Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Ein Vierteljahrhundert in 53 Minuten
Lokales Oberhavel Ein Vierteljahrhundert in 53 Minuten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:26 08.06.2016
Zwei Bürgermeister: Wolfgang Arps (r.) führte nur zwei Jahre das Zepter (1991 bis 1993). Hans-Joachim Laesicke schon seit 22 Jahren. Quelle: ENRICO KUGLER
Anzeige
Oranienburg

Es gab am Dienstagabend wohl niemanden im Oranienburger Filmpalast, der nicht irgendwann gedacht hat: Mein Gott, wie das aussah. Ach schau mal, wie blutjung der war. Oh, da war ich doch auch dabei. Der Film von Hans-Jürgen Georgi, dem ehemaligen Geschäftsführer und Redakteur von Oberhavel TV, begeisterte wohl jeden, der eine Stunde lang auf die Leinwand schaute. Wie im Schnelldurchlauf erlebten die Zuschauer ein Vierteljahrhundert, in der sich Oranienburg vom hässlichen Entlein in eine hübsche Stadt verwandelte.

Zwei Jahre lang hatte Hans-Jürgen Georgi sein Archivmaterial durchstöbert, um im Auftrag der Stadt genau zur 800-Jahr-Feier diese historische Dokumentation zu zeigen. Im Gegensatz zu anderen Sendern hatte Georgi sämtliches Archivmaterial bei sich im Keller gebunkert. Was für ein Glück für Oranienburg.

Bürgermeister Laesicke (l.) und Filmemacher Hans-Jürgen Georgi fachsimpeln vor dem Filmpalast. Quelle: ENRICO KUGLER

Ein bestens gelaunter Bürgermeister drehte bei der Begrüßung der Zuschauer den Spieß mal um, und interviewte den Redakteur, der ihm sonst ein Loch in den Bauch gefragt hatte. „Herrn Georgi sind erschütternde Bilder gelungen“, sagte Hans-Joachim Laesicke mit fröhlicher Miene. „Sie werden sehen, wie aus schlanken Frauen stattliche Damen wurden.“ Und wie sich die Bärte der Männer von Tiefbraun in helles Grau verfärben.

Der Film zeigt einen gelungenen Querschnitt durch alle Lebensbereiche. Ein Raunen ging durch den Saal, als auf der Leinwand die grauen, tristen Fassaden der Wendezeit zu sehen waren, von denen in großen Brocken der Putz abfiel. So furchtbar hatten wohl die wenigsten die Bilder noch vor Augen. Die Orangerie, die im Krieg unbeschadet blieb, sah aus, als hätte sie trotzdem eine Bombe getroffen _ ein erbärmlichen Anblick. Der Film beginnt am Oranienburger Schloss, eines der meist geschundendsten Gebäude der Stadt, heruntergewirtschaftet und verwahrlost. Udo Semper, der erste demokratisch gewählte Bürgermeister, bekam 1990 die Schlüssel in die Hand gedrückt.Das Schloss ist ein Spiegelbild für die Entwicklung von Oranienburg.

Etlich Zuschauer werden sich in dem Film wieder erkannt haben. So wie Kerstin Kausche. Quelle: ENRICO KUGLER

Beeindruckende Bilder gab es auch zur Weißen Stadt, als ein Stück der Mauer am Kran hing und die russischen Truppen abzogen. Zu sehen waren Investor Klaus Kesting, der 1997 pleite ging, Wolfgang Arps als Bürgermeister oder Bernd Jarczewski, der noch im Norwegerpullover in der Stadtverordnetenversammlung saß. So mancher Zuschauer wird kurz gezuckt haben, als er sich selbst blutjung auf der Leinwand entdeckte. Hans-Jürgen Georgi hat nichts ausgelassen: der Wohnungsmangel, der Bau der neuen 96, das erste Einkaufszentrum, der Untergang des Kaltwalzwerkes, der Abriss des G-Hauses und vieles, vieles mehr.

Bürgermeister Laesicke fand die Dokumentation nicht nur gelungen. „Es stimmt auch alles in dem Film“, sagte er. „Es ist eben besser, wenn jemand so was macht, der immer mit dabei war.“

Gut gefüllt, aber nicht voll besetzt war der Filmpalast Oranienburg zur Premiere des Dokumentarfilms über 25 Jahre Oranienburg von Hans-Jürgen Georgi. Quelle: ENRICO KUGLER

Wer bei der Premiere nicht dabei sein konnte, muss sich nicht grämen. Der Filmpalast will den Streifen immer mal wieder im „Seniorenkino“ oder dem „Kino für Kenner“ zeigen. Am 5. Juli ist der Film erneut zu sehen. Außerdem denkt die Stadt darüber nach, eine DVD von dem Film herstellen zu lassen.

Von Andrea Kathert

Oberhavel Oberhavel: Polizeibericht vom 8. Juni 2016 - Über den Fuß gefahren

Weil ein 61-Jähriger einen 57-Jährigen am Dienstagabend in Liebenwalde daran hindern wollte, sich betrunken hinters Lenkrad zu setzen, ist es zwischen den beiden zu einem handfesten Streit gekommen. Dieser endete damit, dass der Betrunkene dem 61-Jährigen über den Fuß fuhr. Anschließend erhielt der Unfallfahrer Besuch von der Polizei.

08.06.2016
Oberhavel Fotografien vom Inhalt des Fundstücks - Kripo sucht Besitzer von Veltener Tresor

Die Polizei sucht den Besitzer eines Tresors, der am vergangnen Sonntag im Veltener Stichkanal entdeckt worden war. Zunächst hatten die Ermittler angenommen, dass es sich um jenen Stahlschrank handelt, der gerade erst in der Parkallee (Businesspark) entwendet worden war. Doch es stellte sich heraus, dass das Fundstück bereits deutlich länger im Wasser lag.

08.06.2016
Oberhavel Liebenwalde im Kreis Oberhavel - Brandenburg will Kleinstadt pfänden lassen

In Brandenburg gibt es eine Finanzumlage. Reiche Gemeinden zahlen in einen Topf ein, ärmeren wird mit dem Geld geholfen. Aus Sicht der Kleinstadt Liebenwalde (Oberhavel) ist das verfassungswidrig. Die Stadt weigert sich, die Umlage zu zahlen. Nun hat der Finanzminister genug und will die Stadt pfänden lassen.

09.06.2016
Anzeige