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Oberhavel Ein Stück der Mauer, das verbindet
Lokales Oberhavel Ein Stück der Mauer, das verbindet
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18:12 01.09.2017
Das Mauersegment wird unter den Augen der Bauamtsmitarbeiter und einiger Kommunalpolitiker platziert – ganz bewusst nicht „auf Linie“. Quelle: Helge Treichel
Hohen Neuendorf

Ein originales Mauersegment ist am Freitag am historischen Ort in der Hohen Neuendorfer Florastraße aufgestellt worden. Der Standort befindet sich auf einem kommunalen Grundstück des ehemaligen Mauerstreifens, das sich die Stadt eigens für solche Zwecke gesichert hatte. Auf gleicher Höhe stehen bereits Gedenkstelen, mit denen an die Mauer allgemein und Marienetta Jirkowsky im Besonderen erinnert wird. Sie war am 22. November 1980 in Hohen Neuendorf erschossen worden, als sie aus der DDR flüchten wollte – im Alter von 18 Jahren.

Die Gedenkstelen an der Florastraße. Quelle: Helge Treichel

Das Mauersegment hatte die Senatskanzlei Berlin der Stadt im Jahr 2014 überlassen. „Der ursprüngliche Gedanke war, dieses Mauerteil im Rahmen des 25-jährigen Mauerfalljubiläums als Denkmal aufzustellen“, sagt Pressesprecherin Susanne Kübler. Doch dazu sei es aus verschiedenen Gründen nicht gekommen, sodass das historische Relikt zunächst auf dem Bauhofgelände lagerte und beinahe in Vergessenheit geriet – bis zum Nachhaken aus der Senatskanzlei.

Deshalb solle nun ein neuer Gedanke Realität werden: Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der deutsch-deutschen Städtepartnerschaft mit Müllheim (Baden-Württemberg) soll das Segment Ende September von Künstlern und Jugendlichen bemalt werden. Die Leitung übernimmt Streetworker Andreas Witt.

Immerhin rund 150 Gäste würden vom 30. September bis zum 3. Oktober in Hohen Neuendorf erwartet, sagte Raimund Weiland (CDU), Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung. Der Standort selber werde zu einem „Ort des Verweilens“ entwickelt. Die Fläche um das Mauerteil herum werde gepflastert, außerdem eine Bank aufgestellt, kündigte Weiland an.

Die Bauarbeiten begannen unmittelbar nach dem Ortstermin. Quelle: Helge Treichel

Die Arbeiten zum Pflastern der Wiese nahmen die Männer von Merkel-Tiefbau aus Birkenwerder unmittelbar nach dem Ortstermin auf. Bei dem Treffen war auch festgelegt worden, dass die vorhandene Asbeströhre nicht auf die Mauerkrone gesetzt wird. Direkt von den vorhandenen Gedenkstelen soll nun ein 1,5 Meter breiter Weg zum Mauerelement führen – ausgeführt in Großpflaster, das der Bauhof eingelagert hat. Innerhalb einer Woche soll alles fertig sein. Rund 5000 Euro investiert die Stadt in das Gedenkprojekt.

Allein für die Berliner Mauer waren übrigens mehr als 133 000 solcher Mauersegmente verbaut worden. Zusammen mit den Röhren auf der Mauerkrone, die zum unverwechselbaren Bild beitrugen, beliefen sich somit allein die Materialkosten für die Mauer rund um West-Berlin auf mehr als 144 Millionen Mark – die Türme, Zäune und sonstigen Sicherungsanlagen nicht eingerechnet.

Massiv und kostspielig: die Berliner Mauer

Die jüngste Ausbaustufe der Berliner Mauer wurde zwischen 1975 und 1985 um ganz West-Berlin herum errichtet – 160 Kilometer lang.

Genutzt wurden dafür Segmente aus Stahlbeton, die 3,60 Meter hoch, 1,20 Meter breit und 2,75 Tonnen schwer sind. Der Fuß ist 2,10 Meter tief.

Die Rohrauflage aus Asbestbeton mit vier Metern Länge konnte einfach auf die Mauer gesetzt werden.

1986 kostete jedes Mauersegment 831,50 Mark und jedes Stück Rohrauflage 168 Mark.

Die Mauersegmente stellte das VEB Baustoffkombinat Neubrandenburg und die Rohrauflage der VEB Asbestzementwerk „Otto Grohtewohl“ Magdeburg her.

Von Helge Treichel

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