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Einbruch in die Heilstätten – exakt wie im Film

Grabowsee Einbruch in die Heilstätten – exakt wie im Film

Der Kinofilm „Heilstätten“ sorgt nicht nur in Beelitz, sondern auch am Drehort Grabowsee seit einigen Wochen für einen Anstieg Schaulustiger. Am Freitag ist eine Gruppe ungebetener Gäste aus Bremerhaven auf das Gelände des einstigen Krankenhauses eingedrungen.

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Kulisse für den Horrorfilm „Heilstätten“: Das Lazarettgelände am Grabowsee bei Friedrichsthal.

Quelle: Enrico Kugler

Friedrichsthal. Ganz langsam war der Wagen mit Bremerhavener Kennzeichen am Freitagabend an dem verlassenen Gelände der Lungenheilstätte am Grabowsee vorbeigefahren. „In solchen Fällen bin ich sofort alarmiert“, erinnert sich Bernhard Hanke. „Um diese Jahres- und Uhrzeit gibt es hier draußen nichts zu tun: Kein Angeln, kein Baden, nichts.“ Trotz aller Aufmerksamkeit – erst später entdeckte der 56-Jährige das Vorhaben der fünf Autoinsassen: Sie waren auf das Gelände des einstigen Krankenhauses eingebrochen.

Bernhard Hanke auf dem Gelände der ehemaligen Heilstätte am Grabowsee

Bernhard Hanke auf dem Gelände der ehemaligen Heilstätte am Grabowsee.

Quelle: Enrico Kugler

Exakt genau so, wie es die Hauptdarsteller des Kinostreifens „Heilstätten“ zu Beginn des Filmabenteuers getan hatten. Seit Februar läuft der Horrorstreifen in den deutschen Kinos und verzeichnete inzwischen mehr als 140.000 Zuschauer. Für das Heilstättengelände am Grabowsee bedeutet dies seitdem einen deutlichen Anstieg an Besuchern. „Die Leute wollen den Drehort anschauen, den sie im Film gesehen haben. Oder sie haben generell Interesse an dem Gelände und seiner Geschichte“, so Hanke.

Eine Gruppe junger Männer aus Bremerhaven wollte offensichtlich diese Szene aus dem Film nachstellen

Eine Gruppe junger Männer aus Bremerhaven wollte offensichtlich diese Szene aus dem Film nachstellen.

Quelle: FOX

Der 56-Jährige hütet das Areal des einstigen Krankenhauses mitten im Wald bei Friedrichsthal, hat sich vor Ort Arbeits- und Wohnräumlichkeiten eingerichtet. Die Dreharbeiten für den Kinofilm erlebte er 2017 vor Ort hautnah mit. „Es lief super. Das Filmteam war professionell und sehr freundlich. Bei den Dreharbeiten wurde sorgsam mit den Kulissen umgegangen, nirgendwo entstand Schaden“, erinnert er sich.

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Die rund 30 Gebäude auf dem Gelände der einstigen Lungenheilstätte am Grabowsee machen Geschichte erlebbar. Sie versprühen einen ganz besonderen, morbiden Charme. Der Berliner Verein Kids Globe e.V. möchte die Anlage zukünftig zukünftig für Kinder und Jugendliche nutzbar machen.

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Anders als durch die ungebetenen Gäste aus Bremerhaven. Bernhard Hanke erwischte die fünf Männer zwischen 20 und 30 Jahren, als diese sich bereits unberechtigten Zutritt zum Gelände verschafft und dort herumgestöbert hatten. „Sie hatten den Film gesehen und waren daraufhin extra hierher gefahren, um das Gelände zu erkunden.“ Am Ende sei es mit den fünf „doch noch ganz nett“ gewesen. „Sie wollen noch einmal wiederkommen und dann auch ein neues Schloss vorbeibringen, nachdem sie das alte zerstört haben“, erzählt Hanke.

Die Schaulustigen sind auf der Suche nach Filmkulissen wie dieses Treppenhaus

Die Schaulustigen sind auf der Suche nach Filmkulissen wie dieses Treppenhaus.

Quelle: Enrico Kugler

Es war die einzige unliebsame Begegnung der vergangenen Wochen. „Einen Ansturm von Leuten, die illegal aufs Gelände strömen, gibt es glücklicherweise nicht“, ist Hanke erleichtert. „Die meisten Leute melden sich vorher und fragen, ob sie vorbeikommen können.“ Bereits vor dem Filmstart sei das Interesse am Areal spürbar gestiegen. Inzwischen tauchen am Wochenende bis zu mehrere Dutzend Besucher auf, die durch die maroden Gebäude stöbern wollen: „Da komme ich dann zu gar nichts“. Schließlich könne nicht jeder einfach auf dem Gelände herumstromern, schon allein aus Gründen der Sicherheit. Zutritt auf das Areal gibt es daher auch nur nach „Zahlung eines Beitrags zur weiteren Sicherung des Geländes“, erklärt Hanke. Als Touristenprojekt sei die Heilstätte jedoch auch zukünftig nicht gedacht. Nach wie vor arbeiten Hanke und seine Mitstreiter von Kids Globe e.V. an der Einrichtung einer Kinder- und Jugendakademie. Die vergangenen Wochen haben gezeigt: „Angenommen wird das Gelände definitiv“.

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Von Nadine Bieneck

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