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Oberhavel Ein Herz für Museen
Lokales Oberhavel Ein Herz für Museen
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02:16 21.10.2017
Wenn Anika Janke einmal Freizeit hat, liest die studierte Museumsmanagerin gerne politische Biografien oder steht in der Küche. Quelle: Foto: Ulrike Gawande
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Hohen Neuendorf

Schon als Kind besuchte Anika Janke aus Hohen Neuendorf mit ihrer Oma das Ofen- und Keramikmuseum in Velten. „Damals sah es noch ganz anders aus“, erzählt die 28-Jährige, die an der Regine-Hildebrandt-Schule in Birkenwerder Abitur gemacht hat.

Heute ist Anika Janke selbst Mitarbeiterin bei den Veltener Museen. Und sie hat sich auf die Fahnen geschrieben mit einer Crowdfunding-Aktion, die am 28. Oktober online auf der Plattform „Startnext“ beginnen wird, wenn es wieder brandenburgweit heißt „Feuer und Flamme für unsere Museen“, zur Rettung des Veltener Ofenmuseums beizutragen. 380 000 Euro sollen bis Februar 2018 zusammenkommen, damit der Förderverein des Ofenmuseums das 1,2 Millionen Euro teure, denkmalgeschützte Gebäude der Ofenfabrik Schmidt & Lehmann gemeinsam mit einer Stiftung erwerben kann. Doch Janke ist zuversichtlich, dass das Vorhaben klappen wird. Erste Spenden seien bereits eingegangen. „Crowdfunding ist nicht der einzige Weg, aber ein Modell der Zukunft, um Kultur privat mitfinanzieren zu können“, ist sie überzeugt. Auch die Hohen Neuendorferin hat schon Erfahrung mit Crowdfundingprojekten sammeln können. Während ihres Studiums an der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) finanzierte sie mit ihren Kommilitonen eine Studienfahrt zur Leipziger Museumsfachmesse „mutec“ mit Hilfe von dieser auch als Schwarmfinanzierung bekannten Methode.

Damals habe es für die Geldgeber kleine Dankeschöns gegeben. Ähnliches ist nun in Velten geplant. Je nach Höhe der zur Verfügung gestellten Summe, gibt es für die Geldgeber Murmeln aus Ton, Keramisches wie die Ofenspardose, aber auch „Zeit zu Zweit“ im Museum oder für spendable Firmen spezielle Events. Eigentlich aber wollte die 28-Jährige Geschichte studieren.

Doch in der elften Klasse, als sie sich noch in der Findungsphase befunden habe, weckte ein Bekannter ihr Interesse für die Museumskunde. „Ich war fasziniert. Es ist ein Rundumschlag und deckt alle Museumsgattungen inklusive Technik, Kunstgeschichte und Naturwissenschaften ab.“ Zumal sie selbst gern schon immer Museen besucht habe. Erst in Begleitung, ab der siebten Klasse auch eigenständig. „Früher war der Gedanke der Museumspädagogik noch wenig verbreitet.“

Am schönsten sei das Deutsche Technikmuseum Berlin gewesen. Und so entschied sich die Hohen Neuendorferin für das „Orchideenstudienfach“ Museumskunde, das so nur in Berlin und Leipzig angeboten wird, und spezialisierte sich für den Master auf Museumsmanagement und Kommunikation. Ihre Abschlussarbeit verfasste sie zum Thema „Museen als Genossenschaft“. „Kunsthistoriker sind Wissenschaftler, decken aber die weniger die Bereiche Marketing und BWL ab.“

Dabei gäbe es für Museen tolle Ideen, begeistert sich Anika Janke, die auch auf Reisen gerne die städtischen Museen besucht. „Das ist eine Berufskrankheit“, lacht sie. So erfahre man aber viel von den Orten, von der regionalen Geschichte. In Wellington hinterließ besonders das „Te Papa“, zur Geschichte und Kultur Neuseelands, großen Eindruck. „Das war riesig, ein ganzer Tag hat nicht gereicht. Und auf jeder Etage gab es eine Kinderstation mit pädagogischen Fachkräften.“

In Deutschland werde noch zu wenig versucht, zukünftige Besucher ins Museum zu locken. „Kinder sind wissbegierig und lieben Innovation. Führungen allein reichen da nicht aus.“ Velten mache dahingehend mit Tonentdeckerwerkstatt, Workshops und der Zusammenarbeit mit der Schule schon vieles richtig, lobt sie. Damit das auch in Zukunft so bleiben kann, hofft Anika Janke nun auf viele Spender.

Von Ulrike Gawande

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