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Ehrenamt gegen Schlafdörfer

Oberkrämer Ehrenamt gegen Schlafdörfer

Drei besonders engagierte Menschen wurden auf dem Jahresempfang in Oberkrämer auszeichnet. Bürgermeister Peter Leys kritisierte zwar den bürokratischen Aufwand in der Verwaltung, die personell an ihre Grenzen stoße, sagte aber auch: „Wir leben auf der Sonnenseite.“

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Für ihre ehrenamtliche Arbeit mit Blumen und Urkunden geehrt: Sven Kurzidim, Kirsten Rettschlag und Ingo Pahl (von links).

Quelle: Marco Winkler

Marwitz. Stellvertretend für die vielen Ehrenamtlichen wurden auf dem Neujahrsempfang der Gemeinde Oberkrämer in Marwitz drei Engagierte geehrt, die sich mit ihrer freiwilligen Arbeit besonders verdient gemacht haben. Sven Kurzidum führt seit 20 Jahren den Fußballverein Eintracht Bötzow. In seiner Zeit ist die Anzahl der Mitglieder von 70 auf 200 gestiegen. „Er kann Menschen begeistern“, sagte Gemeindevertretervorsteher Matthias Schreiber in seiner Laudatio.

Andere mitreißen kann auch Kirsten Rettschlag vom SG Vehlefanz. Sie betreut Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Leistungs- und Breitensport - in bis zu fünf Trainingseinheiten in der Woche plus Wettkämpfen am Wochenende. „Sie schafft damit eine Verbindung im Verein“, so Schreiber. So wie Ingo Pahl, der dritte Ausgezeichnete. Seit 1998 wohnt er in der Gemeinde. Der Marwitzer sorgt für einen anderen Blickwinkel auf die Heimat. Seine Fotografien prägen die Außenwirkung der Gemeinde, werden sie in Broschüren und als Werbung verwendet. Als sein „Meisterstück“ bezeichnete Schreiber Ingo Pahls Luftaufnahmen, für die er sieben Monate gebraucht hat - und die er der Gemeinde kostenfrei zur Verfügung stellte.

Ehrenamt gewürdigt

„Ehrenamtlich geben der Gemeine eine soziale Struktur“, so Schreiber, „damit hier keine Schlafdörfer entstehen.“ Das freizeitliche Engagement sei „elementar wichtig“. Selbst wenn es nach einer gelungenen Veranstaltung Nörgler gibt, die kritisieren und hinter ein „Ja klar, eigentlich gar nicht mal so schlecht“ ein großes „Aber“ hängen - „Was sie machen, ist wichtig für die Menschen, deshalb ist der Abend für sie“, so Schreiber mit Nachdruck.

Bürgermeister Peter Leys würdigte in seiner Rede ebenfalls die Ehrenamtlichen. Feuerwehr, Sportvereine, Chor, Senioren, Gemeindevertreter. Erst durch sie werde Oberkrämer ein „lebendiger und lebenswerter Ort.“ Doch er machte auch darauf aufmerksam, dass es an „interessiertem Nachwuchs“ fehle. „Es muss uns gelingen, das Ehrenamt noch attraktiver zu machen.“ Gerade in der Seniorenarbeit brauche es Unterstützung.

Leys: „Wir ersticken in Bürokratie“

Umso dringlicher ist engagierter Nachwuchs, da Oberkrämer sich im Aufwind befindet. „Selbst Baulücken fanden 2016 neue Eigentümer.“ Doch der Zuwachs bringe auch Herausforderungen mit sich. „Wir brauchen eine bessere Infrastruktur, mehr Kita-, Hort- und Schulplätze.“ 2017 werde ein finanzieller Kraftakt werden.

In Hinblick auf die Verwaltungsstrukturreform kritisierte er, dass kein Spareffekt absehbar sei. „Die Bürger werden die Leidtragenden sein, sie haben dann weitere Wege zur Verwaltung.“ Auch wünscht er sich lebensnahere, unkompliziertere Politik und Verwaltungsarbeit. „Wir ersticken in Bürokratie und lebensfremden Vorschriften.“ Die personelle Situation der Verwaltung stoße an ihre Grenzen.

Quantensprung in medizinischer Versorgung

Doch Peter Leys hob auch Positives hervor: So sei in der medizinischen Versorgung mit den Arztpraxen in Vehlefanz und Bötzow sowie dem Ärztehaus samt Apotheke in Schwante ein „Quantensprung“ gelungen. 21 neue Wohneinheiten konnten aus eigenen Mitteln geschaffen werden. Die Solidarität und Spendenbereitschaft für die von der Vogelgrippe heimgesuchte Familie Müller sei enorm gewesen, so dass der wirtschaftliche Schaden der Landwirte erheblich abgefedert werden konnte.

Deshalb stach trotz einiger Zukunftssorgen ein Satz aus der langen Rede Leys hervor: „Wir leben auf der Sonnenseite.“

Von Marco Winkler

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