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Oberhavel Ein Willkommensgeschenk für Flüchtlinge
Lokales Oberhavel Ein Willkommensgeschenk für Flüchtlinge
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23:14 15.10.2015
Minister Görke (r.) und Bürgermeister Smaldino-Stattaus vor der Schildower Notunterkunft. Quelle: Helge Treichel
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Schildow

Im Laufe dieses regnerischen Donnerstags sollten die ersten 25 Flüchtlinge in der Notunterkunft in Schildow eintreffen, in der Überzahl komplette Familien, sagte Johannes Kühl, als Fachbereichsleiter im Landratsamt für Flüchtlinge zuständig. Mit dabei: insgesamt sieben Kinder unterschiedlichen Alters. Von der Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt aus waren die Syrer und Afghanen am Morgen auf die Reise geschickt worden, um eigenständig mit Bahn und Bus zu reisen. Freiwillige standen in Schildow bereit, um sie zu empfangen. Ebenso eine Sozialarbeiterin und der zuständige Heimleiter.

Feldbetten und Blümchen auf dem Tisch

Mit einer rund 2,5 Meter hohen Stellwand aus einer blickdichten orangenen Plane ist die Turnhalle an der Europaschule Am Fließ in zwei Bereiche geteilt. „Nur für Frauen“ steht in Englisch auf der einen Seite. Pro Abteilung gibt es 20 Feldbetten und eine Sitzbank. Weitere 20 Feldbetten stehen im Bürgersaal, der ebenfalls in zwei Bereiche geteilt ist, dort jedoch mit der vorinstallierten soliden Trennwand. Im Bereich ohne Betten stehen drei Reihen mit je fünf Tischen sowie zugehörigen Stühlen. Darauf: orange Servietten als Deckchen und eine Vase mit Blumen. Fotografieren ist hier verboten, ermahnt Johannes Kühl die Pressevertreter. Wann die Flüchtlinge eintreffen, kann er nicht sagen.

Von der Situation in Schildow verschaffte sich am Donnerstag auch Finanzminister Christian Görke (Die Linke) einen Überblick. Mit seinem Kommen wolle er das große Engagement seitens der Verwaltung und der ehrenamtlichen Helfer würdigen. „Souverän und offen“ werde im Mühlenbecker Land mit dem Thema umgegangen. Im Land nehme er aber auch Angst und Unwissenheit wahr, einige nutzten dies, um „ihr politisches Süppchen“ zu kochen. Es gehe deshalb darum, nicht nur für Unterbringung zu sorgen, sondern auch für Integration.

Minister will Bund und EU noch stärker in die Pflicht nehmen

Bund und EU müssten dabei stärker in die Pflicht genommen werden. Noch trage das Land Brandenburg 90 Prozent der Flüchtlingskosten. Der Bund wolle seinen Anteil auf 20 Prozent verdoppeln, aber auch das genüge ihm und seinen Länderkollegen noch nicht, so Görke. Außerdem komme es jetzt darauf an, dass sich die Politik für einige überfällige Investitionen zusammenraufe, damit nicht nur in die Neubürger investiert wird. Görke: „Wir sehen das auch als Chance für sozialen Wohnungsbau“ – gerade im Berlinnahen Raum.

Bürgermeister Smaldino-Stattaus mit dem Brief, der in der Notunterkunft ausgehängt wird. Quelle: Helge Treichel

Während der vergangenen Tage sei im Ort „viel Hass ’rausgekübelt worden“, sagte Bürgermeister Filippo Smaldino-Stattaus. Es gebe mittlerweile einen gegensätzlichen Trend, der die Mehrheitverhältnisse klarstellt: Und die Solidarität überwiege. Der Bürgermeister hatte in diesem Sinne einen Willkommensbrief formuliert und auf Englisch und Arabisch übersetzen lassen. Sein Begrüßungsgeschenk: Das deutsche Grundgesetz, ebenfalls auf Arabisch.

Von Helge Treichel

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