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Ein Vollblut-Karnevalist

Lehnitz Ein Vollblut-Karnevalist

Der Lehnitzer Karneval-Klub hat seit zwölf Jahren einen Mitstreiter, der für den Karneval glüht. Im Alter von 20 Jahren hat sich Lutz Grundmann dem närrischen Treiben verschrieben. Heute ist er beim Lehnitzer Klub ein Multi-Spaßmacher. Und auch für den nächsten Sturm aufs Oranienburger Schloss hat er schon wieder eine Idee ausgeheckt.

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Lutz Grundmann liebt den Karneval und hat schon viele Orden verliehen bekommen.

Quelle: Enrico Kugler

Lehnitz. Karneval? „Das ist nicht nur auf der Bühne stehen und dumme Reden halten“, sagt Lutz Grundmann und fängt schon an zu lachen. „Da steckt schon ein bisschen mehr dahinter.“ Und Grundmann muss es ganz genau wissen. Seit 37 Jahren hat er sich dem Karneval verschrieben und ist kein bisschen müde. Seit zwölf Jahren gehört er zum Lehnitzer Karneval- Klub (LKK) und ist ein Multi-Karnevalist: Er moderiert die Festveranstaltungen, singt bei den Bierbrummern, hat die Ideen für den Kinderkarneval entwickelt, knüpft die Kontakte zu den Medien und den befreundeten Vereinen, ist im Vorstand des LKK und sein Außenminister. Mehr geht wohl kaum.

Grundmann ist ein Ur-Oranienburger. „Ich bin hier geboren, zur Schule gegangen und habe eine Lehre begonnen.“ Erst während der Militärzeit verschlug es ihn in die Fremde. Doch seit seinem 20. Lebensjahr hat sich Grundmann dem närrischen Leben verschrieben. In Prenzlau begann seine „Karriere“ – und zwar gleich als Präsident. „Dann hat mich die Liebe nach Salzburg verschlagen.“ Und Grundmann wurde Vizepräsident und Zeremonienmeister bei der ersten großen Salzburger Gesellschaft Faschingsgilde. „Das ist der älteste Faschingsverein in Österreich“, erzählt Grundmann mit ein wenig Stolz in der Stimme.

Doch nun ist er in seinem Heimatverein Lehnitz und fühlt sich pudelwohl. „Das ist mein Hobby wie sich andere dem Fußball verschrieben haben.“ Und Grundmann ist sich sicher: „ So lange ich kann, mache ich das.“ Außerdem: „Zum Glück gibt es beim Karneval keine Altersbegrenzung“, freut sich Grundmann.

Ein Aufruf des LKK

Traditionell übernimmt der Lehnitzer Karneval-Klub am 11.11. die Herrschaft im Oranienburger Schloss.

In diesem Jahr ist es der 12. November. Das hat einfache Gründe. Am Sonnabend kann der LKK mit großem Aufgebot den Bürgermeister überwältigen.

Außerdem ist es auch für die Gästeschar einfacher, sich an einem Sonnabend einzufinden.

Und Lutz Grundmann startet gleich einen Aufruf dazu: Alle Kinder aus Oranienburg und der Umgebung sollen beim Sturm aufs Schloss und der Entmachtung des Bürgermeisters mit helfen.

Die Kinder sollen sich verkleiden und bemalen, und mit allem „bewaffnen“, was ordentlich Krach macht, wie Trillerpfeifen und Topfdeckel. Treffpunkt ist um 10.30 Uhr an der Havelpassage.

Ein kleiner Umzug soll sich dann zum Schloss aufmachen. Die Eltern können bei einer Verlosung Freikarten für den LKK gewinnen, die Kinder bekommen eine süße Überraschung.

Der LKK hat in diesem Jahr ein echt närrisches Datum zu feiern: das 33-jährige Jubiläum. Im Oktober 1983 entstand die Gründungsidee, der erste Auftritt war im Februar 1984. Seither heißt das Motto: „Mit Genuss hinein“.

Das Vereinsleben beim LKK spielt sich nicht nur in der närrischen Zeit ab. Nach den Sommerferien geht es los mit den Vorbereitungen, mit Ideen finden und den Proben. Und alle sind mit Begeisterung dabei, haben viel Spaß. Außerdem ist jeden letzten Donnerstag Stammtisch in der „Sonnenburg“, wo „über den Papst und Eierkuchen gequatscht wird.“ Jeder ist übrigens dort willkommen. Dann gibt es Vereinsbowlen, eine Vereinsausfahrt und ein Treffen mit allen Vereinen der Region, wo sich die Beetzer, Leegebrucher, Kremmener, Marwitzer und andere Karnevalisten bei lustigen Spielen austoben. „Man kommt sich näher, schließt viele Freundschaften.“ Beim Karnaval wird sich nur geduzt. So ein Karnevalsauftritt, das ist nicht die Arbeit eines Einzelnen. „Der Höhepunkt ist, wenn wir auf der Bühne stehen, und die Leute Spaß haben.“ Auch Grundmanns siebenjährige Tochter ist schon vom Karneval „infiziert“. Sie ist am 5.11. geboren“, erzählt G+rundmann. „Und am 11.11. stand sie im Kinderwagen schon mit vorm Schloss.“ Jetzt tanzt sie bereits bei den blauen Funken und ist mit dabei, wenn der Kinderkarneval sein Programm vorträgt. Natürlich hat auch dort Lutz Grundmann wie immer seine Fingen im Spiel. Schon wegen des Nachwuchses soll der Kinderkarnaval noch weiter ausgebaut werden. „So eine Veranstaltung ist zwar ziemlich anstrengend“, räumt der 57-Jährige ein. „Aber die Kinder sind das ehrlichste Publikum, was wir haben.“

Von Andrea Kathert

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