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Ein Ingenieur auf dem richtigen Platz

Der Zweckverband von Liebenwalde Ein Ingenieur auf dem richtigen Platz

Denny Kunz ist 39 Jahre alt und hat die Aufgabe gefunden, die ihm richtig Spaß macht. Er ist Verbandsingenieur des Trink- und Abwasserzweckverbandes Liebenwalde und hat viel mit Projekten, Planungen und vor allem der Kläranlage zu tun. Als Diplom-Ingenieur für technischen Umweltschutz passt das für ihn wie die Faust aufs Auge.

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Denny Kunz ist der neue TAV-Verbandsingenieur.

Quelle: Andrea Kathert

Liebenwalde. Denny Kunz hat den Arbeitsplatz und die Aufgabe gefunden, die er sich immer vorgestellt hat. Seit 1. November des vorigen Jahres ist er Verbandsingenieur beim Trink- und Abwasserzweckband Liebenwalde. Sein Studium für Umwelttechnik, zu dem in der Spezialrichtung der Bau von Kläranlagen gehört, passt genau. Keine Sekunde muss der 39-Jährige überlegen, um sagen zu können: „Die Arbeit macht mir Spaß. Ich kann an Projekten arbeiten, und sehe, wie was entsteht.“ Von der Idee, über die Planung bis zum Bauwerk alles mit zu verfolgen, und zu denken, das hält jetzt 50 Jahre,das ist spannend für ihn.

Groß geworden ist Denny Kunz in Salzwedel, einem Städtchen in der nordwestliches Ecke von Sachsen-Anhalt, zehn Kilometer von der ehemaligen Grenze entfernt. In den Westen hat es ihn nie gezogen, er studierte nach dem Abi lieber in Magdeburg bei „Otto von Guericke“. Doch mit seiner Fachrichtung Physik war er nicht ganz glücklich. An der TU in Berlin entdeckte Kunz stattdessen den Studiengang technischer Umweltschutz und wusste sofort: Das ist es. Als Spezialisierung suchte er sich Wasser heraus. „Ich glaube, das Wasser wird einmal das größte Problem für die Menschen werden.“ Mit solch einer Ausbildung kann man überall auf der Welt Arbeit finden, war sich Denny Kunz sicher. Nun ja, die große weite Welt ist es noch nicht geworden. Aber ehrenamtlich geht es in diese Richtung. Kunz arbeitet für einen internationa tätigen Entwicklungsverein, der zum Beispiel Planungen für Wasseranlagen erstellt. Den verein könnte man vergleichen mit „Ingenieure ohne Grenzen“.

Aber statt im Ausland fing Kunz nach dem Studium erst mal in einem Planungsbüro in Schwerin an. Doch weil seine Frau und die beiden Kinder in Berlin geblieben waren, hielt er Ausschau nach einer anderen Arbeit. Gelandet ist er nun schließlich in Liebenwalde, die Aufgabenbeschreibung als Verbandsingenieur passte für ihn wie die Faust aufs Auge. Im Moment steckt er schon mitten in seinem ersten Projekt. Der Zweckverband verlegt in der Seepromenade in Liebenwalde neue Leitungen. Dafür konnte der Verbandsingenieur schon die Planung übernehmen. „Bisher mussten wir für solche Aufgaben immer fremde Ingenieurbüros binden.“

Im nächsten Jahr geht es eine Straße weiter. Der bisher unbefestigte Abschnitt der Straße „Häuser am See“ wird ausgebaut. Dort wird der Zweckverband wahrscheinlich auch die Leitungen erneuern.

Hier am Einlassbecken sind die Korrosionen am Beton zu sehen

Hier am Einlassbecken sind die Korrosionen am Beton zu sehen. An dieser Stelle kommt das Schmutzwasser aus Neuholland, aus Liebenwalde sowie aus Schmachtenhagen, Zehlendorf, Wensickendorf und Zühlsdorf an.

Quelle: Kathert

Als Verbandsingenieur gehört die Optimierung der Kläranlage zu den Aufgaben von Kunz. Und gerade gibt es ein spannendes Thema. Weil immer mehr Abwasser über Druckleitungen und nicht über freies Gefälle zum Klärwerk gelangt, bildet sich in den geschlossenen Leitungen Schwefel-Wasserstoff. Wenn dieses Gemisch mit Luft in Berührung kommt und ausgast, riecht es nicht nur äußerst unangenehm, sondern greift vor allem den Beton an. Dort, wo die Überleitungen im Klärwerk ankommen, ist die Betonkorrosion deutlich zu sehen. Selbst der Armierungsstahl im Beton wird mit angegriffen. Deshalb steht die Sanierung des Einlaufbeckens, der Überlaufrinne zum Rechenraum und des Rechens selbst an – das alles gehört zur mechanischen Vorreinigung.

Das ist der Rechen, wo die mechanische Vorreiningung passiert

Das ist der Rechen, wo die mechanische Vorreiningung passiert. Auch er muss mit saniert werden.

Quelle: Kathert

Gerade in diesem Fall arbeitet Kunz eng mit dem technischen Leiter der Kläranlage, Wolfhard Raasch, zusammen. „Mit dem komme ich prima klar“, sagt er. Die beiden Fachleute ergänzen sich offenbar gut. Die knifflige Aufgabe für die Männer besteht darin, die Sanierung des Rechenraums bei vollem Betrieb zu realisieren. Es muss eine Ausweichanlage gebaut werden. Im Herbst soll es losgehen. „Solche Aufgaben machen mir Freude, man lernt immer was dazu“, strahlt Denny Kunz. „Das ist eine tolle Herausforderung.“

Von Andrea Kathert

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