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Ein Dorffest wie aus dem Bilderbuch

Friedrichsthal Ein Dorffest wie aus dem Bilderbuch

Hunderte Friedrichsthaler kamen bei Sonnenschein zum traditionellen Dorffest, das jedes Jahr am dritten Augustwochenende stattfindet. Unter anderem gab es Kettenkarussell, Hüpfburg und ein abwechlsungsreiches Bühnenprogramm. Genau wie eine mittelalterliche Spezialität namens „Guths Muths“.

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Eine flotte Sohle legten die Havel Line Dancer Friedrichsthal aufs Parkett, beziehungsweise auf die Straße.

Quelle: Foto: Ug

Friedrichsthal. Kettenkarussell, Hüpfburg, Losbude, Bühnenprogramm, buntes kulinarisches Angebot und gute Stimmung. Genauso stellt man sich ein gelungenes Dorffest vor. Am Sonnabend genossen hunderte Friedrichsthaler bei herrlichem Sonnenschein genau diese Atmosphäre bei ihrem traditionellen Dorffest, das jedes Jahr am dritten Augustwochenende stattfindet.

Unzählige Sitzbänke waren vor der Kirche aufgestellt, auf denen es sich die Besucher nachmittags bei Kaffee und Kuchen gut gehen ließen. Oder bei einem Fischbrötchen mit Bismarckhering oder einem Glas Bowle der Radgruppe „Goldene Speiche 2000“. Natürlich sei die Bowle – wahlweise Pfirsich oder Tropenfrucht – mit ordentlich Alkohol angesetzt worden, lacht Radgruppenmitglied Margarete Günther. Cognac habe man dem Obst zugesetzt, sagt die temperamentvolle Friedrichsthalerin, die eine von rund 25 aktiven Radlern im Ort ist. Die Altersspanne der Aktiven reiche von 40 bis 82 Jahren. Einmal im Monat geht es auf Tour. Am liebsten in die Umgebung. Zuletzt stand der Werbellinsee auf dem Programm. „Es ist immer ganz toll“, sagt Margarete Günther. Doch das Ziel der nächsten Radrunde ist noch ein Geheimnis. Lothar Günther, Chef der Gruppe, hat eine Überraschungstour für seine Radler vorbereitet. 40 Kilometer lang, mit Picknick. Mehr will er nicht verraten.

Ein Geheimnis ist auch die Zubereitung der mittelalterlichen Spezialität „Guths Muths“, die Martin Schmidt aus seiner thüringischen Heimat mit in den Norden gebracht hat. Nur so viel: Eingelegter Schweinekamm wird über Birkenholz im Rauch gegrillt. Obendrauf steht der Pott mit Sauerkraut. 70 Scheiben Fleisch hat Schmidt vorbereitet. Der Erlös, auch aus dem Bowle- und Fischbrötchenverkauf, kommt in die Vereinskasse der Radler. So ein Fest sei eine gute Gelegenheit, um Leute wiederzusehen und bei guter Laune den Tag zu genießen, sind sich die Radler einig.

Für gute Stimmung sorgen auch die Damen der „Havel Line Dancer“ aus Friedrichsthal, die für ihre Darbietung ordentlich Beifall bekamen. Weil die Band Zeit für den Umbau der Bühne brauchte, präsentierten die Damen kurzerhand ihr Programm auf der gesperrten Straße vor der Kirche. Die Gruppe, die zu Spitzenzeiten aus 35 Tänzern bestand, legt am liebsten zu klassischer Countrymusik eine flotte Sohle aufs Parkett. „Acht Tänze haben wir für heute vorbereitet“, berichtet Irmrun Schröter, deren Lebensgefährte Wolfgang Lachmann für den richtigen Sound zuständig ist. Black Coffee sei ein sehr alter Tanz, der jedoch immer sehr gut ankomme, erzählt Schröter. „Aktuell wird aber vor allem Lonely drum, die einsame Trommel, überall rauf und runtergetanzt, von Hamburg bis Bayern.“ Beim Linedance begeistere sie neben der Musik und dem Spaß am Tanzen vor alllem, dass man überall neue Leute kennenlerne, so die Friedrichsthalerin.

Neue Gesichter kann derzeit auch Felix Bugiel, der seit Juli Jugendwart der örtlichen Feuerwehr ist, in seiner Truppe begrüßen. Darunter sogar mehr Mädchen als Jungen. Yumala Sauter ist eine von ihnen. Die 13-Jährige fand über Freunde zur Wehr. „Es ist interessant und macht Spaß“, erklärt die Schülerin, die sich vorstellen kann, auch als Erwachsene bei der Feuerwehr zu bleiben. „Ich helfe gern.“

Von Ulrike Gawande

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