Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Ein Mann mit vielen Ideen

Velten Ein Mann mit vielen Ideen

24 Jahre lang war Ute Gniewoß Pfarrerin in Velten. Hat die Gemeinde mit ihrem Engagement geprägt. Nun hat sich nach ihrem Wechsel im Mai in eine Berliner Gemeinde, endlich ein Nachfolger für die Veltener Kirche gefunden: Markus Schütte aus Neuruppin. Ein Theologe mit viel Erfahrung, der mit ganzem Herzen Brandenburger ist.

Velten 52.689250346179 13.181347178296
Google Map of 52.689250346179,13.181347178296
Velten Mehr Infos
Nächster Artikel
Mit Stasi-Methoden gegen den Schiri-Chef

Theologe und Hobbymusiker Markus Schütte vor der evangelischen Kirche in Velten. Er ist der neue Pfarrer im Ort.

Quelle: Enrico Kugler

Velten/ Marwitz. „In der Kirche der Zukunft müssen Menschen mehr einbezogen werden“, mit diesen Gedanken hatte sich Pfarrerin Ute Gniewoß im Mai von ihrer alten Gemeinde in Velten verabschiedet, um nach 24 prägenden Jahren in der Ofenstadt eine Stelle an einer Berliner Gemeinde anzunehmen. Nun hat der Gemeindekirchenrat einen neuen Pfarrer für Velten und Marwitz gefunden, der mit zwei Gottesdiensten am 8. Januar seinen Dienst antreten wird. Einstimmig hatte man sich unter mehreren Bewerbern, die sich jeweils mit Gottesdiensten der Gemeinde vorgestellt hatten, für Markus Schütte entschieden, der als Pfarrer bis gestern an der evangelischen Schule Neuruppin tätig war.

Schütte organisierte 2001 den Kirchentag in Potsdam

In Velten tritt der 48-jährige, gebürtige Brandenburger in große Fußstapfen. Doch Schütte ist erwartungsfroh und motiviert. „Ich war gerne an der Schule, aber ich bin Pfarrer und wollte wieder in einer Gemeinde arbeiten“, so der Theologe, der 2001 den Kirchentag und die Kirche auf der BUGA in Potsdam mitorganisiert und als Stadtpfarrer von Potsdam die Adventskapelle auf dem Weihnachtsmarkt etabliert hat. „Die Gemeinde Velten/ Marwitz ist eine attraktive Aufgabe mit der Verbindung von Stadt und Dorf. Die Menschen sind offen. Wir fühlen uns eingeladen, willkommen.“

Auf die Wünsche und Vorstellungen der Gemeinde achten

Doch trotz seiner großen Erfahrung kommt Schütte keineswegs mit einem fertigen Konzept. „Ich will die Menschen besuchen, mit ihnen ins Gespräch kommen und hören, was sie sich erhoffen und was ihnen fehlt.“ Gemeinsam soll dann ein Konzept für die Gemeindearbeit, die für den Theologen an erster Stelle steht, erstellt werden. „Ich will nicht nur Angebote für Kinder, Jugendliche und Senioren unterbreiten, sondern auch das mittlere Alter berücksichtigen. Familie, Beruf und Kirche verbinden.“ Im Visier hat er auf jeden Fall einen neuen Gemeindebrief sowie eine eigene Homepage für die Gemeinde.

Glaube trifft auf Naturwissenschaft

Aufgewachsen in einem ökumenisch, kirchlich-sozial geprägten Elternhaus – Vater und Schwester waren katholisch, die Mutter evangelisch – konvertierte Schütte erst mit 20 Jahren zum evangelischen Glauben. „Seit meiner Jugend beschäftigt mich die Grundfrage, wie man christliche Traditionen und modernes Welterleben zusammenführen kann. Wie man Altes bewahren und trotzdem mit dem Neuen, wie der Technik, leben kann.“ Ein Thema, das im Schütteschen Haushalt heute tagtäglich gelebt und vereint wird, denn Schüttes Frau, der vierfache Vater ist in zweiter Ehe verheiratet, ist Astrophysikern an der Universität in Potsdam. Religiöser Glaube trifft so völlig selbstverständlich auf naturwissenschaftliche Gedanken.

Traum vom Studium in Jerusalem

Markus Schütte hatte Ende der 80er Jahre eine Ausbildung zum Krankenpfleger absolviert, da ihm Abitur und Studium in der DDR verwehrt worden waren. Doch dann kam die Wende. „Alles war möglich“, so Veltens zukünftiger Pfarrer. Erst holte er auf einer Abendschule sein Abitur nach, um bei einer Israelreise seine Liebe zur Theologie wiederzuentdecken. So begann er 1993 ein Theologiestudium an der Berliner Humboldt-Universität. „Es war ein langer Weg, aber eine tolle Zeit. Latein, Griechisch und Hebräisch musste ich von der Pike auf lernen.“ Nur seinen Traum eines Gastsemesters an der Universität in Jerusalem konnte er nicht realisieren. Nach dem Vikariat arbeitete er ab 2004 als Stadtkirchenpfarrer in Potsdam, machte sich vor allem einen Namen für seine Jugendarbeit. „Ich bin von Herzen Brandenburger.“ Seit 2011 war er dann Schulpfarrer in Neuruppin.

Gemeindearbeit geht bei Schütte über Kirche hinaus

Doch stets ging seine christliche Arbeit weit über die Kirchgrenzen hinaus. Er pilgerte mit Jugendlichen, engagierte sich für Flüchtlinge und hielt öffentliche Andachten gegen rechte Gewalt. Und er holte Kultur in die Kirchen. „Ich liebe Musik von Bach, Paul Gerhard bis Klezmer und mag die Psalmen“, gerät der Theologe zum Thema Musik ins Schwärmen. Stets sang er an seinen Wirkungsstätten als Bass im Chor, mal mit 120 Sängern, mal im Doppelquartett und auch mal solistisch.

„Ich besuche auch Konzerte, soweit es mit zwei kleinen Kindern möglich ist. Besonders gerne höre ich die Matthäuspassion, aber viel lieber mache ich selber Musik“, so Schütte, der auch die Pfarrers-Gitarre spielt. Den Ökumenischen Chor in Velten wird es freuen.

Von Ulrike Gawande

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oberhavel


57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg