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Oberhavel Ein Juwel im Kokon
Lokales Oberhavel Ein Juwel im Kokon
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00:29 05.08.2015
Schlossgärtner Mathias Gebauer (r.) ließ die Besucher an seiner Begeisterung für die alten Zernikower Maulbeerbäume teilhaben. Quelle: Margot Schöning
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Zernikow

Mathias Gebauer, den beim 15. Maulbeerfest am Sonnabend in Zernikow alle nur den königlichen Gärtner nannten, ließ an seiner Begeisterung für die einzigartige Maulbeerbaumallee alle Besucher teilhaben. Der Landschaftsarchitekt, der bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten für die Schlössergärten Rheinsberg und Schönhausen (Pankow) zuständig ist, bot den vielen Gästen zwei historische Führungen an. Er zog jeweils mit einem interessierten Tross vom Gutshof, wo ein großes Marktgetümmel rund um die Maulbeere stattfand, zu der 800 Meter langen Maulbeerbaumallee.

200 immergrüne Bäume säumen den Weg zwischen Gut und Mühle. Darunter auch 30 historische Exemplare, alle cirka 250 Jahre alt. Aber auch die gut 40 im Jahrhundert danach gepflanzten Bäume beeindruckten durch Aussehen, Ertragskraft und Vitalität. Ebenso die Aktivitäten der Initiative Zernikow, die zusammen 10000 Euro Spendenmitteln aufbrachte, um die Bäume in diesem Frühjahr fachgerecht beschneiden zu lassen. Bis auf drei Bäume tragen nun alle wieder Grün. Der Notschnitt war notwendig geworden, weil immer mehr der alten Maulbeeren umzufallen drohten. Der fachgerechte Schnitt hilft den Bäumen ihre Last zu tragen. „Der Maulbeerbaum ist eine biologische Rarität. Bestimmte Enzyme halten Insekten von seinen Blättern fern“, erklärte Gebauer.

Die ersten Maulbeerbäume hatte Michael Gabriel Fredersdorff nach 1740 pflanzen lassen, als Friedrich II. seinem geheimen Kämmerer das Gut schenkte. Dichterfürst Theodor Fontane schrieb später, Fredersdorff habe aus einer Sandscholle ein Mustergut geschaffen. Die Seidenraupenzucht und somit die Fressgrundlage – Maulbeerbäume – spielte dabei die Hauptrolle. Friedrich der Große hatte sich in die Seidenraupenzucht verrannt, um Geld für den Import überaus teurer Seiden aus China und Frankreich zu sparen. Doch Deutschland war klimatisch kein Seidenraupen-Land. Die wunderbar sternförmig um das Gut angelegten Alleen aus Rotbuchen, Hainbuchen, Ulmen, Linden, Kastanien, Pflaumen und natürlich den Maulbeerbäumen wurde schon 1938 zum Kulturgut erklärt und sind im Alleenland Brandenburg ein einzigartiges Herzstück und somit auch des ambienten Maulbeerfestes. Doch Mathias Gebauer bot den Festbesuchern noch mehr. Er hatte an der Alleentafel einen kleinen Tisch aufgebaut, auf dem in einem Karton muntere Seidenraupen in viel Maulbeerbaumlaub umher krochen. Am lebenden Objekt, an Seidenraupen-Kokons und am in Scheiben geschnitten Maulbeerbaumholz erklärte er die Seidenraupenzucht. Dabei erfuhren die Besuchen, das 20 000 Kokons ein Seidenkleid ergeben und 7 000 Stück einen Schal. Wer wollte, konnte eine Seidenraupe in die Hand oder ein Stück des harten interessant gemusterten Holzes mit nach Hause nehmen. Auf dem Gutsgelände war im Waagehaus das Prozedere der Seidengewinnung und des Spinnens dann in Natura zu erleben.

Im alten Schafstall erfreuten unter anderem viele Sorten Maulbeerkuchen und Maulbeerbrot das zum Teil von weit angereiste, interessierte Publikum. Die Bratwürste allerdings waren schon nach zwei Stunden ausverkauft. Mit so vielen, in die Hunderte gehenden Besuchern hatten die Veranstalter von der Initiative nicht gerechnet.

Von Margot Schöning

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