Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -2 ° wolkig

Navigation:
Ein Saugbagger für den Alten Strom

Hennigsdorf Ein Saugbagger für den Alten Strom

Der Alte Strom und Teile des Stadthafens sind verschlammt und teils für Schiffe kaum noch tief genug. Nun sollen sie mit einem Saugbagger wieder vertieft werden. Doch der Schlamm ist belastet, die Entsorgung wird wohl teuer. Zuletzt waren die Gewässerteile vor 20 Jahren ausgebaggert worden.

Voriger Artikel
Eine Feier, zwei Jubiläen
Nächster Artikel
Ein Herz für Museen

Bald ist es mit der Ruhe am Alten Strom vorbei, dann wird er entschlammt.

Quelle: Foto: Marco Paetzel

Hennigsdorf. Das Wasser liegt ruhig da, der Himmel spiegelt sich darin. Nur ab und zu kommt ein Fußgänger über die kleine Brücke. Doch bald ist es mit der Ruhe am Alten Strom und dem Stadthafen vorbei, dann wird ein Saugbagger anrollen. Er wird das Gewässer zwischen Hafenbecken und Brücke Hafenstraße ausbaggern, ebenso wie Teilabschnitte im südlichen Hafenbecken bis zum Havelkanal. Rund 106 000 Euro sollen die Arbeiten kosten, allein 39 000 Euro entfallen auf die Entsorgung des Schlammes. Der Saugbagger befördert ihn auf einen schwimmenden Container, allerdings ist der Grund nicht ganz frei von Schadstoffen. Und so wird die Entsorgung teurer. Laut einer Auflage des Wasser- und Schifffahrtsamtes muss das Aushubmaterial zum Trocknen zwischengelagert und dann noch einmal beprobt werden. Wie es letztendlich entsorgt wird, ist derzeit noch unsicher.

Die letzte Ausbaggerung begann vor 20 Jahren. Von 1997 bis 2002 gab es im Hafenbecken und im Bereich der Havelauen Baggerarbeiten, zudem wurde damals der Havel-Alt arm renaturiert. Offenbar hat sich in den vergangenen Jahren aber wieder verstärkt Schlamm am Grund abgesetzt. Pächter der Bootsstege beschwerten sich über zu flaches Wasser, genau wie der Erholungs- und Wassersportverein (EWV). Daraufhin hatte die Stadtverwaltung eine Untersuchung veranlasst. Ergebnis: Die betroffenen Teile des Gewässers sind verschlammt, allerdings sehr unregelmäßig. Dennoch kommt nun der Saugbagger zum Einsatz. „Da die Fließfähigkeit und auch Schiffbarkeit des Gewässers in den Bereichen erhalten werden soll, ist eine Ausbaggerung erforderlich, um den Zustand von 2002 wieder herzustellen“, heißt es im entsprechenden Antrag der Verwaltung. Die Pächter werden allerdings nicht zur Kasse gebeten, die Kosten übernimmt die Stadt als Eigentümer komplett.

Hans-Herrmann Rönnecke (Bürgerbündnis) erkundigte sich im Hauptausschuss, ob der Alte Strom perspektivisch auch über die Hafenstraße hinaus wieder ausgebaut werden soll. „Er ist weitestgehend verlandet und müsste dringend saniert werden“, so Rönnecke. Dirk Asmus, Fachdienstleiter Öffentliche Anlagen, erklärte, dass eine solche Maßnahme bislang noch nicht Thema im Rathaus gewesen sei. Jetzt gehe es erstmal auch darum, die Wassertiefe für die Schifffahrt zu gewährleisten. „Aber wir nehmen das auf jeden Fall mal mit“, so Asmus.

Beginnen können die Arbeiten aber nur im zweiten oder dritten Quartal eines Jahres, da der Saugbagger sonst die Fischbestände gefährden würde. Bis Dezember 2017 solle nach den Plänen der Stadtverwaltung der Auftrag der Ausbaggerung vergeben werden. Die eigentlichen Arbeiten an den betroffenen Gewässerteilen sollen dann im kommenden Jahr von Anfang April bis Ende Juni stattfinden.

Die Mitglieder des Hauptausschusses stimmten einstimmig für das Vorhaben, auch der Bauausschuss hatte die Maßnahme Ende September schon empfohlen. Eine Entscheidung der Hennigsdorfer Stadtverordneten dazu ist nicht mehr nötig. Anfang April wird der Saugbagger anrücken.

Von Marco Paetzel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oberhavel


MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg