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Oberhavel Ein Grenzturm, der verbindet
Lokales Oberhavel Ein Grenzturm, der verbindet
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13:29 28.06.2015
S5 Jahre Naturschutzturm Bergfelde. Zwei 25-Jährige pflanzen zwei Bäume des Jahres. Quelle: Ulrike Gawande
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Bergfelde

Weit hörten Spaziergänger und Festbesucher am Samstagnachmittag die Trompetenklänge von Carsten Gabriel von den Berliner Philharmonikern über den Wald zwischen Bergfelde und Berlin schallen. Es klang fast schöner als in jedem Konzertsaal und ging doch unter die Haut. Die Gespräche der Menschen verstummten, denn der Musiker spielte seine weiche und doch kraftvolle Musik vom Dach des Naturschutzturms, diesem ehemaligen Grenzturm der Berliner Mauer, dort von wo einst die Suchscheinwerfer gnadenlos die Umgebung erhellten, um DDR-Flüchtlinge zu stellen.

Fast 30 Jahre lang war der Turm markanter Blickpunkt des Grauens auf dem ansonsten kahlen Todesstreifen im Wald. Im Juni 1990 wurde er von den Lehrern Helga Garduhn und Marian Przybilla für die Deutsche Waldjugend erstanden. So ist den beiden zu verdanken, dass der ehemalige Grenzturm nun als Naturschutzturm auf den ersten Blick kein Ort des Schreckens mehr ist, sondern imposant positiver Mittelpunkt des Festgeschehens, das anlässlich des 25. Geburtstages des Naturschutzturmes, vom Oberhaveler Regionalverband der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald organisiert worden war. Das Mahnmal ist umgeben von mehr als 80 000 Bäumen, die von diesen beiden rührigen Lehrern aus Ost und West mit ihren Jugendgruppen in den vergangenen 25 Jahren gepflanzten wurden, und die mittlerweile hoch gewachsen sind.

Ein buntes Programm hatte man für das Fest zusammengestellt: Passend zum Jubiläum pflanzten zwei 25-Jährige gemeinsam mit Max dem Dachs zwei Feldahorne, die Bäume des Jahres 2015, Beim Geocaching mit Lysann Steinbecher galt es, „spielerisch den Wald zu entdecken“ und ähnlich wie beim Baumalphabet Codes zu knacken. Kinder konnten mit Naturmaterialien basteln und malen. Erwachsene einen Tanzkurs besuchen oder Musik und Lesungen lauschen. Nur die sintflutartigen Regenfälle, die am Nachmittag für kuscheliges Gedränge unter den Festzelten und dem 2006 errichteten Allwetterpavillon sorgten, wo die Gäste mit Kuchen und anderen kulinarischen Köstlichkeiten verköstigt wurde, standen nicht auf dem Plan. Alle nahmen es mit Humor. Die Bergfelder Autorin Martina Rellin nutzte die Zeit, um die Besucher zu animieren, eine kleine persönliche Geschichte über den Wald zu verfassen. „Fantasie geht auch mit Regen!“ Keiner konnte oder wollte angesichts des Wetters flüchten. Die besten Texte wurden prämiert, ebenso wie die schönsten Dachs-Zeichnungen der Kinder.

Währenddessen duftete das Lamm am Spieß über das 4000 Quadratmeter große Gelände rund um den Naturschutzturm. Traditionell mitgebracht von ehemaligen bosnischen Kriegsflüchtlingen, die lange in Bergfelde wohnten, nun jedoch in Berlin leben und stets beim Sommerfest an diesen Ort, der Ost und West, Wald und Mensch sowie Geschichte und Natur verbindet, dabei sind.

Von Ulrike Gawande

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