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Ein Talk mit viel Musik

Kremmen Ein Talk mit viel Musik

In der Kremmener Musikantenscheune wurde am Sonnabend viel Musik gemacht und viel geredet. Die bekanntesten Namen sind wohl Charles Shaw und Christel Bodenstein. Wer nicht weiß, wer sich dahinter verbirgt, sollte auf jeden Fall weiterlesen.

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Charles Shaw und Christel Bodenstein.

Quelle: Fritz Hermann Köser

Kremmen. Einst gastierte Charles Shaw im Friedrichstadtpalast, aber irgendwie auch wieder nicht. „Ich war dort nur als Stimme anwesend“, sagt der charismatische Afroamerikaner, der längst in Mannheim lebt. Als Stimme von Milli Vanilli, jenes von Frank Farian produzierte Popduo, das nach einem Höhenflug in den Charts einen jähen Absturz erlebte. Nämlich 1990, als der Schwindel mit dem falschen Gesang aufflog.

Nun sitzt Charles Shaw, ganz leibhaftig, auf der Bühne in der Kremmener Musikantenscheune. Er unterhält sich mit Schauspielerin Christel Bodenstein, bekannt aus das „singende, klingende Bäumchen“ und Gastronomin Elfi Schwantke. Später stoßen noch Friseurmeisterin Dieka Werder sowie Autohaus-Inhaber Andreas Mühle hinzu. Zwei Promis, drei Kremmener. Eine illustre Talkrunde, zu der der Kremmener Malermeister Eckhard Koop geladen hatte. Moderator Markus Roscher-Meinel, ein Berliner Rechtsanwalt und sein enger Freund, hatte aus seinem großen Bekanntenkreis die zwei Promis „rekrutiert“.

Zwischendurch gibt es Musik, unter anderem vom Shanty-Chor Kremmen sowie den Harmonika-Friends mit ihren Quetschkommoden, ebenfalls Lokalmatadore. Anschließend sorgt DJ Heiko Friese aus Birkenwerder für Stimmung.

Ein bunter Abend, der sicher nicht nur der Unterhaltung dient. Der 53-jährige Eckhard Koop, parteilos, Stadtverordneter und Ortsvorsteher möchte gerne der nächste Bürgermeister von Kremmen werden. Großplakate zeigen nun mal nicht den Charakter der abgebildeten Person, findet er. Außerdem kosten sie eine Stange Geld. Er selber nimmt an diesen Abend 4,50 Euro Eintritt, der gesamte Erlös werde aber an örtliche Einrichtungen gespendet.

Eckard Koop

Eckard Koop.

Quelle: F. H. Koeser

Zum guten Zweck gibt es reichlich Infos. Und eine Anekdote. Einst, mit acht Jahren, hatte Eckhard Koop einen Ausflug in Friseurgewerbe gewagt. Und seiner Schulfreundin Inken Hertel bei sich zuhause die Haare toupiert. Leider blieb der Kamm stecken, so dass das Mädchen mit einem Kopftuch seiner Oma durch den Ort laufen musste.

Charles Shaw muss sich da weniger Sorgen machen, wie Dieka Werder schnell feststellt, auf seinem Schädel ist kein Haar mehr zu erkennen. Eckhard Koop freut sich über den „Top-Gast“. Vielleicht wird Kremmen mal sein Zweit-Wohnsitz, hofft er. Nun ja, aber ein Urlaub wäre schon drin. Zumindest aus Sicht seines Managers, der sich auf Anhieb in den Ort verliebt hat. Christel Bodenstein hingegen kennt Kremmen nur vom Durchfahren. Dafür hat sie eine „kleine Datsche“ in Borgsdorf, die sie im Sommer bewohnt.

Dann greift Charles Shaw zum Mikrofon und intoniert, stimmgewaltig und völlig spontan, „Amazing Grace“. Das Lied hatten, zu seiner großen Freude, gerade die Harmonika-Friends gespielt. Dass er von dem großen Geld, das mit Milli Vanilli verdient wurde, nur wenig gesehen hat, stört ihn nicht, wie er versichert. Charles Shaw: „Mir geht es vor allem um die Wahrheit.“

Von Fritz Hermann Köser

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