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Ein Lauf für ihre Stadt

Oranienburg Ein Lauf für ihre Stadt

Die Jungen und Mädchen der Kinderschule Oberhavel haben sich für den 800. Geburtstag ihrer Stadt ein besonderes Geschenk einfallen lassen: Einen Rundenlauf, bei dem Schüler, Lehrer, Mamas und Papas alles gaben. 800 Runden wollten sie laufen. 963 sind es geworden. Hut ab!

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800 Runden wollten sie laufen, 963 haben sie geschafft. Die Schüler der Kinderschule gaben alles bei ihrem Lauf rund um ihre Schule. Mancher der kleinen Läufer wollte gar nicht aufhören.

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg. In der Kinderschule Oberhavel in Eden ist der Mittwoch kein normaler Schultag. „Die Kinder sind tierisch aufgeregt, den ganzen Tag herrscht hier ein Gewusel im Haus“, sagt Anikke Knackstedt, eine der beiden Schulleiterinnen. Statt der üblichen Nachmittagsbeschäftigung sind die Kinder nur auf ein Ereignis fixiert: den Rundenlauf für das Oranienburger Stadtjubiläum. „800 Runden wollen wir schaffen“, meint die andere Schulleiterin, Andrea Mischke. Aber eigentlich ist das Ergebnis nicht so wichtig. Dabei sein ist alles, das Gefühl, gemeinsam etwas geschafft zu haben, ist das Entscheidende. Und schon mal vorweg: Sie haben es geschafft. Und wie. 963 Runden sind zusammengekommen. Oranienburg kann also noch älter werden.

37 Kinder der Schule machten mit beim Rundenlauf

37 Kinder der Schule machten mit beim Rundenlauf.

Quelle: Enrico Kugler

Kathrin Schwock, die Sportlehrerin, hatte die Idee für den Jubiläumslauf. „Für die Kinder war der Spendenlauf immer ein Ereignis.“ Die Sportlehrerin hatte mal kurz überschlagen, 600 Runden waren die Kinder immer gelaufen. Da geht doch noch was. Und weil es in der Festwochenzeit des Stadtjubiläums nie geklappt hat, ist der Rundenlauf nun eine schöne Idee, das Jubiläum zu würdigen und gleichzeitig einen tollen Auftakt für das neue Schuljahr zu feiern.

Mit Kind und Kegel und Hund kamen die Läufer angerückt

Mit Kind und Kegel und Hund kamen die Läufer angerückt.

Quelle: Enrico Kugler

„Ich hab einfach Lust darauf“, sagt die achtjährige Hannah. Mit ihrem roten Band um die Stirn sieht sie richtig motiviert aus. „Wir sind beste Freundinnen“, schiebt Enya hinterher. Und obwohl die Neunjährige ein wenig angeschlagen ist, „möchte ich genauso viele Runden laufen wie Hannah.“ Ist schon klar, beste Freundinnen eben. Die Aufwärmung mit der Sportlehrerin fällt ziemlich kurz aus. Irgendwie können es die Kinder nicht erwarten, die Erwachsenen aber genauso wenig. Denn Lehrer, Eltern und Freunde laufen auch mit. Etwas früher als geplant macht sich also die erste Gruppe auf den Weg rund um die Schule. 350 Meter misst eine Runde. Vor dem Schuleingang steht das Büfett zur Stärkung. Apfelstücke, Paprika, Kekse, Kuchen, Brezeln und Salzstangen stehen auf den Tischen. Die Kinder haben selbst gebacken. Und natürlich die Muttis.

Nach jeder Runde gab es einen Stempel auf der Teilnehmerkarte

Nach jeder Runde gab es einen Stempel auf der Teilnehmerkarte.

Quelle: Enrico Kugler

Während die meisten der kleinen und großen Läufer nach der ersten Runde tapfer an den leckeren „Verführungen“ vorbeilaufen und die nächste Runde angehen, hat sich Jonah umentschieden, er muss sich erst mal stärken, hauptsächlich mit Gummitierchen. „Ich schaffe noch eine Runde, ganz sicher“, sagt er mit vollen Backen. Auch Anikke Knackstedt hat ihre erste Runde hinter sich und ist außer Puste. „Oh je, die Kinder sind ganz schön vorneweg geprescht“, schnieft sie ein wenig und gibt ihre Stempelkarte an Andrea Mischke ab. Die beiden sind eben ein Team.

Für die Erwärmung hatten die Kinder nicht viel Zeit, sie wollten so schnell wie möglich los laufen

Für die Erwärmung hatten die Kinder nicht viel Zeit, sie wollten so schnell wie möglich los laufen.

Quelle: Enrico Kugler

Immer neue Gesichter tauchen vor dem Schulhaus auf und legen gleich los. Schüler, Mamas, Papas, Lehrer und Freunde _ alle haben Spaß, obwohl die Gesichter der Erwachsenen von Runde zu Runde mehr Farbe bekommen.

„Ich bin ein guter Flitzer“, streckt Paul sein Brust raus. Er ist erst Vier, aber seine Schwester Emma besucht schließlich die Kinderschule. Und so traben die beiden gemeinsam los. Für Paul endet die erste Runde tränenreich, er ist gestürzt. Aber die tröstenden Worte der Mama und ein paar Süßigkeiten vom Büffet lindern den Schmerz. Kurz vor der Zielgeraden jeder Runde können die Läufer gar nicht anders, als weitermachen. Erzieherin Lilly vollführt Freudensprünge im Sekundentakt und wedelt mit ihren Püscheln à la Cheerleader wild in der Luft herum.

Mamas, Papas, die Teammitglieder und Freunde der Schule waren dabei, jede Runde zählte

Mamas, Papas, die Teammitglieder und Freunde der Schule waren dabei, jede Runde zählte.

Quelle: Enrico Kugler

Manche Väter wollen sich keine Blöße geben. Papa Rayk macht das erste Mal halt, als sein weißes T-Shirt schon schweißnass ist. Nein, er ist weiß Gott kein trainierter Läufer, meint er. „Ich bin so suboptimal vorbereitet“ und zeigt auf seine Straßenschuhe und die Jeans. Egal, was zählt ist der Spaß.

Und den hat auch die blonde Hündin Lola, die mit der neunjährigen Klea um die Schule trabt. Für Fragen von Journalisten, die nur am Rande rumstehen, hat sie keine Zeit. „Ich muss weiter, ich fang jetzt meine zweite Karte an.“

Ein Geschenk an ihre Stadt

Die Kinderschule Oberhavel in Eden hat mit ihrem Rundenlauf eine Aktion 800-jährige Stadtjubiläum von Oranienburg nachgelegt.

Zusammengekommen sind bereits nach einer Stunde 963 Runden. es gab für jeden Teilnehmer eine Urkunde.

Mitgelaufen sind 21 Kinder der ersten bis dritten Klasse, 16 Kinder der vierten bis sechsten Klasse, fünf Geschwisterkinder und 23 Erwachsene aus dem Schulteam, Eltern, Helfer und Freunde.

Zurzeit besuchen 49 Kinder von der ersten bis zur sechsten Klasse die Kinderschule Oberhavel in Eden. 2002 wurde sie gegründet.

Von Andrea Kathert

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