Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 5 ° heiter

Navigation:
Ein Rheinländer mit großer Klappe

Auftritt in der Oranienburger Orangerie Ein Rheinländer mit großer Klappe

Kalle Pohl unterhielt schon mit neun Jahren die ganze Nachbarschaft. Am Wochenende waren es die Besucher in der Orangerie, die er köstlich unterhielt. Der kleine Rheinländer ist ein ganz Großer was Entertainment betrifft. Und ein Tausendsassa ist er obendrein.

Voriger Artikel
Ein Dankeschön mit Gesang
Nächster Artikel
Einbrecher in Mehrfamilienhaus

Kalles Tierleben: Der Komiker mit seinem Maskottchen Dolores.

Quelle: Fritz Hermann Köser

Oranienburg. Die Karriere begann in der Garage der Eltern. Gerade mal neun war Kalle Pohl, aber die Kinder aus der Nachbarschaft unterhielt er bereits wie ein alter Entertainment-Hase. Mit Gags, mit Musik. Gerne griff er zu einer überdimensionierten Quetschkommode, hinter der der kleine Kerl fast völlig verschwand. „Ein Akkordeon mit Füßen“, taufte das Publikum dieses eigenartige Gesamtkunstwerk.

Nun steht der Rheinländer, die Statur immer noch eher gedrungen, die Klappe umso größer, auf der Bühne der gut besuchten Orangerie in Oranienburg. Ein Tausendsassa. Kabarettist, Akkordeonist, Komponist, Sänger, Texter,  kölscher Asterix-Synchronisator, Schauspieler und Komödiant. Damals hat der Dorffotograf den Auftritt verewigt, erinnert er sich, eine Kamera war noch etwas Besonderes. Und nun? Inzwischen zückt jeder sein Handy, um ein Foto zu machen. Zunehmend auch gerne von sich selbst. „Selfie in Delfie“, lautet so auch der Name seines Programms, das vergangenen Freitag für reichlich Heiterkeit sorgte.

Ein „Akkordeon auf Füßen“ wurde Kalle Pohl einst von seinen Fans getauft

Ein „Akkordeon auf Füßen“ wurde Kalle Pohl einst von seinen Fans getauft.

Quelle: Fritz Hermann Köser

Längst sei das Smartphone zur Kamera mutiert, meint Kalle Pohl. Die Leute fotografieren vor allem Personen, die sie besonders mögen. 95 Prozent machen daher Selfies, der Rest fotografiert Essen. Apple und Samsung überlegen schon, künftig auf die Telefon-Funktion zu verzichten, erzählt der Comedian mit seinem leicht nuscheligen, rheinischen Akzent.

Dafür misst das neue Handy dann Fieber, „kleinere Modelle auch rektal, inklusive Darmspiegelung“. Es nimmt MRT-Diagnostik vor, das neue Galaxy soll sogar Beine rasieren können. Es kommt noch ärger. Sobald der Besitzer ins Display schaut, erfolgt künftig automatisch ein Selfie. Anschließend schaut das Handy die Bilder an und löscht sie auch selbst.

Nur die Baby-App für den RTL-Fan, die fehlt noch. Kalle Pohl hat die Marktlücke erkannt und ein entsprechendes Handbuch verfasst. Vom Umtausch ausgeschlossen, nicht unter null Grad lagern, nicht eigenmächtig öffnen, steht unter anderem darin geschrieben.

Zu dieser Zielgruppe scheint auch Hein Spack, sein Vetter, zu zählen. Neulich war er in Griechenland, Urlaub mit Kultur. Stundenlang ging die Fahrt nach Del-Dings, erzählt Kalle Pohl mit nunmehr sehr schwerem rheinischen Akzent und deutlich rauerer Stimme. Delphi, schwärmt der Reiseleiter, in der Antike eine bedeutende Stadt. Alles Quatsch, wettert Hein Spack. Ein Dreckskaff, und dann noch diese Hitze. Und wo ist bloß der verfluchte Strand?

Als dann der Reiseleiter von dem Orakel erzählt, platzt Hein endgültig der Kragen: „Mein Teufel, Dumm Sau, ich esse keinen Tintenfisch.“

Von Fritz Hermann Köser

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oberhavel


57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg