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Ein Signal an die Feuerwehr

Oranienburg Ein Signal an die Feuerwehr

Da mussten die Kreistagsabgeordneten nicht lange überlegen, die Feuerwehrleute bekommen ein neues Zentrum für Technik und Ausbildung. Bessere Bedingungen zu schaffen, sind sie den vorwiegend ehrenamtlichen Einsatzkräften auch schuldig. Sie halten jeden Tag ihren Kopf für andere Menschen hin.

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Ralf Göbel ist Gerätewart im Feuerwehrtechnischen Zentrum in Gransee, wo jedes Jahr 6500 Schläuche gereinigt werden.

Quelle: Stefan Blumberg

Oranienburg. Nach dem Sturmtief „Xavier“ waren am 6. Oktober allein 810 Einsatzkräfte an 1350 Stellen zur Schadensbekämpfung unterwegs. Diese Worte von Landrat Ludger Weskamp klangen den Kreistagsmitgliedern bestimmt noch in den Ohren, als sie kurz danach über den Bau eines Technik- und Ausbildungszentrums für den Brand- und Katastrophenschutz abstimmen sollten. Der Kreistag stimmte geschlossen dafür.

Schon von außen bekommt jeder eine Eindruck, wie klein die Gebäude im FTZ in Gransee eigentlich sind

Schon von außen bekommt jeder eine Eindruck, wie klein die Gebäude im FTZ in Gransee eigentlich sind.

Quelle: Stefan Blumberg

Das derzeitige Feuerwehrtechnische Zentrum (FTZ) an der Berliner Straße 22 in Gransee ging 1998 in Betrieb. Seither sind die Anforderungen an die Feuerwehrleute und ihre Technik enorm gewachsen. „Die Einsatz- und Prüfintervalle haben sich seither etwa vervierfacht“, sagte Kreistagsabgeordneter Lutz Michael Tornow (SPD/LGU), der selbst seit 1975 Mitglied der Feuerwehr ist und sechs Jahre Kreisbandmeister war. 15 Feuerwehren, 71 Ortswehren und damit 1746 Einsatzkräfte im Kreis brauchen nicht nur einwandfreie Fahrzeuge und technische Ausrüstung, sie müssen auch für ihre verantwortungsvollen Aufgaben geschult und ausgebildet werden. Im FTZ werden jedes Jahr bis zu 750 Atemschutzgeräte und 1200 Pressluftatemschutzgeräte gewartet sowie 6500 Schläuche gereinigt. Zwei Drittel aller Einsätze betreffen inzwischen technische Hilfeleistungen. Ausgebildet werden die Feuerwehrmitglieder unter anderem als Maschinisten und für ihre Einsätze unter Atemschutz oder wenn sie chemische Schutzanzüge tragen müssen. Für die Ausbildung der Kameraden stellen die Kommunen ihre Gerätschaften zur Verfügung.

Sämtliche Atemschutzgeräte der Oberhavel-Feuerwehren werden in Gransee gewartet und überprüft

Sämtliche Atemschutzgeräte der Oberhavel-Feuerwehren werden in Gransee gewartet und überprüft.

Quelle: Uwe Halling

Doch die Bedingungen im FTZ sind schlecht, es herrscht ein großer Sanierungsbedarf. Für große Löschfahrzeuge gibt es nicht mal entsprechende Stellplätze, die Autos passen nicht in die Hallen. Bei der Wartung und Prüfung im Winter bringt das erhebliche Probleme mit sich. Auch der Platz für die Ausbildung der Feuerwehrleute ist nicht ausreichend. Viele Wehren greifen deshalb auf ihre eigenen Möglichkeiten zurück. Lutz Tornow bedankte sich im Kreistag noch mal ausdrücklich dafür, dass die Kameraden unter diesen Bedingungen bisher gearbeitet haben. Die meist ehrenamtlichen Einsatzkräfte haben einen Anspruch auf technisch einwandfreie und einsatzbereite Geräte und Technik. Und auch ihre Ausbildung sollte immer auf dem neustes Stand sein. Schließlich sind sie für den Schutz und die Rettung von Menschenleben im Einsatz. Und es gehe auch um ihr eigenes Leben.

„Das muss auch personaltechnisch untersetzt sein“, forderte Axel Heitkamp (Grüne/Piraten) mit Blick auf das neue Zentrum. An jedem Wochenende seien vier bis sechs Lehrgänge mit 20 bis 40 Teilnehmern zu erwarten. Fachdezernent Matthias Rink (CDU) sicherte zu, das Personal zu berücksichtigen und dabei Synergien auszuschöpfen. Beifall bekam Uwe Klein (SPD) von den versammelten Feuerwehrchefs für sein Statement: Der Beschluss sei auch als Signal und Aufruf zu verstehen, sich ehrenamtlich für die Feuerwehr zu engagieren. Denn der Landkreis unterstütze den Brandschutz „nach Kräften“.

Bereits vor drei Jahren äußerten die Feuerwehren den Wunsch, über eine Erweiterung des FTZ nachzudenken. Ihre Ideen und Vorschläge flossen direkt in eine entsprechende Vorlage ein. Nun also kann diesem Wunsch Rechnung getragen werden.

In Gransee werden die Feuerwehrmänner für die täglichen Aufgaben ausgebildet

In Gransee werden die Feuerwehrmänner für die täglichen Aufgaben ausgebildet. Alles muss im Notfall klappen, es geht meistens um Menschenleben.

Quelle: Uwe Halling

Mit dem Beschluss ist der Weg frei, ein neues Zentrum zu bauen, in dem Ausbildung, Technik und Katastrophenschutz gebündelt werden. Sechs bis acht Millionen Euro sind dafür eingeplant und bereits im Haushalt 2018 verankert. Ein Grundstück von 13 000 Quadratmetern wird gebraucht, es muss gut erreichbar sein. Das neue Technik- und Ausbildungszentrum (TAZ) könnte bereits im Sommer 2021 zur Verfügung stehen, sofern die Baugenehmigung nächsten Sommer vorliegt und ein Jahr später, also Mitte 2019, mit dem Bau begonnen wird.

Von Andrea Kathert

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