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Ein Grab für eine Nacht

Ein Grab als Protest gegen Asylpolitik in Oranienburg Ein Grab für eine Nacht

Die Grablichter zeigten es an: Unbekannte hatten nach den Grabaushebungen vor dem Bundestag in Berlin auch in Oranienburg ein einzelnes Grab auf dem Platz vor dem Schloss errichtet. Auf der aufgehäufelten Erde wurden Blumen gepflanzt und ein Holzkreuz errichtet. Am Morgen räumte der Stadthof die Grabstelle weg. Rechtlich verfolgt wird die Sache nicht.

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Das Grab vor’m Schloss, am Morgen war es entfernt.

Quelle: Foto: privat

Oranienburg. Auch in Oranienburg hatten Unbekannte in der Nacht zum Montag eine symbolische Grabstelle mit Holzkreuz und Grablichtern auf dem Platz vor dem Schloss errichtet. Auf dem Pflaster des Platzes war Erde aufgebracht und bepflanzt worden, bestätigten Polizei und Stadtverwaltung.

Damit hat es in Oranienburg eine Fortsetzung des „Marsches der Entschlossenen“ von Berlin gegeben. Wie berichtet, waren am Sonntag tausende Demonstranten vor den Bundestag gezogen und hatten mehr als 100 Gräber ausgehoben _ aus Protest gegen die aktuelle Flüchtlingspolitik. Auf die ausgehobenen Gräber wurden Blumen gelegt und Kreuze mit Aufschriften wie „Grenzen töten“ oder „Stoppt Abschiebungen“ auf den Erdbergen errichtet. Demonstranten forderten, etwas zu tun, damit das Sterben im Mittelmeer aufhöre. Laut Polizeiangaben gab es Festnahmen wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung.

In Oranienburg ist das Grab vor dem Schloss am Montagmorgen vom Stadthof entfernt worden. Strafrechtlich sei die Graberrichtung nicht relevant, so die Auskunft der Polizei. Die Sache sei höchstens als Ordnungswidrigkeit wegen der Nutzung eines öffentlichen Platzes ohne Genehmigung zu ahnden.

Das Ordnungsamt der Stadt Oranienburg werde aber auch keine Schritte unternehmen, um die Errichtung des Grabes zu verfolgen, lautete die Auskunft der Pressesprecherin. Denn es liege keine Sachbeschädigung vor. Pflastersteine wurden nicht entnommen, sondern die Unbekannten hatten Erde nur aufgeschichtet.

Von Marion Bergsdorf

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