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Oberhavel Ein Kraftakt im Klärwerk
Lokales Oberhavel Ein Kraftakt im Klärwerk
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02:15 23.06.2017
Der große Rechen soll im Rücklauf verklebte Faserreste aus dem Klärschlamm „herausfischen“. Quelle: Enrico Kugler
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Liebenwalde

Dienstagvormittag – auf der Kläranlage in Liebenwalde startet der Probebetrieb für einen zusätzlichen Rechen. So unspektakulär wie das klingt, ist das Projekt auf keinen Fall. Sieben Firmen waren nötig und die Mitarbeiter schufteten eine Woche Hand in Hand, um diesen zusätzlichen Abscheider in den Kreislauf der Schmutzwasseranlage einzubinden. Ein wahrer Kraftakt, der alle Beteiligten gestern aufatmen ließ: Der Rechen funktioniert. Auf dem Band waren die ersten fasrigen, modderartigen Rückstände zu erkennen.

So groß fiel die Baugrube aus, um an die Rücklaufleitung überhaupt ranzukommen. Quelle: Enrico Kugler

Die ganze Arbeit, die sich die Firmen und die Klärwerker gemacht haben, hat einen guten Grund. „Auf den Belüftungsgittern sind zu viele Ablagerungen“, sagt Wolfhard Raasch. Deshalb gelangt praktisch zu wenig Luft in das Belebungsbecken. Die Prozesse in der Kläranlage können nicht optimal laufen.

Hier liegt der Rechen noch unberührt auf der Baustelle. Quelle: Enrico Kugler

Was sich da auf den Belüftungsschlitzen abgelagert hat, sind so genannte Verzopfungen. Kleinste Fasern, die eigentlich schon einmal zerkleinert waren, verbinden sich wieder miteinander und zwirbeln sich wie zu Zöpfen zusammen. Durch den geschlossenen Kreislauf der Anlage gelangen sie immer wieder in das Belüftungsbecken und richten dort Schaden an. „Alles, was stoffartig ist und in der Toilette landet, führt zu diesen Verzopfungen“, sagt Raasch. Das sind zum Beispiel Feuchttücher, beschichtetes Toilettenpapier und andere Hygieneartikel. „Vor 15 Jahren hätten wir solch einen Rechen nicht gebraucht“, meint der technische Leiter. Damals war zum Beispiel der Zelluloseanteil im Toilettenpapier höher.

Das gesamte Umbauprojekt passierte bei laufendem Betrieb. Für zwei Stunden durfte gar kein Schmutzwasser in die Anlage gelangen. Der Umbau selbst dauerte eine Woche. Quelle: Enrico Kugler

Bei dem geschlossenen System der Kläranlage wird das Schmutzwasser zunächst im Rechenhaus grob von allem befreit, was nicht in die Anlage gehört: Scheuerlappen, Knochen, Windeln und andere unangenehme Sachen. Feinere Fasern mogeln sich dabei durch und gelangen trotzdem über den Sandfang in den Verteiler und von dort in das Belebungsbecken. Von da aus starten sie immer wieder den Weg in das Nachklärbecken, dann über die Rohrschnecken wieder in den Schlammrücklauf und landen erneut im Belebungsbecken. An keiner Stelle konnten sie bisher entfernt werden. Doch nun gibt es den Rechen, der die Verzopfungen über ein Band herausfischt, selbstständig komprimiert und sich dabei auch noch selbst reinigt. Um das Bauteil in den Kreislauf einbinden zu können, musste ein riesiges Rohr-T-Stück wie eine Art Bypass eingebaut werden. „Die Rücklaufleitung liegt aber dreieinhalb Meter tief in der Erde“, meint Raasch. Schon die Aufgabe, überhaupt an die Rohre ranzukommen, erwies sich als erster Kraftakt. Ein riesiger Verbau musste angelegt werden, um den Bypass einbauen zu können.

Per Kran wurde der Rechen an seinen richtigen Platz gehievt. Quelle: Enrico Kugler

Die eigentliche Herausforderung war, die Aktion bei laufender Kläranlage zu bewältigen. Am vergangenen Montag wurden deshalb alle Pumpwerke abgestellt. Auch aus dem Nachbarzweckverband, dem NWA Zehlendorf, durfte kein Schmutzwasser fließen. Für genau zwei Stunden war das gesamte Abwassersystem lahmgelegt. Mehr Zeit hatten die Männer nicht, dann musste die Anlage weiterlaufen. Es klappte, alles ging gut. Wolfhard Raasch holt jetzt noch tief Luft, wenn er daran denkt. Dass auch noch ein Spezialschieber mit langer Lieferzeit nötig wurde, erschwerte die Arbeiten zusätzlich und zehrte an den Nerven der Mitarbeiter.

Für alle Beteiligten waren es aufregende Tage. Quelle: Enrico Kugler

Doch gestern entspannten sich die Gesichter der Männer. Bis auf Restarbeiten wie eine Überdachung und neues Pflaster legen, ist das Schwerste geschafft. „Jetzt haben wir viel weniger Störeinflüsse“, strahlte Wolfhard Raasch. Schließlich fährt die Anlage bei 20 000 Einwohnerwerten an ihrer Obergrenze. Nicht ganz so entspannt, sah Geschäftsführerin Jana Trampe aus. „Das gesamte Projekt kostet uns grob geschätzt 150 000 Euro“, meint sie. „Das war’s für dieses Jahr mit Investitionen.“

Von Andrea Kathert

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