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Ein Model aus der Ofenstadt

Velten Ein Model aus der Ofenstadt

Model Annabelle Rieß, die in Velten aufgewachsen ist, jettet für Werbedrehs und Fotoshootings um die ganze Welt. Unter anderem modelt sie für Marken wie Opel, Fielmann oder Esprit. Ihrer Heimatstadt Velten blieb die 27-Jährige aber immer treu. Manchmal hilft sie ihren Eltern noch bei der Gartenarbeit.

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Hier posiert Anabelle Rieß bei einem Fotoshooting in Athen. Früher musste sie oft auf Castings, heute wird sie immer mehr direkt gebucht.

Velten. Wie viele hunderttausende Kilometer sie in den vergangenen Monaten in Fliegern abgespult hat, kann Annabelle Rieß nicht sagen. Das Model, aufgewachsen in der Ofenstadt, ist gefragt bei Marken auf der ganzen Welt. Opel, Fielmann, Esprit oder MCM gehören zum Portfolio der schönen Veltenerin. Für Fotoshootings und Werbespots reist sie dafür über den Erdball. „Unterwegs bin ich in Europa, also Paris, London, Mailand, auch Barcelona, Kopenhagen, Athen, aber auch bis hin zur Küste Brasiliens, Seoul oder Beirut“, sagt die 27-Jährige. Annabelle drehte auch schon einen TV-Werbespot für den Smart, posierte für Internetkaufhäuser wie Amazon oder Zalando und lief bei der Berliner Modemesse „Bread & Butter” über den Laufsteg.

Im Jahr 2012 ging ihr Stern auf. Mit einem schwarzen Mini-Kleid war Annabelle in der Auftaktsendung zur siebten Staffel der Pro 7-Casting-Show „Germany’s Next Topmodel“ auf den Catwalk getreten, um die Jury um Heidi Klum von sich zu überzeugen. Die damals 23-Jährige setzte sich gegen rund 15 000 Bewerberinnen durch, in der Sendung kam die Blondine dann bis unter die letzten 13 Kandidatinnen. In der achten Folge war damals Schluss für Annabelle. Beim Dreh in Mexiko warf ihr die Jury vor, nicht genug Pfeffer im Hintern zu haben und zu klug daherzukommen. Die Kandidatin startete dennoch als Model durch.

Ihre größte Stärke sieht Annabelle in ihrer natürlichen Ausstrahlung, sie wirkt niemals aufgesetzt wie manch andere Laufsteg-Schönheit. Regelmäßig hilft sie ihren Eltern bei der Gartenarbeit auf deren Veltener Grundstück, für ein MAZ-Fotoshooting kehrte sie vor ein paar Jahren ins Bollhagen-Gymnasium zurück, wo Annabelle einst ihr Abitur gemacht hat. Auch für die dortige Schülerzeitung ließ sie sich interviewen, nahm sich mehr als eine Stunde Zeit. Beim Neujahrsempfang in der Ofenstadthalle war Annabelle auch schon zu Gast. Doch allzu oft schafft sie es derzeit nicht in ihre Heimatstadt, manchmal ist das Model mehrere Wochen lang für einen Auftrag unterwegs. „Zeit ist nicht immer, aber umso mehr genieße ich dann die Veltener Luft.“

Die Heimat, das macht Annabelle klar, ist und bleibt ihr aber wichtig. Beim Smalltalk am Set eines Fotoshootings wurde sie einmal gefragt, worauf sie in ihrem Leben stolz ist. „Dann fiel mir immer das Stück ,Dynamit zum Tee’ ein, das wir im Kurs ,Darstellendes Spiel’ gespielt haben.” In Velten sei sie aufgewachsen, zur Schule gegangen, habe Freundschaften geschlossen. „Mit dieser Stadt verbinde ich viele schöne Erinnerungen und meine Heimat.“ Sie sei immer gerne dort. Besonders Veranstaltungen wie die Mixed-Pickels-Woche, der Weihnachtsmarkt am Ofenmuseum oder den Ofenstadt-Cup finde sie super.

Das Modeln will Annabelle, die in Berlin lebt, aber nicht lassen. Zu sehr faszinieren sie die Städte, die Menschen, die Shootings. „Ich lerne unterschiedlichste Kulturen und Menschen kennen und habe einen abwechslungsreichem ,Stundenplan’. Das lässt keinen Raum für Monotonie“, sagt das Model.

Annabelle ist bei der Berliner Agentur „Indeed Models“ unter Vertrag, die ihre Kontakte zu internationalen Agenturen koordiniert. Am Anfang musste sie öfter zu Castings, um an Aufträge zu kommen. „Heute habe ich immer mehr direkte Buchungen.“ Wichtig hierbei seien die Sozialen Medien wie Instagram oder Facebook, die Aushängeschild des Models sind. Hier zeigt Annabelle Motive von Fotoshootings, aber auch privaten Terminen. Auf dem letzten Eintrag ist die 27-Jährige beim Besuch im Bundestag zu sehen. „Übst du schon mal?“, kommentiert ein Nutzer in Anspielung auf eine eventuelle politische Karriere des Models.

Tatsächlich hat sich Annabelle nie nur auf das Modelgeschäft verlassen. Sie studiert auch Land- und Gartenbauwissenschaften in Berlin und hat eine Ausbildung zur Personaldienstleitungskauffrau in der Tasche. Das mit dem Studium ist aber mit dem Job nicht immer leicht zu vereinbaren. „Das ist manchmal schwierig, da in meinem Job hohe Flexibilität gefordert wird.“

Mit ihren 27 Jahren gehört Annabelle in der Modelszene schon zu den älteren. Zwar gebe es keinen eindeutigen Zeitpunkt, an dem man aufhören müsste. Immerhin seien Models allen Alters für verschiedene Jobs gefragt. Dennoch kann sich Annabelle vorstellen, irgendwann als Schauspielerin vor der Kamera zu stehen. Das habe sie schon immer fasziniert. „Ich möchte das, sobald es die Zeit zulässt, weiter vertiefen.“

Von Marco Paetzel

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