Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Ein Damoklesschwert über dem Dorf
Lokales Oberhavel Ein Damoklesschwert über dem Dorf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:23 17.09.2017
Der Widerstand formiert sich in immer geballterer Form in der Region.
Neuendorf

Es war ein stiller, friedlicher Protest derer, die sich Sorgen um den Wald in ihrer unmittelbaren Umgebung machen. „Keine Windräder in unserem Wald!“, prangte auf den Schildern, die die Protestierer am Sonnabend hochhielten. Und die andere Fraktion stemmt sich mit vereinten Kräften gegen die geplante Einrichtung einer Mülldeponie am Ortsrand von Neuendorf, die die Firma Baustoffe Flechtingen gern aus ihrer Kiesgrube machen möchte. Die Verfechter beider Protestlager übten den Schulterschluss mit dem Ziel, den massiven Eingriff in die Natur zu verhindern.

Schon Weizsäcker fand Argumente für den Naturschutz

Detlef Hase vom Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch fand sich im Zitat des einstigen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker bestätigt: „Gibt es etwas Dringlicheres als den Schutz der Natur in ihrer Rechtlosigkeit? Haben wir eine größere Aufgabe als die Schöpfung zu bewahren und damit die Nachwelt zu schützen? Ich kenne keine!“ Mit der von Hase initiierten Ausstellung, die sich dem Neuendorfer Wald widmet und angereichert ist mit Informationstafeln zu Windkraftthemen, wollen die Gegner sagen: „Der Wald ist zu schade für die Industrialisierung!“ Bis zum Oktober ist die Ausstellung im Neuendorfer Gemeindehaus zu sehen (Mittwoch und Sonnabend 17 bis 19 Ihr, Sonntag 10 bis 12 Uhr).

Hase zählte eine Reihe von Argumenten auf, die gegen derlei Windparkpläne sprechen: Wiederbesiedlung von Schwarzstorch und Seeadler seien gefährdet, 250 000 Fledermäuse sterben jährlich durch die Rotoren, Gesetzesänderungen würden zum Nachteil des Naturschutzes ausgelegt, Seeadler, Rotmilane oder Fischadler seien stark gefährdet.

Ein „weiter so“ sei nicht vertretbar

Detlef Hase wies darauf hin, dass die ehrenamtlichen Naturschützer keineswegs gegen eine Klimaschutzpolitik und auch grundsätzlich nicht gegen Windradenergie seien. „Windenergie ist kein Teufelszeug, aber die Ausbauziele sind grotesk überdimensioniert. Ein ‚weiter so’ ist im Einklang mit dem Artenschutz nicht vertretbar.“ Er zitierte den Spiegel: „Deutschland leidet unter einem dramatischen Artenschwund.“ Die Windrad-Problematik im Märkischen machte Hase anhand von Zahlen deutlich. In Brandenburg stünden 3630 Windräder, aller acht Quadratkilometer eines. In Bayern seien es 1061 (aller 67 Quadratkilometer) – also achtmal weniger. „Warum ist der bayerische Seppl schätzenswerter als der brandenburgische Fritz?“ 700 Bürgerinitiativen richteten sich in Deutschland bereits gegen die Windenergie. Für jedes Windrad müsse ein Quadratkilometer Wald weichen.

Peter Hofmann von der Bürgerinitiative „Neuendorfer Wald“, die sich gegen die geplante Mülldeponie stark macht, führte Gründe ins Feld, die gegen eine Deponie in Neuendorf sprechen. So müsste eine Deponie 300 Meter vom Ort entfernt sein, in Neuendorf seien es 30 bis 50 Meter. Das Gewicht des Müllberges würde das Grundwasser wegdrücken. Uns ärgert, dass die Behörden unseren Antrag gegen die Errichtung der Deponie nicht bearbeiten, sondern abwarten, bis die Firma einen Antrag stellt“, so Hofmann. Die BI fordere die Umsetzung des Vertrages der Kiesabbaufirma: Kies abzubauen heiße nicht Müll abzulagern. An die Protestierer richtete er diesen Satz: „Machen Sie klar, dass Sie mit dem Damoklesschwert, das über Neuendorf schwebt, nicht leben können.“

Von Stefan Blumberg

Ein schwerer Unfall ereignete sich am Sonntagnachmittag gegen 15.40 Uhr in der Hohen Neuendorfer Kurt-Tucholsky-Straße. Bei dem Crash prallten zwei Autos aufeinander. Es gab fünf Verletzte.

18.09.2017

Die Kremmener Stadtverordneten stritten am Donnerstagabend über einen Antrag der SPD-Grüne-Fraktion. Es geht darum, ein neues Verkehrskonzept für die Altstadt und das Scheunenviertel zu erstellen. Die anderen Fraktion monierten allerdings, dass im Antrag eine Zielsetzung fehlt.

19.09.2017

Neun Tage vor Wahlen finden seit 1996 immer die Wahlen der Minderjährigen, die U-18-Wahlen statt. In Hennigsdorf war Jugendkoordinator Johannes Otto mit dem Wahlmobil zu den Oberschulen unterwegs. Am Puschkin-Gymnasium wurde eine eigene Wahl für die Schüler organisiert.

16.09.2017