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Oberhavel  Ein Wiedersehen für Sinja und Eden
Lokales Oberhavel  Ein Wiedersehen für Sinja und Eden
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11:50 27.09.2016
Sinja (l.) und Eden verbringen den Schüleraustausch gemeinsam. Quelle: Helge Treichel
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Birkenwerder

Für Sinja Rusch und Eden Shemesh gab es zu Wochenbeginn ein freudiges Wiedersehen. Die beiden Schülerinnen hatten sich im März in Israel kennengelernt. Bei der Fahrt von 18 Schülern aus Birkenwerder nach Petach Tikwa hatte Sinja bei Eden gewohnt. Jetzt ist es umgekehrt.

Am späten Montagabend ist die 21 Personen zählende Reisegruppe eingetroffen, 18 Jugendliche und drei erwachsene Begleiter. Gleich am nächsten Morgen begann das umfangreiche Programm des fünftägigen Aufenthalts. Die Gäste nahmen am normalen Unterricht teil. Die 16-jährige Eden entschied sich für Mathe. Es ging um polynomiale Gleichungen. Wer’s mag...

Im Matheunterricht. Quelle: Helge Treichel

„Alles ist so sauber und ordentlich“, beschreibt Eden ihren ersten Eindruck von Deutschland. Und ihr sind die vielen Bäume und das satte Grün aufgefallen. Sie sagt auch, wie gern sie in ihrer Gastfamilie wohnt. Der Kontakt zur zwei Jahre älteren Sinja sei in der Zeit seit März nie abgerissen. Über das Handy hätten sie problemlos kommunizieren können. Den Austausch hält sie für wichtig. „Wir repräsentieren unser Land und unsere Kultur“, sagt sie. Und Länder könnten ja nicht befreundet sein, nur die Menschen.

Freudiger Empfang am Flughafen. Quelle: Privat

Sinja wird ihre israelische Freundin noch bis zum Abflug am 25. September begleiten. Am Dienstag stand bereits ein Berlin-Trip auf dem Programm. Brandenburger Tor, Unter den Linden, Reichstag und eine Bootsfahrt auf der Spree. Am Mittwoch schloss sich eine Zwei-Tages-Fahrt ins Elbsandsteingebirge an: Festung Köngsstein, Rathen, Bastei, Dresden. Am Freitag geht es gemeinsam mit der S-Bahn noch einmal nach Berlin: Jüdisches Museum, Checkpoint Charly, Holocaust-Denkmal, Stolpersteine in den Hackeschen Höfen. Projektarbeit und eine Fahrt nach Potsdam (Glienicker Brücke, Sanssouci, City) runden den Austausch am Sonnabend ab.

Erinnerungsfoto aus dem Dresdner Zwinger. Quelle: Privat

Finanziert wurde die gemeinsame Woche größtenteils durch die F. C. Flick Stiftung, die Kultusministerkonferenz (KMK) zahlte einen Teil der Reisekosten der Gäste sowie einen Programmkostenzuschuss, sagt Lehrerin Judith Priess. Seit dreieinhalb Jahren bereits werde der Schüleraustausch mit der Neve Gan Highschool in Petach Tikwa, einer Kleinstadt bei Tel Aviv gepflegt. Ziel sei es, alle zwei Jahre so ein Austauschprojekt zu starten und dafür auch Schwerpunkte für eine inhaltliche Arbeit zu setzen.

„Der Titel unseres gemeinsamen Projektes lautet ,Das Bild vom anderen. Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Leben israelischer und deutscher Jugendlicher’“, so Judith Priess. Dabei werde an die Gespräche und Diskussionen in Israel angeknüpft. Die Teilnehmer erstellen ein gemeinsames „Partners’ Diary“, in welchem jeder etwas über sich und die Erfahrungen der gemeinsamen Zeit hier in Deutschland erzählt und natürlich mit vielen Fotos illustriert. Darüber hinaus werden Filmclips erstellt – eine Mini-Kamera (GoPro) läuft die ganze Zeit mit.

... und der vorbereitete Empfang in der Schule. Quelle: Helge Treichel

Vor Ostern hatte die deutsche Reisegruppe die Gelegenheit wahrgenommen, ein eigenes Bild von der Kultur und von den Menschen zu machen. Den 15 Mädchen und drei Jungen aus den Klassenstufen neun bis 13 hatten daran teilgenommen, sagt Judith Priess. Sie hatte den Austausch zusammen mit ihrem Kollegen Tobias Kreß begleitet. Tagsüber wurde in der Gruppe bei gemeinsamen Exkursionen das Land erkundet: Richtung Jerusalem bis Ein Gedi am Toten Meer und nach Norden bis Haifa. Den Abend und die Nacht verbrachten alle in den Familien. Die Gastfamilien spiegelten die Vielschichtigkeit der israelischen Gesellschaft wieder. Manche waren im Land geboren, andere erst vor wenigen Jahren aus den USA oder Russland eingewandert. Bei einem gemeinsamen Projekt besuchte die Gruppe den Ha Pnina Kindergarten und beteiligte sich an der Vorbereitung und Ausrichtung des Purimfestes für die schwerbehinderten Kinder im Vorschulalter.

Erinnerungsfotos formen im Schulfoyer den Schriftzug des Landes, in dem sie entstanden. Quelle: Helge Treichel

Von Helge Treichel

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