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Ein richtig teurer Rohbau

Baugeschehen in Oranienburg Ein richtig teurer Rohbau

Die Baubranche boomt in diesem Jahr wie lange nicht. Im Frühjahr waren die Auftragsbücher der meisten Baufirmen prall gefüllt. Das bekam auch die Stadtverwaltung Oranienburg zu spüren, als sie den Hortanbau in Sachsenhausen ausschrieb. Nur eine Firma interessierte sich für den Rohbau. Und die konnte natürlich satte Preise fordern.

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Inzwischen ist das Obergeschoss des Hortanbaus an der Sachsenhausener Grundschule gut zu erkennen.

Quelle: Foto: Andrea Kathert

Oranienburg. Zeitmäßig läuft beim Hortanbau in Sachsenhausen alles prima. „Aber nicht bei den Kosten“, musste Heidrun Gassan, Amtsleiterin für Grundstücks- und Gebäudewirtschaft in der Stadt, im Bauausschuss am Dienstagabend einräumen. Aus der Mitteilungsvorlage wurde deshalb kurzerhand eine Beschlussvorlage. „Wir müssen Sie um einen Mehrbedarf ersuchen“, wandte sich Heidrun Gassan an die Ausschussmitglieder. Dieser Mehrbedarf beläuft sich allerdings auf sage und schreibe 450 000 Euro. Um diese Summe wird der Hortanbau in Sachsenhausen teurer. Jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt. Die Hauptursache läge beim erweiterten Rohbau, erklärte die Amtsleiterin. Der war ursprünglich mit etwa 600 000 Euo kalkuliert worden. Nun sind es 250 000 Euro mehr geworden. „Aber wir hatten nur einen Anbieter“, so Heidrun Gassan. Am Anfang liege das Kostenrisiko immer bei etwa 30 Prozent, übernahm Baustadtrat Frank Oltersdorf die Erklärung. In der Regel verringere sich dieser Prozentsatz auf fünf bis zehn Prozent. „Wir sind im Frühjahr mit der Ausschreibung in eine schlechte Marktlage reingekommen.“ Da seien die Auftragsbücher der Firmen schon voll gewesen. Acht oder neun Firmen seien angefragt worden. Nur ein Anbieter hatte sich zurückgemeldet. „Eine zweite Ausschreibung wäre auch nicht besser ausgefallen“, sagte Oltersdorf. Deshalb war die Stadt auf das Angebot eingegangen. Auch, um zeitlich nicht in Nöte zu geraten.

Neben dem teuren Rohbau gab es etliche andere Nachträge. So soll die Lüftungszentrale auf dem Dach eine wärmegedämmte Einhausung bekommen, das könnte eine längere und störungsfreie Lebensdauer bringen. Mehrkosten: 40 000 Euro. Erhöhte Schallschutzmaßnahmen, die in einem Gutachten nach Planungsschluss empfohlen wurden, kosten 40 000 Euro mehr. Bei den Außenanlagen war die Außenbeleuchtung vergessen worden. Mehrkosten 10 000 Euro. Für die Lüftung sowie Elektroarbeiten und Blitzschutz hatte sich überhaupt keine Firma gemeldet. Die Ausschreibung musste wiederholt werden. Zeitverzug gibt es deshalb nicht. Aber die haustechnischen Gewerke inklusive Aufzug, Heizung Sanitär kosten insgesamt 30 000 Euro mehr. Auch in Sachsenhausen gab es Probleme mit Gas- und Stromleitungen, die anders lagen als vermutet. Mehrkosten: 20 000 Euro. Die Baunebenkosten erhöhen sich wegen der Aktualisierung, Fortschreibung und der Planungsänderungen um 60 000 Euro. Summa summarum stehen unterm Strich 450 000 Euro Mehrkosten. Als Gesamtkosten sind in der Vorlage 3,8 Millionen Euro genannt.

Die Deckung der Mehrkosten scheint kein riesiges Problem für das Bauamt zu sein. „Bei der Comeniusschule haben wir im Winter ausgeschrieben und gute Ergebnisse erzielt“, sagte Frank Oltersdorf. Das Geld , was dort zusätzlich nicht gebraucht wird, kann im nächsten Jahr für die Sachsenhausener Grundschule in Anspruch genommen werden.

Die Mitglieder im Bauausschuss schien die Nachricht nicht kalt zu treffen. Lediglich Olaf Kästner (Die Linke) hakte kurz nach. Und sein Fraktionskollege Michael Fehlow hatte zum Altbau etwas zu kritisieren. Ein vorhandener Schornstein konnte nicht wie geplant genutzt werden. Ein neuer musste außen angebracht werden. „Das ist eben falsch eingeschätzt worden“, sagte Heidrun Gassan. Doch die Position fiele unter Instandsetzung und hätte nichts mit dem Neubau zu tun. Auch, dass der Schulbetrieb eine Woche eingeschränkt war, sei vertretbar.

Und so hoben bei der Abstimmung über die Bereitstellung einer knappen halben Million Euro acht Mitglieder die Hand für das Ja. Zwei enthielten sich.

Mehrkosten werden gedeckelt

Die einzügige Grundschule Sachsenhausen wird um ein Hort- und Aulagebäude erweitert. Dafür werden zusätzliche finanzielle Mittel in Höhe von 450 000 Euro im Haushalt 2016 benötigt. Allein der Rohbau kostet 250 000 Euro mehr als geplant.

Die Stadtverordneten sollen einer außerplanmäßigen Verpflichtungsermächtigung in besagter Höhe im Jahr 2015 für 2016 zustimmen.

Das Amt für Grundstücks- und Gebäudewirtschaft wird damit ermächtigt, bereits im Haushaltsjahr 2015 die notwendigen Aufträge für das Jahr 2016 in der erforderlichen Höhe auszulösen.

Die notwendige Deckung der Mehrkosten ist gewährleistet durch die Minderinanspruchnahme der geplanten Verpflichtungsermächtigung zur Baumaßnahme Neubau der Comenius-Grundschule.

 

Von Andrea Kathert

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