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Oberhavel Ehrung für Projekt des Maurer-OSZ
Lokales Oberhavel Ehrung für Projekt des Maurer-OSZ
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08:05 01.12.2016
Henriette Fritzke und Tobias Geib vor einem der Fenster, die die Azubis saniert haben. Quelle: Helga Müller-Schwartz
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Hennigsdorf

Der Meistersaal des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks in Berlin war am Dienstag mit mehr als 100 Gästen des Bundesverbandes Farbe, Gestaltung, Bauschutz besetzt. Zum sechsten Mal verlieh Unternehmer Klaus Murjahn den von ihm gestifteten Preis für zukunftsweisende Projekte im Maler- und Lackiererhandwerk. Katrin Graf, Berufsschullehrerin am Schulzentrum Sek. II Bremen und ihre Kollegin Henriette Fritzke vom Hennigsdorfer Eduard-Maurer-OSZ hatten sich mit dem vor 22 Jahren ins Leben gerufenen Projekt „Lernen und Arbeiten im ehemaligen KZ Sachsenhausen“ beworben.

Sie bekamen für ihr Engagement gegen Faschismus, Fremdenhass und Gewalt den Dr. Murjahn-Preis 2016. Henriette Fritzke, die sich durch das Projekt zur Gedenkstätten-Pädagogin qualifiziert hat, koordiniert die jährlichen Arbeitseinsätze der Azubis. Neben einem berufsspezifischen Praktikum wird so Geschichtswissen vermittelt.

Die Laudatio für dieses Projekt hielt der Bremer Obermeister der Malerinnung, Tomas Kurzke. Das Ziel des Projekts: Junge Menschen zu bestärken, an der Lösung gesellschaftspolitischer Herausforderungen mitzuwirken und niemals zuzulassen, dass Extremismus und Gewalt die Oberhand gewinnen. „Ein solches Projekt erfordert Mut und pädagogisches Einfühlungsvermögen seitens der Lehrkräfte“. Das Projekt sei aktueller denn je in Zeiten rechtsradikaler Übergriffe auf alles Fremde und populistischer Wortführer.

Tobias Geib aus Neuruppin, Azubi der Firma „Ruppiner Ausbau“, hat sich in der Projektwoche im September zusammen mit den Bremer Malerkollegen der Fahnenmasten am Ehrenmal und der Fensterrahmen an der großen Halle der Gedenkstätte angenommen. Insgesamt nahmen 19 Auszubildende in verschiedenen Handwerksberufen aus Oberhavel und mehr als 20 aus Bremen teil. Vom Holocaust habe er natürlich gewusst, meint Tobias Geib. „Aber was da damals wirklich gelaufen ist, habe ich jetzt erst wirklich realisiert. Es hat mich schockiert.“ Im nächsten Jahr wolle er wieder an der Projektwoche teilnehmen.

Von Helga Müller-Schwartz

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