Monate sollen die Sanierungsarbeiten dauern. „Da kommt das komplette Programm auf uns zu. Säubern, malern, Laminat neu verlegen und Möbel und Geräte kaufen. Wir brauchen starke Nerven“, so Ulf Sparwasser. „Doch gemeinsam schaffen wir das.“

Von Sebastian Morgner

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