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Ein schöner Ort für den Kunstsalon

Gransee Ein schöner Ort für den Kunstsalon

Der Verein Kulturnetz Nord Brandenburg stemmt dreitägiges Kulturprogramm im Granseer Kloster – illustre Gäste und eine große Vielfalt an Skulpturen, Fotografien sowie Bildern legen die Messlatte der Veranstaltung hoch

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Was man aus Müll Schönes machen kann – Schüler aus der Region präsentierten ungewöhnliche Kunst.

Quelle: Uwe Halling

Gransee. Das Granseer Kloster hat nicht zu viel versprochen. Der Rahmen für den zweiten Kunstsalon im Norden Oberhavels hätte passender nicht sein können – drei Tage lang gab es in dem historischen Ambiente Kunst und ein hochkarätig besetztes Begleitprogramm aus Lesung, Musik und Gespräch. „Wir sind mit dem Echo sehr zufrieden“, sagte die Vorsitzende des gastgebenden Kuno-Vereins, Gudrun Lomas, am Samstagabend. Da war die Lesung mit dem Schriftsteller Christoph Hein und rund 40 Gästen gerade zu Ende gegangen und mit dem Komponisten Siegfried Matthus sowie seiner Ehefrau Helga warteten schon die nächsten Gesprächspartner, die Moderator und Entertainer Martin Rupprecht in charmanter Weise in Empfang nahm.

Kinder verarbeiten Dinge, die sonst weggeschmissen werden

Noch vor der offiziellen Eröffnung des Kunstsalons am Freitag präsentierten Schüler der Region ihre Arbeiten der vergangenen Wochen. Mehrere Künstler des Vereins begleiteten sie dabei. „Dinge, die sonst weggeschmissen werden, verwerteten sie zu künstlerischen Arbeiten“, sagte Martin Rupprecht über das von Kuno initiierte Jugendprojekt „Garbage becomes art“. Herausgekommen sind dabei Figuren aus Plastik, Pappe, Stoffen und Schnüren, in die die Kinder und Jugendlichen schlüpfen konnten. „Wir haben ihnen keine Vorgaben gemacht“, betonte Martin Rupprecht. „Sie sollten ohne Anweisung etwas entwickeln. Das haben sie gut gemacht. Vor allem ließen sie sich tatsächlich nicht reinreden.“ Entstanden seien fröhliche Figuren von fröhlichen Kindern. Merle Schimpf war eines der Mädchen, das sich an dem Kunstprojekt beteiligt hatte. „Ich fand das sehr interessant, weil es mal etwas anderes war, etwas Verrücktes. Wir hatten viel Spaß bei der Arbeit.“ In drei Tagen hatte sie „Die Eule“ entwickelt.
Insgesamt gab es an Schulen in Gransee (Gymnasium), Löwenberg, Templin (Gymnasium) und Zehdenick (Havellandgrundschule) sechs Projekte, die von Künstlern des Kuno-Vereins begleitet wurden. Martin Rupprecht, der in seinem Kirchen-Atelier selbst einen Kurs leitete: „Die jungen Menschen sind unser Publikum und der Künstlernachwuchs. Für sie müssen wir etwas machen.“ Das sieht auch die Vereinsvorsitzende Gudrun Lomas so: „Es ist ein tolles Projekt, welches gefördert wurde. Es ist wichtig, junge Menschen zu haben, die für die Kunst brennen.“ Sie freute sich, den Kunstsalon an diesem „geheimnisvollen Ort“ durchführen zu können. „Wir sind gern hier.“

„Das Kulturnetz ist längst institutionalisiert“

Gransees Bürgermeister Mario Gruschinske freute sich ebenfalls, diese hochkarätige Veranstaltung eröffnen zu dürfen. „Das Kloster ist ein schöner Ort für den Kunstsalon, zumal er für uns eine ganz wichtige Rolle spielt.“ Derzeit wird für das geschichtsträchtige Gebäude eine künftige Nutzung entwickelt. Kultur (mit Bildung und Kunst) stehen dabei im Mittelpunkt. Im gesellschaftlichen Leben, in den jetzigen bewegten Zeiten würden Kunst und Politik deutlicher verzahnt werden. Der Verein Kulturnetz Nord Brandenburg (Kuno) sei längst institutionalisiert, vernetzt und ein toller Verein, würdigte Gruschinske.

19 Künstler hatten sich mit ihren Arbeiten – die von einem Kuratorium ausgewählt und jeweils nicht älter als zwei Jahre sein durften – beteiligt. Die Galerie im Kloster bildet damit eine ungeheure Bandbreite ab. Eine Dame meinte nach dem Rundgang, dass es schwer sei, gegen das Kloster und die Wirkung seines Inneren anzukommen, es den Künstlern aber gelungen sei, mit ihren Werken durchzudringen. Mit Küchenfee Marina Hillebrand hatte der Verein zudem eine versierte Gastgeberin gebucht, die im AOK-Gebäude nebenan Getränke und Gerichte bereit hielt. Nächstes Jahr ist der Kunstsalon im Museum Mühlenhaupt in Bergsdorf zu Gast.

Von Stefan Blumberg und Cindy Lüderitz

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