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Oberhavel Ein Frau mit Herz
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00:19 13.08.2017
Das ist das Lieblingsstück von Barbara Zerbe. Bunte Schirme liegen gerade sehr im Trend. Quelle: Enrico Kugler
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Freienhagen

Die Gaststube im Restaurant „Wenzel“ wird sich am Sonnabend in einen großen Ausstellungsraum verwandeln. Denn Wirtin Barbara Zerbe hat ein ganz besonderes Hobby – sie baut, entwirft, gestaltet und bespannt alte Schirme und bastelt daraus die verschiedensten Lampen.

Dieses kreative Hobby betreibt sie schon lange. 1986 machte sie aus der Not eine Tugend. „Ich hatte doch keine Arbeit mehr“, sagt die 68-Jährige. Von der Eier-Annahmestelle, die sie betrieb, und den eigenen Schweinen konnte sie nicht leben. Und deshalb stellte sie beim zuständigen Amt eine Preisgenehmigung, um Lampenschirme zu verkaufen. Dann begann der Kampf um die Borten und Stoffe, die wie vieles zu DDR-Zeiten Mangelware waren. Von ihrem Papa, vom Sperrmüll und vom Schrott sammelte sich Barbara Zerbe alte Ständer und Schirme zusammen. Tag und Nacht saß sie über ihrer Arbeit, fand immer wieder neue Ideen, um einzigartige Lampen zu kreieren. Als die Wende kam hatte Barbara Zerbe andere Sorgen. Sie stürzte sich ins nächste Abenteuer und eröffnete ihr Restaurant „Wenzel“. Sieben Tage in der Woche stand sie in der Gaststube, da blieb keine Zeit für Lampenschirme. Doch ganz hat sie ihr Hobby nie aufgegeben. „Ich bin kein Fernsehmensch“, sagt sie von sich. Und deshalb entstanden besonders in den letzten Jahren immer mehr Lampen. Die Gäste im Restaurant haben schon viele davon gesehen. „Und im meinem Haus stehen auch überall Lampen.“

Diese Stücke und viel mehr sehen die Besucher am Sonnabend. Quelle: Enrico Kugler

Vor etwa einem Jahr kam ihr die Idee, mit den Lampen nicht nur Familienangehörige zu beschenken, sondern auch für andere etwas Gutes zu tun. Weil Barbara Zerbe weiß, was es bedeutet, einen Menschen zu pflegen, möchte sie das Hospiz in Oranienburg gern unterstützen.

Und so wirbelt die 68-Jährige gerade in ihrer Gaststube, um all die bunten Lampen besetzt mit Fransen, Murano-Perlen und Spitzenborten ins rechte Licht zu setzen. Ein Jahr lang war sie besonders kreativ, um ihre Restbestände an Schirmen, Ständern und Stoffen zu verarbeiten. Bei Barbara Zerbe wird nichts weggeworfen, aus fast allem kann sie noch was machen. Eine lange Tafel voller Lampen-Unikate ist entstanden. Dazwischen sind Lavendelsäckchen, Kerzenständer und Kräutergläser drapiert – alles selbst gemacht. Auch Ohrringe, selbstgenähte Täschchen und hübsche Schlüsselanhänger sind zu sehen.

Vor dem Tresen in der Gaststube ist ein Tisch mit Kissen, Täschchen, Ohrringen und Tüchern aufgebaut. Auch das hat Barbara Zerbe selbst gemacht. Quelle: Enrico Kugler

Am Sonnabend wird nicht nur das Restaurant zum Ausstellungsraum. Auf dem Hof werden mehrere Zelte für einen Basar aufgebaut, denn die Wirtin hat Freunde, Bekannte, Gäste, Vereine und Geschäftsleute gefragt, ob die nicht auch etwas für das Hospiz geben würden. Und so können die Besucher am Sonnabend ab 13 Uhr jede Menge neue Küchenartikel, Toaster, Kaffeeservice, Bilder, DVDs und CDs, Kinderspielzeug, Rucksäcke und Kinderbücher erstehen. Der Erlös wandert in die Büchse für das Hospiz. Kaffee und Kuchen, den die Nachbarsfrauen backen, wird es geben. Und jede Menge zu erzählen. Wenn das Wetter schön ist, bleiben die Zelte auch am Sonntag noch stehen. Wer vielleicht auch noch eine gute alte Lampe, die auf dem Dachboden verstaubt, nicht mehr gebrauchen kann, ist bei Barbara Zerbe an der richtigen Adresse.

Info: Der Basar und die Ausstellung finden am Sonnabend, 12. August, ab 13 Uhr, im und neben dem Restaurant „Wenzel“ im Ernst-Thälmann-Weg statt (Telefon: 033051/2 53 38).

Von Andrea Kathert

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