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Efeu für die Waschmaschine

Hennigsdorf Efeu für die Waschmaschine

Die Zwölftklässler Julia Nerusch, Patrick Huth und Alexander Meyer vom Puschkingymnasium haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sie umweltschonendes Waschmittel aus Efeu-Blättern haltbar und somit interessant für den Massenmarkt machen können. Dafür haben die Schüler nun den Innovationspreis des Kreises bekommen, samt Preisgeld von 2000 Euro.

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Patrick Huth, Alexander Meyer und Julia Nerusch (v.l.) zeigen ihre Kügelchen mit Efeu-Waschmittel.

Quelle: Foto: Marco Paetzel

Hennigsdorf. In der AG „Jugend forscht“ sitzen die Vordenker des Puschkingymnasiums. Es geht unter anderem um die Fragen, wie man alte Tagebaue nutzen, den S-Bahn-Verkehr neu organisieren, Energie in Tunnelsystemen gewinnen kann. Oder eben darum, wie man umweltschonendes Waschmittel aus der Efeu-Pflanze haltbar machen kann, damit es auch im Supermarktregal stehen könnte. Für das Projekt haben die Zwölftklässler Julia Nerusch, Patrick Huth und Alexander Meyer den Innovationsförderpreis des Kreises bekommen, er ist mit 2000 Euro dotiert.

Als biologisches Waschmittel ist die Efeupflanze schon bekannt. Die tiefgrünen Blätter müssen zerkleinert und gekocht werden, um damit waschen zu können. „Meine Schüler haben sich der Frage gestellt, wie man die Oxidation verhindern kann, damit das Waschmittel nicht nach einer Woche schon verdirbt“, erklärt André Stein, Lehrer für Biologie und Geographie und Leiter der AG. Mehr als ein Jahr lang beschäftigten sich die Drei mit dieser Frage. Es galt, die verderblichen Saponine, also Stoffe mit Waschwirkung, in dem Gebräu haltbar zu machen. Sie versuchten es mit einer Folie aus Kartoffelstärke, mit Zitronensäure, mit Lagern im Dunkeln oder auch mit Einfrieren des Efeu-Waschmittels. „Das hat alles nicht so gut funktioniert“, erklärt Julia Nerusch.

Immerhin: Schon damals erhielten sie für die Idee den Nachhaltigkeitspreis beim „Wettbewerb „Jugend forscht“. Dann sah Julia Nerusch ein Youtube-Video über die Herstellung von Bubble-Tea, jenem süßen asiatischen Getränk aus Tee, das gefüllte Kügelchen aus einer Alginathülle enthält – einem Gel aus Algen.

Das war die Lösung! Die Schüler portionierten das Efeuwaschmittel in den Algen-Kugeln, um zu verhindern, dass es mit Luft in Berührung kommt, oxidiert und verdirbt. Das Eindickungsmittel Kalziumlaktat sorgt für die Festigkeit. Das Waschmittel in den Kügelchen wird in der Trommel freigesetzt, weil sich die Algenschicht im Wasser auflöst. Die Schüler sind stolz auf das Erreichte, aber noch lange nicht fertig. Demnächst wollen sie sich via „Jugend forscht“ eine Zentrifuge organisieren, um die für den Waschvorgang wichtigen Saponine aus dem Efeu-Gebräu zu isolieren und die Waschkraft zu erhöhen. „Ein weiterer Vorteil ist, dass man dann helle Wäsche waschen kann. Mit dem Efeuwaschmittel sollte man dagegen nur Dunkles waschen“, erklärt Elftklässler Patrick Huth.

Die 2000 Euro Preisgeld wollen sie einsetzen, um das Projekt voranzubringen, Materialien zu besorgen und Kontakte in die Wirtschaft zu knüpfen. Doch in den kommenden Monaten stehen noch viele Waschgänge auf dem Programm. Die Schüler müssen unter anderem den etwas unangenehmen Geruch des Efeu-Waschmittels reduzieren. Eine Maschine für ihre Versuche haben sie. Bei Lehrer André Stein könne sie im Dienste der Wissenschaft waschen.

Von Marco Paetzel

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