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Oberhavel Eine App zum Kennenlernen
Lokales Oberhavel Eine App zum Kennenlernen
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00:37 19.03.2018
Ronny Linde hat vier Monate lang seine App programmiert. Morgens um drei Uhr ging es jeden Tag los. Quelle: Foto: Marco Paetzel
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Hennigsdorf

Er war es Leid. Zahllose Treffen hatte Ronny Linde ausgemacht, meist endeten sie schnell an irgendeinem Restauranttisch. Er und seine Dates – sie hatten sich meistens wenig zu sagen. „Immer dieselben Fragen danach, wer man ist und was man macht. Ich hatte darauf keine Lust mehr“, sagt der 35-Jährige. Auch all die Singleplattformen im Internet wie Lovoo und Finya nervten Ronny Linde irgendwann nur noch. „Ich will nicht zuhause sitzen, mich berieseln lassen und wahllos Leute anschreiben.“ Und so setzte sich der Hennigsdorfer an den Rechner und begann damit, die App „Dynamic Placeholder“ zu programmieren.

Vier Monate lang saß Linde jeden Tag vor dem PC und hackte in der Programmiersprache Java Befehle in die Tastatur, oft fing er schon morgens um drei Uhr an. „Abends um 21 Uhr war aber Feierabend, dazu musste ich mich manchmal auch zwingen.“ Ronny Linde war nicht zu bremsen, denn er hält die App für etwas Besonderes.

Die App richtet sich nicht nur an Singles

Die Idee: Der Nutzer trägt bei der Registrierung drei seiner Lieblingsorte in sein Profil ein, inklusive deren GPS-Daten. Ist ein anderer Nutzer, der die App heruntergeladen hat, in der Nähe dieses Lieblingsortes, wird ihm der andere angezeigt. Auf Wunsch öffnet sich dann auch ein Fenster und man kann sich sofort per Chat mit dem anderen unterhalten. „Diese Lieblingsorte machen es so besonders, weil Gesprächsanreize geschaffen werden, die nicht nur oberflächlich sind“, sagt Linde. Außerdem hocke man nicht zuhause vor dem Rechner, sondern könne vielmehr nach draußen gehen, um dort andere Menschen kennenzulernen. „Gedacht ist die App zum Kennerlernen neuer Leute und neuer Orte – wenn es dann klappt, auch mit der Liebe.“

Das Programmieren fasziniert den Hennigsdorfer schon seit Anfang der 2000er-Jahre. Er studierte das Fach per Fernstudium, wollte Spieleprogrammierer werden. „Irgendwann konnte ich auch die hauseigene Programmiersprache von Windows auswendig.“ Und dann setzte er sich an den Rechner und begann zu tippen. „Mein erstes Spiel war ganz einfach Pingpong“, so Linde. Doch alles kam anders, ihm ging das Geld für das Studium aus. Statt Spieleentwickler zu werden, heuerte Linde in Zinnowitz auf der Insel Usedom an, wo er jahrelang die PC-Systeme einer Hotelkette betreute. Doch seine Freundin verließ ihn und Ronny Linde wagte einen Neustart in Hennigsdorf.

Ronny Linde hat große Pläne

Rund 30 Leute aus dem Kreis Oberhavel haben seine App bislang kostenlos aus dem Google Playstore heruntergeladen. Eine davon ist Cindy Schulze aus Hennigsdorf. „Freundschaften zu finden ist heutzutage eine Kunst für sich. Gerade wenn man zwei Kinder hat, ist all das gar nicht so einfach.“ Durch die App könne sie Leute kennenlernen, die sich auch häufig an denselben Orten wie sie aufhalten – und auch wie die junge Mutter gerne fotografieren.

Ronny Linde, verdient an der App nicht viel, gelegentlich wird Werbung eingeblendet. „Ich kann davon mal eine Tasse Kaffee trinken, mehr nicht.“ Für die Anmeldung seiner App musste der Hennigsdorfer Google 25 Dollar zahlen. Aktuell läuft das Programm nur auf Android-Geräten, demnächst könnte Ronny Linde auch eine Version für iPhones programmieren. Das Programmieren ist für Linde zur Leidenschaft geworden. Er hat viele Ideen für Apps, sie drehen sich vor allem um seinen neuen Job: Ronny Linde hat eine Ausbildung zum Erzieher begonnen. „Es braucht Apps, um Schichtsysteme zu regeln oder die Eltern zu informieren – mir schwirren viele Sachen im Kopf.“

Von Marco Paetzel

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