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Oberhavel Ein Herz für Samtpfoten
Lokales Oberhavel Ein Herz für Samtpfoten
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00:19 23.09.2017
Zur Zeit leben rund ein Dutzend Katzen bei Angelika Bartsch. Während die Jungtiere bereits alle vermittelt sind, suchen die älteren Katzen noch ein Zuhause. Quelle: Ulrike Gawande
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Leegebruch

Schon ihr Vater habe verletzten Vögeln geholfen, erinnert sich Angelika Bartsch aus Leegebruch an ihre Kindheit. Dieses Helfergen hat er vermutlich an die heute 64-Jährige vererbt, die seit rund 20 Jahren in ihrem Leegebrucher Häuschen Katzen in Not eine Pflegestelle bietet.

Aber auch Kaninchen – sie züchtet Zwergwidder siamfarbig, Sohn Steffen Lohkaninchen –, Laufenten, Fische und eine zahme Elster, die als nackter Babyvogel abgegeben wurde, leben bei Familie Bartsch. Die Fürsorge für Katzen aber habe angefangen, als eine ehemalige Freundin ihres erwachsenen Sohnes ihre junge Katze nicht mehr haben wollte. Bei Angelika Bartsch fand sie ein liebevolles Zuhause. So wie heute rund ein Dutzend anderer Katzen, die jedoch – bis auf den achtjährigen Kater Lucky, der zur Familie gehört – nur vorübergehend in Leegebruch untergebracht sind.

Zwei Kater und ein Kätzchen, alle drei etwa zwölf Wochen alt, teilen sich zur Zeit das wie ein Wohnzimmer eingerichtete Katzenzimmer. Sie stromern über Sofa und Tisch, toben um Kratzbäume herum und balgen sich um die Spielzeugmaus. Man nutze den Raum gerne zum Fernsehen gucken, da man so gleichzeitig den Jungkatzen Zuwendung und Streicheleinheiten zukommen lassen könne. „Katzen brauchen viel Kontakt.“

Manchmal werden sogar neugeborene Katzen bei Angelika Bartsch abgegeben. „Das Aufziehen mit der Flasche ist ein Fulltime-Job“, gibt Bartsch zu. Alle zwei Stunden haben die Kleinen zu Beginn Hunger, erst nach einigen Wochen kann die Leegebrucherin nachts wieder durchschlafen. Es habe sich herumgesprochen, dass sie sich um bedürftige Katzen kümmere. Manchmal klingele sogar nachts das Telefon. Eine Katze wurde in Zehlendorf gefunden, eine andere in Sachsenhausen. „Wir sind für Oranienburg und seine Ortsteile zuständig“, erklärt Angelika Bartsch, denn als Vorsitzende des 1999 gegründeten Vereins der Oranienburger Tierfreunde kümmert sie sich ehrenamtlich um in Not geratene Samtpfoten.

Die jedoch, wenn sie als wildlebende Tiere eingefangen werden, oft alles andere als zahm sind. „Sie fauchen, knurren und hauen schon mal zu“, erzählt Angelika Bartsch. „Wildlebende Katzenmütter werden kastriert“, erklärt die Rentnerin. Sie setzt sich dafür ein, dass für alle Freigänger eine Kastrations- und Chippflicht eingeführt wird. Auch um Kosten zu sparen. So gibt Oranienburg derzeit einen Zuschuss für die Kastration wildlebender Katzen. Futter und Tierarztrechnungen für die Tiere, um die sich der Tierfreundeverein kümmert, werden aus Spenden und Beiträgen der rund 90 Mitglieder finanziert.

Mit viel Mühe und unendlich viel Liebe macht Bartsch aus den wilden Exemplaren zahme Stubentiger, die sie dann gerne weitervermittelt. Stets nur mit Tierschutzvertrag, in dem sich die neuen Katzenhalter verpflichten müssen, ihr Tier kastrieren zu lassen. Viele halten über Jahre Kontakt zu ihr, schicken Fotos der Vierbeiner.

Doch nicht immer funktioniere es, die wilden Katzen zu zähmen. Und so sucht die 64-Jährige, die nach ihrer Ausbildung zur Krankenschwester alte Menschen betreut und dann bis zur Rente im letzten Jahr 25 Jahre lang in den Behindertwerkstätten der Caritas St. Johannesberg in Oranienburg gearbeitet hat, auch Familien, die ein Kätzchen nicht als „Schmusetiger“ für die Wohnung, sondern für draußen zum Mäusefangen suchen. Für fünf solcher nicht zahmen Katzen würde Bartsch derzeit gerne ein geeignetes Zuhause mit Schuppen oder Stall finden.

Telefon: 03301/ 538 887 oder www.oranienburger-tierfreunde. com

Von Ulrike Gawande

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