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Oberhavel Ehrenamtler für eine Wette einspannen?
Lokales Oberhavel Ehrenamtler für eine Wette einspannen?
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01:15 16.06.2018
Jens-Uwe Grande. Quelle: Brandhorst Christoph
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Oranienburg

Jens-Uwe Grande ist ziemlich sauer. Der Vorsitzende des Familien-Sport-Vereins Oberhavel hat am Mittwoch in den sozialen Netzwerken Oranienburgs Bürgermeister Alexander Laesicke kritisiert. Dafür, dass er auf eine Wette des Riesenradbetreibers am Freitag zur Eröffnung des Stadtfestes eingegangen ist. Danach soll dieser 192 Sportler auf dem Schlossplatz im Vereinsshirt zusammentrommeln. Dann gibt es 300 Euro für den Verein, der die meisten Sportler zusammenbekommen hat.

Jens-Uwe Grande findet: „Der Bürgermeister fordert Sportler auf, für einen kommerziellen Gewerbetreibenden Werbung zu machen, lässt sich vor dessen Karren spannen und benutzt damit das Ehrenamt.“ Das findet er zweifelhaft, „ich würde das Geld nicht nehmen“. Er hat dazu seine Meinung auch auf Facebook kund getan.

Der Grund der harschen Kritik ist vermutlich auch in den Differenzen zwischen Grande und der Stadtverwaltung zu finden. Denn der Familien-Sport-Verein hat sein Domizil im städtischen Gebäude im Lindenring 20, einer ehemaligen Kita. „Und die Stadt lässt das Haus verrotten. Der Zustand ist für die vielen Ehrenamtlichen eine Zumutung“, findet Grande, der vermutet, dass man sie „rausekeln“ will. Der Sportverein zählt rund 1000 Mitglieder, 300 davon nutzen das Objekt. Hinzu kommen rund 30 Trainer und ehrenamtliche Helfer. Der Vertrag mit der Stadt wird jährlich erneuert.

Der Verein „möchte das Haus gern sanieren“, habe dafür Fördermittel in Höhe von 250 000 Euro vom Land bekommen. „99 000 Euro wären der Eigenanteil der Stadt, wir würden davon 30 000 bis 40 000 Euro übernehmen“, so Grande. Doch bei Stadt und Stadtverordneten habe er bisher auf Granit gebissen. Der Vorstand sei sich einig, wenn bis zum 25./26. Juni kein positives Signal von der Stadt komme, „geben wir die Fördermittel zurück, kündigen das Haus zum Jahresende.“ Dann werde überlegt, was vom Verein weiterexistieren könnte, aber eigentlich bedeutet es den Zerfall des Familien-Sport-Vereins, bestätigte er am Mittwochabend.

Viel Zeit bleibt also nicht. Er wünscht sich, „dass das Haus zur Sportstätte erklärt wird, dann müssten wir keine Betriebskosten mehr bezahlen, könnten Förderung wie andere Vereine beantragen und einen Zehn-Jahres-Vertrag, dann würde die Sanierung Sinn machen.“

Im Moment sieht es nicht danach aus, dass es einen Kompromiss gibt.

Von Heike Bergt

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