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Ein Buch _ eine Spende

Friedrichsthal Ein Buch _ eine Spende

Eine spontane Idee des Sportmediziners Thomas Schwarz hat sich zum Selbstläufer entwickelt. In seiner Praxis in Friedrichsthal können sich Patienten Bücher mitnehmen und freiwillig etwas Geld dafür spenden. Insgesamt 600 Euro sind damit zusammengekommen und fürs Hospiz gespendet worden.

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Der Mediziner Thomas Schwarz in seiner Praxis in Friedrichsthal und seine Patientin Brigitta Hübner, die schon viele Bücher zum Mitnehmen gespendet hat..

Quelle: Enrico Kugler

Friedrichsthal. Eine kleine Schatzecke empfängt den Besucher in der Praxis des Sportmediziners Thomas Schwarz und der Allgemeinmedizinerin Ines Thewes in Friedrichsthal. Im lichtdurchfluteten Vorraum zum Anmeldebereich steht ein Bücherregal und eines für CDs. Auf dem Regal steht eine kleine Sparbüchse. Die Bücher, alle gut erhalten, sind teilweise noch in Folie eingeschweißt, also bisher ungelesen.

„Wir achten darauf, dass dort nicht Bücher stehen, die sonst in der Papiertonne landen würden“, sagt Thomas Schwarz und erzählt, wie das Ganze im Winter 2015 mal angefangen hatte. Der Mediziner hatte zu Hause sein Arbeitszimmer renoviert und sämtliche Bücher in Kisten gepackt. Beim Wiedereinräumen wollte er etwas Platz schaffen. Es tat ihm aber um die Bücher leid. So stellte er sie kurzentschlossen in den Besucherbereich seiner Praxis und ein Schild dazu „Winterzeit ist Lesezeit“. Damit forderte er dazu auf, ruhig ein Buch mitzunehmen. Einige Monate später kam er mit seinen Kollegen auf die Idee eine Spendenbüchse dazuzustellen. Für ein mitgenommenes Buch konnte nun– freiwillig natürlich – etwas Geld in die Büchse gesteckt werden. Manchmal waren es nur ein paar Cent, aber auch einen Zehn-Euro-Schein nahmen Schwarz und Thewes mal erfreut aus der Büchse. Und natürlich wurde den Spendern mitgeteilt, wofür das Geld verwendet werden sollte - als Unterstützung für das stationäre Hospiz Oberhavel in Oranienburg.

Die ersten Leerungen der Spendenbüchse verband das Praxisteam mit einem Ratespiel: Wie viel Geld wird wohl in der Box sein? Nach kurzer Zeit waren es schon 170 Euro. Wenn die 200er-Marke fast erreicht ist, legt Schwarz stets was drauf und hat jetzt das 3. Mal 200 Euro auf das Konto vom Hospiz überwiesen.

Mittlerweile heißt es in der Praxis je nach Jahreszeit „Frühlingszeit ist Lesezeit“. Dass so viel Geld gespendet werden konnte, ist auch einem Glücksumstand zu verdanken. Denn auch Patienten brachten Bücher mit. Eine von ihnen ist die 79-jährige Brigitta Hübner aus Friedrichsthal. Die belesene Seniorin räumt gerade ihr großes Haus im Ort aus und zieht in eine Wohnung nach Berlin, weil dort ihre Kinder wohnen. Brigitta Hübner und ihr Mann Horst, der im vergangenen Herbst gestorben ist, hatten eine große Bibliothek. Horst war beruflich viel im Ausland gewesen und hatte jede Menge Reiseliteratur im Haus. So zum Beispiel den Roman von Christie Dickason „Saigon“. Dickason schreibt darin so, als wäre sie in Französisch-Indochina aufgewachsen. Wer sich für Indochina interessiert, der werde begeistert sein, sagt Hübner. Der Seniorin fiel es weniger schwer, sich von ihren Büchern zu trennen, weil sie wusste „Es ist ja für einen guten Zweck“.

Von Marion Bergsdorf

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