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Ein Stück Geschichte am Straßenrand

Graffitikunst in Liebenwalde Ein Stück Geschichte am Straßenrand

Die Liebenwalder haben einen Hingucker am Straßenrand bekommen. In nur vier Tagen hat Graffitikünstler Patrick Kieper aus Schwante die alte Trafostation an der Berliner Straße in ein hübsches Häuschen verwandelt. Und interessant sind die Motive noch obendrein, sie zeigen alte Postkarten von der Liebenwalder Schleuse und dem Gasthaus Ramin.

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Die alte Trafostation an der Berliner Straße hat Patrick Kieper in einen Hingucker verwandelt.

Quelle: Andrea Kathert

Liebenwalde. Die Liebenwalder sagen, die Trafostation an der Berliner Straße hätte ausgesehen wie ein altes Klohäuschen. Ein schmutziger, verwitterter Putz zierte die 24 Jahre alte Edis-Station _ nicht grade hübsch anzusehen. Doch nun hat sich Graffitikünstler Patrick Kieper aus Schwante dem unansehnlichen Häuschen angenommen und es innerhalb von nur vier Tagen in einen Hingucker verwandelt.

Die Vorlagen für die Motive hatte ihm der geschichtsbegeisterte Bürgermeister der Stadt, Jörn Lehmann, geliefert. So ist auf einer Seite der Trafostation nun eine schwarz-weiße Postkarte zu sehen, die die alte Schleuse von Liebenwalde um 1900 zeigt. „Vor ihrem Häuschen am Kanal sitzt die Familie Schwabe. Sie soll damals die Schiffer auf den Schubverbänden versorgt haben“, hat sich Kieper sagen lassen. Auf dem Trafohäuschen ist nun zu sehen, dass sich ein Mann mit Schiffermütze für die alte Postkarte interessiert.

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Der Graffitikünstler Patrick Kieper aus Schwante hat einem alten Trafohäuschen in Liebenwalde zu einem neuen Gesicht verholfen.

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Auf der Rückseite, die wegen des Wildwuchses auf dem Nachbargrundstück noch nicht ganz so gut zu erkennen ist, hat Patrick Kieper die alte Ansicht des Gasthauses Ramin aufgesprüht. „Das schöne Gebäude stand wohl einst hier schräg gegenüber an der Berliner Straße und ist irgendwann abgerissen worden“, weiß Kieper über das Motiv zu erzählen. Auf die beiden Giebel des Häuschens hat der Graffitikünstler Fenster aufgesprüht.

Seit Sonntag hat Kieper an der Trafostation gearbeitet. „Mit der Zeit geht so was ziemlich schnell“, sagt er. 2011 hat sich der Künstler mal die Mühe gemacht und nachgezählt, wie viel Fläche er eigentlich besprüht hat. „Das waren rund 2000 Quadratmeter“, lacht er. Vor 16 Jahren hat der Schwantener gemeinsam mit seinem Bruder begonnen, nur als Hobby alles mögliche mit Graffiti zu besprühen. Vor etwa sechs Jahren hatte er sich selbstständig gemacht und lebt nun von diesem Job. In diesem Jahr hat er schon in Hohen Neuendorf, Borgsdorf und Vehlefanz unansehnlichen Edis-Stationen zu tollen Motiven verholfen. In dieser Woche will Kieper noch mit einem Objekt in Germendorf anfangen.

Nicht nur in Oberhavel hat der Graffitikünstler zu tun. Als er jüngst auf der Seebrücke in Graal-Müritz zu tun hatte, wurde er zeitweise von 20 staunenden Touristen beobachtet und bei seiner Arbeit fotografiert. „Die Leute aus Bayern kennen so was doch gar nicht“, erzählt Patrick Kieper. „Die haben mich gefragt, wo denn meine Pinsel sind.“ Dass seine Bilder Graffitiarbeiten sind, konnten manche gar nicht glauben. Seine Motive findet der Künstler vor Ort. „Es sind immer andere Standorte, da entwickelt man auch immer neue Ideen.“ Für einen Harley-Fan hat er eine ganze Wand mit den edlen Motorrädern besprüht. „Die Leute lieben eben ihr Hobby, so wie ich meines.“

Ein Hobby und Beruf zugleich

Patrick Kieper aus Schwante ist seit 16 Jahren Graffitikünstler. Vor sechs Jahren hat er sich selbstständig gemacht.

Die Edis gehört zu seinen großen Auftraggebern. Das Netzgebiet des Edis-Standortes reicht über ganz Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Der Künstler besprüht nicht nur Trafo-Stationen und Kabelkästen. Seine Motive finden sich auf Garagentoren, als Werbeträger und als Wandbilder für Privatleute.

Seine Kontaktdaten hinterlässt er auf alle seinen Arbeiten.

 

Von Andrea Kathert

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