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Oberhavel Ein Verlorener auf der Walz
Lokales Oberhavel Ein Verlorener auf der Walz
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23:48 26.02.2018
Der Streifen „Verlorene“ mit Darsteller Enno Trebs aus Birkenwerder erlebte am Montagabend bei der Berlinale seine Weltpremiere. Quelle: Karen Grunow
Birkenwerder/Berlin

„Warscht noch nie in deine eigene Orgel?“, fragt Valentin die junge Organistin Maria, die folgt ihm dann zögerlich hinein in dieses riesige Instrument, das da in der kleinen Kirche im baden-württembergischen Dorf Warmbrunn steht. Auch um die zart beginnende Liebe dieser beiden geht es in dem Film „Verlorene“, in dem der in Birkenwerder aufgewachsene Enno Trebs den Valentin spielt, einen jungen Zimmermann auf der Walz. Am Montagabend war die Weltpremiere bei der Berlinale. Der große Kinosaal im Cinemaxx am Potsdamer Platz war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Debüt für einen Nachwuchsmann

„Felix Hassenfratz hat damit sein Debüt gemacht“, moderierte Linda Söffker den Film vorab an. Er gehört zur Auswahl von insgesamt 14 Filmen, die in der Berlinale-Sektion „Perspektive Deutsches Kino“ gezeigt werden. Diese Reihe präsentiert herausragende Arbeiten des Filmnachwuches. Unbekannt ist der Regisseur in der Branche aber trotzdem nicht, „Verlorene“ ist zwar sein erster abendfüllender Kinofilm, er hat aber bereits den Grimme-Preis gewonnen für eine Doku-Reihe und wurde bereits international auf Festivals gefeiert.

Nach der Berlinale-Premiere am Montag stellte er zunächst all jene seines Teams vor, die hinter der Kamera agierten, bevor er auch seine Schauspieler vor die Leinwand bat. Clemens Schick spielt den Vater von Hannah, dargestellt von Anna Bachmann, und Maria alias Maria Dragus. In ihrem Haus kommt Enno Trebs’ Valentin unter, er will bei der Restaurierung der Kirche helfen. Die vom Leben auf dem Dorf zutiefst angeödete Hannah verguckt sich sofort in den Neuzugang und auch die etwas ältere Maria scheint nicht uninteressiert; vorsichtig nähert er sich ihr an. Doch die aufkeimende Liebe der beiden wird gestört, denn Hannah hat Marias bedrückendes Geheimnis entdeckt.

Das Thema ist erschütternd

Ein so sehenswerter wie behutsamer Film ist „Verlorene“ geworden, gleichwohl das Thema, das er verhandelt, erschütternd ist. Es sind allesamt starke Porträts, denen gemein ist, dass sie den Dialekt der badischen Provinz aufgreifen. Auch Enno Trebs also schafft diese kräftige mundartliche Sprache, ohne dass es aufgesetzt wirkt. „Für mich ist es auch ein großer Teil der Figuren, die Sprache“, betont Regisseur Felix Hassenfratz. Er selbst kommt aus der Gegend, wo gedreht wurde, und auch dem gebürtigen Tübingener Clemens Schick ist der Dialekt vertraut. Alle anderen eigneten ihn sich geschickt und glaubwürdig an.

Nicht der erste Berlinale-Auftritt

Schon im vergangenen Jahr präsentierte der 1995 geborene Enno Trebs einen Film bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin. In „Tiger Girl“ brillierte vor allem auch wieder Maria Dragus, mit der Enno Trebs schon mehrfach vor der Kamera gestanden hat. Die beiden drehten mit Michael Haneke 2008 „Das weiße Band“, Maria Dragus wurde dafür als beste Nebendarstellerin mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet, Enno Trebs war 2010 bei der Oscarverleihung dabei, denn der Film war auch für den begehrtesten aller Preise nominiert worden.

Darsteller mit Hang zum Snowboardfahren

Bereits seit 2007 schauspielert Enno Trebs wie weitere seiner Geschwister auch, der etwas ältere Bruder Theo gehört längst zu den gefragtesten jungen Darstellern seiner Generation. Die Brüder sind beide außerdem außerordentlich sportlich, waren jahrelang begeisterte Leistungssegler. Enno Trebs unterrichtet übrigens auch Snowboardfahren. Sein erstes Engagement brachte ihn zu „Krauses Fest“. Mittlerweile studiert er seit zwei Jahren an der Schauspielschule „Ernst Busch“ in Berlin.

Von Karen Grunow

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