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Ein Abend mit urst-guten Parodien

Comedy mit Thomas Nicolai in Kremmen Ein Abend mit urst-guten Parodien

Das Wort „Urst“ kommt aus der DDR-Jugendsprache. Damit ist der Schauspieler Thomas Nicolai aufgewachsen. Am Montagabend war er im Kremmener Theater „Tiefste Provinz“ zu Gast. In seinem Programm „Urst“ zog er die Zuschauer mit seinen Parodien in den Bann.

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Thomas Nicolai mit seiner Handpuppe Joschi.

Quelle: Helga Müller-Schwartz

Kremmen. Stars und Kunstfiguren gaben sich am Montagabend in der „Tiefsten Provinz“ die Klinke in die Hand. In Kremmens kleinem Theater im Scheunenviertel krümmte sich das Publikum vor Lachen. Es war eine urst-komische Schau. Und „Urst“ war auch ihr Titel. Das Wort kommt aus der DDR-Jugendsprache. Damit ist Thomas Nicolai, der angekündigte Künstler des Abends, aufgewachsen.

Was das Wort bedeutet, wird dem Kremmener Publikum zu Beginn des Abends eingeimpft. „Urst“ steht für: großartig, toll. Urst tut gut, macht sorgenfrei. „Seid ihr bereit, urst zu sein?“, ruft er dem Publikum zu. Das war bereits eingestimmt durch die „belgische“ Electro-Popband „Traffic Noir“ als Stimmungsvorbereiter.

Die 80 Zuschauer sind elektrisiert. Der Beifall hört kaum noch auf. Thomas Nicolai ist durch und durch Schauspieler. Er versteht es, das Publikum mitzunehmen. Vorbelastet durch ein musikalisches Elternhaus in Leipzig, studierte er Schauspiel an der Hochschule „Ernst Busch“ in Berlin. Sein erstes Engagement war am Berliner Grips-Theater im Musical „Linie 1“. Schnell aber hat er sich auf seine besonderen Fähigkeiten besonnen: Comedy, Parodie und das kombiniert mit Musik. Dabei unterstützt ihn Robert Neumann, sein „Tastenknecht“ am Keybord. Ab und an spielt der auch eigenständige Solos und beweist als „Charakterdarsteller“ der Edith-Piaf-Schülerin „Madame Giselle“ oder auch als „Freundin Carmen“ des prolligen Möchtegern-Musikers „Patrick Schleifer aus Schkeuditz“, dass er ein ebenbürtiger Partner von Thomas Nicolai ist.

Robert Neumann (l) als Carmen in der Liebesromanze des Patrik Schleifer (Thomas Nicolai)

Robert Neumann (l.) als Carmen in der Liebesromanze des Patrik Schleifer (Thomas Nicolai).

Quelle: Helga Müller-Schwartz

Denn Nicolai ist ein „Urst“-Genie der Parodie. Er erzählt von der Promi-WG aus seiner Jugendzeit, wo er sich mit Otto Waalkes, Thomas Gottschalk und Klaus Kinski darum stritt, wer sein Joghurt fraß. Er parodiert überzeugend den Tübinger Jugendschwarm Philipp Poisel, der „Musik macht für Leute, denen Xavier Naidoo zu hart ist“ und nuschelt mit hängenden Schultern und gesenktem Kopf „oh Mann, geht’s mir Scheiße“ ins Mikrofon. Das Leben als Popstar ist schwer.

Aber auch „mit über 50“ macht er sich Gedanken, wie es bei ihm weiter geht. Darüber philosophiert er mit Joschi seiner Handpuppe. Als spanischer Flamenco-Sänger regt er sich „urst“ auf über das Finanzamt. Das Publikum ist außer Rand und Band und bekommt am Ende der Show zwei Urst-Zugaben.

„Wir kommen wieder“, erklärten zwei Ehepaare aus Oranienburg, die „einfach mal was anderes“ sehen wollten. Sie waren begeistert von der Atmosphäre und vom hohen Niveau des Dargebotenen, lustig, prickelnd, aber nie unter der Gürtellinie, so ihr Kommentar, als sie das Theater verließen.

Von Helga Müller-Schwartz

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