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Oberhavel Ein Astronaut plaudert aus dem Nähkästchen
Lokales Oberhavel Ein Astronaut plaudert aus dem Nähkästchen
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00:27 02.04.2018
Astronaut Hans Schlegel (66) mit einem Foto der russischen Raumstation Mir. Quelle: Helge Treichel
Hohen Neuendorf

Der Astronaut und Kosmonaut Hans Schlegel hat sich am Mittwochabend ins Ehrenbuch der Stadt Hohen Neuendorf eingetragen. Im Anschluss sprach er in einem Vortrag fast drei Stunden lang über seine Missionen bei der europäischen, russischen und amerikanischen Raumfahrtbehörde. Die exklusive Veranstaltung mit anschließendem Büfett ist Kai-Uwe John aus dem städtischen Bauamt zu verdanken: Schlegel ist sein Schwager.

Astronaut Hans Schlegel trägt sich unter den Augen von Bürgermeister Steffen Apelt (CDU) ins Ehrenbuch der Stadt Hohen Neuendorf ein. Quelle: Stadtverwaltung

Zweimal war Hans Wilhelm Schlegel im Weltraum – im April 1993 und im Februar 2008, einmal zehn und einmal 13 Tage lang. Dazwischen war er im Februar 1997 der Ersatzmann für die Sojus-Mission von Reinhold Ewald. Fast drei Jahre war er im „Sternenstädtchen“ bei Moskau tätig. So lernte er auch Siegmund Jähn (81) kennen. Den ersten Deutschen im All bezeichnet er als seinen Freund und Mentor. Befreundet ist Schlegel ebenso mit vielen anderen Raumfahrerkollegen aus den USA und Europa. Für einige ist er selbst Mentor. Seit vier Jahren ist der 66-Jährige mit seiner eigenen Firma als Berater in Houston, Florida tätig. Seit rund 20 Jahren lebt er dort.

Etliche Erinnerungsfotos zeigte Hans Schlegel in der Aula der Grundschule Niederheide – und erzählte zahlreiche Anekdoten dazu. Quelle: Helge Treichel

Ob er Angst oder andere Gefühle bei seinen Flügen gehabt habe, lautete die erste Publikumsfrage. Antwort: „Astronauten müssen Angst haben können, sonst werden sie keine guten Astronauten.“ Andererseits dürften sie auch nie in Panik verfallen. Sein Verhältnis zum Weltraum, zum Vakuum und zu den Tonnen explosiven Treibstoffs in den Transportvehikeln beschreibt Schlegel mit einem anderen Wort: „Respekt“. Aber die Entscheidung, ein Leben lang Auto zu fahren, sei riskanter als ein Shuttle-Flug.

Wie es auf der Raumstation riecht? „Sehr gut!“, antwortet Schlegel. Ihn habe auch überrascht, wie leise es ist und welchen Komfort die Schlafkabinen bieten. Die Lebensumstände beschreibt er als „exzellent“. Obwohl 80 Prozent des Abwassers zu neuem Trinkwasser recycelt werden. Sogar Internet gebe es. Auch ein Thema: Notdurft. Stoffwechselrückstände würden mit einem Unterdrucksystem eingesaugt. Das gelte auch beim Haareschneiden.

Die Internationale Raumstation ISS. Quelle: Helge Treichel

„Ich bin neugierig auf die Natur“, antwortete Hans Schlegel auf die Frage nach dem Warum.Es sei spannend, welche Antworten die Experimente an Bord geben. In der Schwerelosigkeit sei zum Beispiel eine Legierung entwickelt worden, die Lager selbstschmierend macht. Er selbst sei an einen Venenkatheter angeschlossen gewesen, um die Auswirkungen zu messen. Seine Arbeit als Physiker brachte ihn zur Raumfahrt. Einmal sollte er eine Probe aus dem Weltraum untersuchen. Daraufhin bewarb er sich als Astronaut – zusammen mit 1798 weiteren Interessenten.

Weitere Einträge ins Ehrenbuch der Stadt Hohen Neuendorf:

Manfred Schlenker

Christin-Denise Heisters

Petra Winkler-Maître.

Ein aktueller Flugplan der ISS: Hans Schlegel hält sich ständig auf dem Laufenden. Quelle: Helge Treichel

Von Helge Treichel

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