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Ein kleines Mosaiksteinchen

Mühlenbeck Ein kleines Mosaiksteinchen

Die öffentliche Gesprächsreihe des SPD des Mühlenbecker landes widmet sich stets aktuellen bundespolitischen Themen. Am Montag begrüßten rund 80 interessierte Zuhörer einen prominenten Gast in der historischen Mönchmühle: Brandenburgs ehemaliger Ministerpräsident Matthias Platzeck, der zu deutsch-russischen Beziehungen referierte.

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Rund 80 interessierte Besucher waren in den restaurierten Festsaal der Mönchmühle gekommen

Quelle: Foto: Ulrike Gawande

Mühlenbeck. Eigentlich könne er sich auch an den Strand legen, witzelte Matthias Platzeck (SPD) am Montag in der Mühlenbecker Mönchmühle. Macht er aber nicht. Stattdessen hielt der einstige Ministerpräsident Brandenburgs einen Vortrag zum Thema „Deutsch-russische Beziehungen zwischen Politik und Moral: Von der Kooperation zurück zur Konfrontation?“.

Mit diesem Abend setzte die SPD des Mühlenbecker Landes ihre öffentliche Gesprächsreihe zu aktuellen Themen der Bundespolitik fort, zu der auch schon Michelle Müntefering (“Die Welt aus den Fugen?“) und Dagmar Ziegler („Sozialdemokratische Grundwerte“) in der Mühle zu Gast waren. Platzeck war zuvor schon 2008 in Mühlenbeck, als es galt, finanzielle Hilfe für die Restaurierung der Mühle zu bekommen.

Doch dieses Mal ging es nicht um materielle, sondern um ideelle Unterstützung, um die Platzeck in einem sehr persönlich gehaltenen Vortrag warb: Seit Jahren setzt sich der Vorsitzende des Deutsch-Russischen-Forums für die Verbesserung der deutsch-russischen Beziehungen ein. Es sei ihm eine Herzensangelegenheit, besonders im Hinblick auf die nachfolgenden Generationen. „Ich möchte ein kleines Mosaiksteinchen beitragen.“ Für den Frieden Europas sei Russland ein Schlüsselthema, so Platzeck, der seiner Russischlehrerin dankte, dass sie ihm nicht nur die Sprache, sondern auch Musik, Literatur und Kunst des Landes nahe gebracht habe. Dinge, die auch Europa geprägt hätten. „Russland ist Europa, das braucht man nicht zu diskutieren.“

Obwohl Platzeck überzeugt ist, dass in Russland „vieles im Argen liege“, kritisiert er gleichzeitig die massive Russlandkritik Deutschlands. Er plädiert dafür, Russland zu verstehen, auch wenn ihm das viel Kritik eingebracht habe. „Ein Land mit zehn Zeitzonen und einer missglückten Demokratieerfahrung hat eben andere Mechanismen.“

Russen würden Politik anders wahrnehmen als die Deutschen, ist sich Platzeck sicher. Doch gerade deshalb müsse man Brücken bauen, um der zunehmenden Entfremdung zu begegnen. „Jedes Gespräch ist besser als Krieg, auch wenn schon 100 schief gegangen sind, gibt es die Pflicht, einen 101. Versuch zu unternehmen. Und Aufrüstung macht den Frieden nicht sicherer.“

Von Ulrike Gawande

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