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Ein freiwilliges Jahr im Briesewald

Berufsorientierung Ein freiwilliges Jahr im Briesewald

Wenn Paula Schenk aus Grüneberg am 21. April 20 Jahre alt wird, dann weiß sie genau, welchen beruflichen Weg sie einschlagen möchte. Dabei half ihr ein freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ), das sie bei den „Waldkrümeln“ in Borgsdorf absolvierte.

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Paula Schenk aus Grüneberg mit Johanna, Paula und Julian.

Quelle: Helge Treichel

Borgsdorf/Grüneberg. „Was gefällt mir? Was kann ich?“ Diese Fragen stellte sich Paula Schenk aus Grüneberg, nachdem der Prüfungsstress fürs Abitur am Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum (OSZ) in Oranienburg vorbei war. Die 19-Jährige bewarb sich für ein freiwilliges soziales Jahr an einer freien Schule – und wurde am Ende in einer Kita angenommen.

Täglich ist sie nun stundenlang an der frischen Luft unterwegs, stellt mit den Kindern „Spielzeug“ aus Naturmaterialien her, liest vor, macht Lernspiele, beobachtet Tiere mit ihren Schützlingen. Paula absolviert ein freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ) beim Landesjugendring als Träger. Ihre Einsatzstelle: die Kita „Waldkrümel“ in Borgsdorf und natürlich der Briesewald rund um jenen speziell ausgestatteten Wagen An den Eichen, der als Basis für die täglichen Expeditionen dient.

Zeit zum Nachdenken und Ausprobieren

Sie habe einen zeitlichen Puffer zwischen Schule und Ausbildung benötigt, sagt Paula Schenk. „Um sich selbst kennenzulernen, um Stärken und Schwächen herauszufinden.“ Gewusst habe sie eigentlich nur, dass ihr Beruf mit der soziale Schiene zu tun haben soll und sie mit Kindern arbeiten möchte. In Borgsdorf kam noch der ökologische Aspekt hinzu, die Naturverbundenheit.

„Im Waldkindergarten verfolgen wir das Ziel, die ganze Bandbreite der kindlichen Interessen- und Entwicklungsbereiche abzudecken“, sagt Claudia Lübke vom Trägerverein Kindervereinigung. Jedoch geschehe das „auf eine etwas ungewohnte Art“: Das Spielen, Singen, Malen, Erzählen und Vorlesen, Klettern und Rennen, Balancieren und Werkeln finde im Wald statt – das ganze Jahr hindurch.

Ein Traumfänger und ein Tipi

Die Naturnähe kennt Paula von zu Hause. „Ich wohne auf dem Dorf und der Wald liegt gleich hinterm Haus“, sagt sie. Gemeinsam mit den Kindern hat sie zum Beispiel das Tipi gebaut. Das steht am Bauwagen und sieht mit seinen bunten Wollfäden wie ein riesiger Traumfänger aus.

Zwölf Mädchen und Jungen im Alter von drei bis sechs Jahren besuchen die Waldkita derzeit, Platz ist für bis zu 18 Kinder, sagt Claudia Lübke. „Wir haben also noch Plätze frei.“ Bereits im vierten Jahr in Folge werde ein FÖJ angeboten. Dieser Platz ist in diesem Jahr wieder ab dem 1. September zu besetzen. Ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) wird übrigens im Kinder- und Jugendtreff „Lücke“ angeboten. Träger dieser Einrichtung an der Margeritenstraße 5 in Borgsdorf ist ebenfalls die Kindervereinigung Hohen Neuendorf.

Das Ziel: eine Ausbildung zur Erzieherin

Für Paula Schenk steht bereits nach einem guten halben Jahr fest, wie sehr ihr das FÖJ geholfen hat. „Ich weiß jetzt: Das will ich machen!“ – eine Erzieherausbildung.

FÖJ und FSJ

Freiwilligendienste wie das FÖJ und FSJ sind eine bundesweite jugendpolitische Maßnahme, die einen einjährigen freiwilligen Dienst von Jugendlichen finanziell (150 Euro Taschengeld pro Monat) und rechtlich absichert. Zusätzlich gibt es Seminarangebote.

Wer Interesse hat, kann sich an den Landesjugendring wenden (Telefon: 0331/6 20 75 37, E-Mail: fsj@ljr-brandenburg.de) oder an die Kindervereinigung: kindervereinigung@kruemelkiste-borgsdorf.de, Telefon: 03303/21 16 20.

Von Helge Treichel

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