Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Ein treffsicheres Hobby
Lokales Oberhavel Ein treffsicheres Hobby
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:29 28.03.2018
Gernot Raasch mit seiner italienischen Pardini, einer großkalibrigen, 9 Millimeter Sportpistole. Quelle: Enrico Kugler
Liebenthal

Gernot Raasch ist ein Liebenthaler Ur-Einwohner. Das sagt er selbst von sich. Nicht nur deshalb kennt ihn jeder im Dorf. Der 51-Jährige ist seit 2012 auch noch Vorsitzender des Sportschützenvereins Liebenthal. Und der ist unter den Sportschützen sogar bundesweit bekannt und in der Region „gefürchtet“. Ein Blick auf den Landesliga-Pokal verrät, warum. „Der Wanderpokal ist das vierte Jahr bei uns“, sagt der Vereinsvorsitzende nicht ohne Stolz.

Den Wanderpokal holten die Liebenthaler Schützen vier Mal hintereinander. Quelle: Andrea Kathert

Gernot Raasch hatte als junger Mann mit dem Spotschießen gar nichts am Hut. Handball war seine Leidenschaft. „Nach der Armeezeit hatte ich da aber ein bisschen den Faden verloren.“ Und dann hing 1991 plötzlich am Konsum ein Zettel. „Wer hat Lust, einen Sportschützenverein zu gründen?“, hatte Hans Ahlgrimm dort verewigt. Im Juli 1991 hatten genau 15 Leute Lust darauf und besiegelten das bei ihrer Gründungsversammlung in „Edelgards Bierstube“.

Die Schützen bauten sich selbst einen Schießstand

„Im August 1991 habe ich zum ersten Mal eine scharfe Waffe in der Hand gehalten“, erzählt Raasch. Das war in Trampe bei Eberswalde. Es war eine Neun-Millimeter Sportpistole. „Beeindruckend, wenn man so den Abzug betätigt.“ Einen eigenen Schützenstand gab es damals in Liebenthal noch nicht. Den bauten sich die Vereinsmitglieder erst 1995/96. Alles aus eigenen Kräften und ohne Kredite, auf einem Stück Ödland am Dorfrand. Das Gelände war gepachtet von der Stadt, im Jahr 2000 konnte es der Verein kaufen.

Nach jedem Schießen muss die Waffe gründlich gereinigt werden. Quelle: Enrico Kugler

2012 hat sich Gernot Raasch einen großen Wunsch erfüllt. „Ich wollte einmal bei der Deutschen Meisterschaft dabei sein.“ Er trainierte hart dafür, zweimal pro Woche, fünf Jahre lang. Die Meisterschaft fand auf der Olympiaschießanlage in München statt. Was für eine Kulisse, 500 Menschen schauten zu. „Ich hatte einen Puls von über 200.“ Als er zu den Bahnen hinunterlief und sich umschaute, lief es ihm heiß den Rücken runter.

Mit dieser Scheibe ist Gernot Raasch ganz zufrieden. Quelle: Enrico Kugler

„Ich hatte mir nur vorgenommen, nicht Letzter zu werden. Raasch erreichte mit seinem Sportrevolver.357 Magnum einen guten 8er-Schnitt mit 320 bis 335 Ringen. „Ich bin Vorletzter geworden“, meint er, ohne Bedauern. „Ich bin froh und stolz, dort gewesen zu sein.“

Die laminierte Startnummer aus München hängt in seinem Schießzimmer zu Hause, eine schöne Erinnerung. Ohne seine Frau Gaby hätte er sich diesen großen Wunsch nicht erfüllen können. Gaby ist auch eine Ur-Liebenthalerin. „Meine Buddelkastenliebe.“ Sie unterstütze ihn vollkommen, sei sehr verständnisvoll, „besonders nachdem ich 2012 den Vereinsvorsitz übernommen habe.“

Jeweils sechs Bahnen für 25 Meter und für 50 Meter hat der Schießstand in Liebenthal. Quelle: Enrico Kugler

Noch herrscht Ruhe auf dem Liebenthaler Schießstand. Es ist zu kalt. „Bei Minusgraden kleben die Finger am Eisen.“ Aber Ostern geht es wieder los, das erste interne Vereinsschießen. Darauf freut sich der 51-Jährige. Das Vereinsleben ist schon was Besonderes.

Eine Liebenthaler Familie

Wenn man Gernot Raasch reden hört, könnte man meinen, sein Bruder Wolfhard steht daneben und spricht. Nein, Zwillinge sind sie nicht. „Aber Wolfhard hat auch am 14. Oktober Geburtstag, das hat unsere Mutter hinbekommen“, sagt Gernot. Damit nicht genug. Auch der Großvater, der nicht mehr lebt, war an einem 14. Oktober geboren worden. „Und meine Schwägerin auch“, gibt Gernot Raasch noch einen oben drauf. In Liebenthal zu leben, das hat schon was.

Von Andrea Kathert

Im Oranienburger Oranienwerk ist am Sonnabendvormittag die 5. Artroom-Ausstellung eröffnet worden. Künstler, die Mitglied im Verein „Kunstraum Oranienwerk“ sind, zeigen ihre Werke. „Die Ausstellung bereichert die Stadt“, sagte Oranienburgs Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) zu Beginn.

28.03.2018
Oberhavel Oberhavel: Polizeibericht vom 25. März 2018 - Auseinandersetzung an Veltener Imbiss

In einem Imbiss in Velten gab es am Sonntagmorgen einen heftigen Streit. Die Polizei musste eingreifen. Außerdem im Polizeibericht: Einbruch in ein Auto in Hohen Neuendorf, ein junger Finne ohne Führerschein, aber unter Drogen – und ein Fahrer, der in Schlangenlinien unterwegs war.

25.03.2018

Die Bäcker in Oberhavel haben Nachwuchssorgen. Viele Läden müssen schließen, weil sich kein Nachfolger findet. Bäckermeister Fred Plessow warnt: „Mit unserem Handwerk ist es in einigen Jahren vorbei“. Die MAZ startet die große Umfrage: Wo gibt es die leckersten Brötchen und das leckerste Brot?

25.03.2018