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Oberhavel Ein guter Tag für die Stadt und die Jüdische Gemeinde
Lokales Oberhavel Ein guter Tag für die Stadt und die Jüdische Gemeinde
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16:46 09.08.2018
Ulrike Gutheil (M.) übergibt den Fördermittelbescheid an Bürgermeister Laesicke (2. v.l.). Quelle: Enrico Kugler
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Oranienburg

Im Jahr 1815 war er von der Jüdischen Gemeinde angelegt worden, der Friedhof an der Kremmener Straße in Oranienburg. Bis 1939 fanden dort Menschen jüdischen Glaubens ihre letzte Ruhe. In der Pogromnacht 1938 wurde der Friedhof geschändet. Erst mit der Wende und der Wiedergründung der jüdischen Gemeinde „Wiedergeburt“ im Jahr 2000 in der Stadt kehrt jüdisches Leben zurück. Und seit 2005 finden auch auf dem Friedhof wieder Beerdigungen statt.

Doch der Zustand des seit 1977 unter Denkmalschutz stehenden Areals mit 116 Grabstätten ist nicht gut. Die Friedhofsmauer bröckelt und löst sich an vielen Stellen regelrecht auf. In der Trauerhalle regnet es durch, der marode Fußboden ist notdürftig abgedeckt.

Auch die Trauerhalle wird saniert. Quelle: Enrico Kugler

„Es ist ein guter Tag für Oranienburg und die Jüdische Gemeinde, dass sich das jetzt ändert“,so Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos). Denn am Donnerstagmorgen übergab ihm Kulturstaatssekretärin Ulrike Gutheil einen Förderbescheid des Landes über 136 400 Euro. Die Stadt hatte auf Bitten der Jüdischen Gemeinde den Förderantrag gestellt. „Wir hatten nach der Auseinandersetzung mit dem Kreis um das Haus der Gemeinde an der Sachenhausener Straße nicht die Kraft dazu“, so Gemeindevorsitzende Elena Miropolskaja.

Die Friedhofsmauern bröseln und sind marode. Quelle: Enrico Kugler

Die Stadtverwaltung hatte auch das Sanierungskonzept in Auftrag gegeben. Das Ingenieurbüro ibs aus Hoppegarten hat zusammen mit dem Denkmalschutz detailliert aufgenommen, was an Bauarbeiten erforderlich ist. Die Umfassungsmauer wird danach neu verfugt, samt den Mauerköpfen, das Dach der Trauerhalle wird neu und wie ursprünglich mit Schiefer eingedeckt, auch die Dachbalken müssen ausgetauscht werden. Die Eingangstür zum Gräberfeld hin, die derzeit einem Verschlag gleicht, wird erneuert, ebenso der Fußboden. Dabei sollen die Arbeiten umgehend ausgeschrieben werden.

Der Friedhof ist mehr als 200 Jahre alt. Quelle: Enrico Kugler

„Wir haben der Gemeinde Hilfeleistung bei der Antragstellung gegeben. Ich bin froh und stolz, dass dieser Ort jetzt gestaltet wird, das ist für die Stadt eine ermutigende Entwicklung", so Laesicke. Die nach der Wende wiedergegründete jüdische Gemeinde „blüht damit weiter auf, wächst und bereichert die Stadt“. Das sie wächst, bestätigte auch Elena Miropolskaja: Derzeit zählt die Gemeinde 130 Mitglieder, darunter sind viele Jugendliche.

Sei es im Jahr 2000 noch schwer gewesen, jüdische Traditionen und jüdische Infrastruktur in Oranienburg zu finden, „ist es schön, dass sie jetzt erneuert wird“, so Matthias Jahr von der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Auch, „weil es außer in Potsdam nur noch drei Trauerhallen jüdischer Gemeinden im Land gibt.“

„Das Geld soll ermöglichen, dass der Friedhof wieder ein würdiger Ort wird. Wir freuen uns, dass das jetzt auf den Weg kommt“ so Ulrike Gutheil.

Auf dem denkmalgeschützten Friedhof sind unter anderem sieben Grabstellen der Familie von Professor Michael Blumenthal, seit Juni 2000 Ehrenbürger von Oranienburg.

Von Heike Bergt

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