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Ein Bambi für die Stahlstadt

Hennigsdorf Ein Bambi für die Stahlstadt

Produzent Lars Dittrich, in Hennigsdorf-Nord aufgewachsen, hat mit seinem Team am Donnerstag für die Hitler-Satire „Er ist wieder da“ einen Bambi bei der TV-Gala bekommen. Anschließend ging es zu After-Show-Party mit Stars wie Udo Lindenberg oder Robbie Williams. Die nächsten Filmprojekte sind auch schon in der Mache.

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Lars DIttrich (l.) mit Hauptdarsteller Oliver Masucci.

Quelle: Foto: Privat

Berlin / Hennigsdorf. Zum Abschluss gab es auch noch einen Plausch mit Panikrocker Udo Lindenberg. „Das war eine tolle After-Show-Party, auch Bastian Schweinsteiger, Mario Adorf oder Robbie Williams waren da“, schwärmt Lars Dittrich. Bis morgens um vier schwofte der 42-Jährige in der Nacht zum Freitag übers Parkett. Er hatte allen Grund dazu. Wenige Stunden zuvor hatte seine Hitler-Satire „Er ist wieder da“ bei der TV-Gala am Potsdamer Platz einen Bambi bekommen. Im Film läuft Hauptdarsteller Oliver Masucci als Adolf Hitler verkleidet durch das Deutschland von heute. Zehn Wochen lang war der Schauspieler unterwegs und traf auf echte Menschen. Die Reaktionen sind mal urkomisch, mal verstörend.

Lars Dittrich, in Hennigsdorf-Nord aufgewachsen, ist einer der Produzenten des Films. „Nachdem wir fünfmal beim Deutschen Filmpreis nominiert waren und leer ausgegangen sind, hatten wir mit dem Bambi nicht gerechnet“, so der Produzent. Er bleibt aber bescheiden, betont stets die gute Teamleistung.

Dittrichs Handy brummte gestern pausenlos, viele wollten ihm gratulieren. Auch von Freunden und Bekannten aus Hennigsdorf gab es warme Worte. Einer der Gratulanten war Arnim Sotzko, Dittrichs ehemaliger Lehrer am Hennigsdorfer Puschkin-Gymnasium. „Ich bin stolz darauf, dass ein ehemaliger Schüler so etwas geschafft hat“, sagt Sotzko. Er sei aber nicht davon überrascht gewesen, dass der Film mit dem Bambi ausgezeichnet wurde. Es sei eine der wenigen intelligenten Komödien der vergangenen Jahre, die außerdem den Spagat von Realität und Fiktion gut hinbekomme. „Man kann an vielen Stellen lachen, aber es bleibt einem dann auch im Halse stecken“, so Arnim Sotzko, der an seiner Schule das Seminarfach „Film“ anbietet.

Sein Kontakt zu Lars Dittrich ist nie abgerissen. Im Januar lud der Produzent rund 300 Schüler des Puschkin-Gymnasiums gar zu einer Privat-Vorführung von „Er ist wieder da“ ins Tegeler Kino ein. Anschließend diskutierte Lars Dittrich mit den Teenagern über den Film. Ein Schüler wollte wissen, was denn die Botschaft sei. Die Verführbarkeit der Massen, lautete die Antwort. „Dass eine Figur wie Hitler auch heute so schnell wieder Karriere machen könnte, diese Erkenntnis hat mich beeindruckt“, sagte Lars Dittrich damals.

Er ist ein Quereinsteiger, es ist der erste große Erfolg für ihn in der Filmbranche. Sein Geld hat Lars Dittrich mit Handys gemacht. Mit Kumpel Alexander Grella vertrieb er 1995 zuerst Kosmetika, später verkauften die beiden mit ihrem kleinen Unternehmen D&G Handys. Sein Betriebswirtschaftsstudium schmiss Lars Dittrich. Innerhalb von zehn Jahren gelang ihm mit seiner Firma, die später Dug-Telecom hieß, der Sprung in den Vorstand eines Unternehmens mit Milliardenumsatz. „Er ist wieder da“ war das erste Werk seiner Mythos Filmproduktion, die 2013 gegründet wurde. Aktuell ist Dittrichs Unternehmen Co-Produzent einer Winnetou-Trilogie (mit Jürgen Vogel und Oliver Masucci), die zu Weihnachten auf RTL Premiere feiern soll. „Ansonsten haben wir zwei, drei schöne Kino-Projekte für das nächste Jahr“, so Dittrich.

Von Marco Paetzel

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