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Eine Baumsauna muss nicht um jeden Preis sein

Hennigsdorf Eine Baumsauna muss nicht um jeden Preis sein

Das neue Hennigsdorfer Stadtbad dürfte deutlich teurer als die bisher eingeplanten 21 Millionen Euro werden, wenn die geplante Ausstattung mit Baumsauna, Hubboden oder fünfter Schwimmbahn beibehalten wird. Die Stadtverordneten sind noch uneinig, ob man nochmal den Rotstift ansetzen sollte.

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Das alte Hennigsdorfer Bad, ein mehr als 35 Jahre alter Schwarzbau, wird durch das neue Bad ersetzt. Nur: Wie gut wird es ausgestattet sein?

Quelle: Foto: Getty Images/iStockphoto

Hennigsdorf. Dass das neue Stadtbad bis 2021 gebaut wird, ist sicher. Im Dezember 2016 hatten die Fraktionen beschlossen, dass die Stadt mindestens 20 Millionen Euro Kredit aufnehmen solle. Doch wenn das Bad in der geplanten Ausstattung gebaut werden sollte, dürfte es teurer werden. Schon im Mai 2012 hatten die Stadtwerke mitgeteilt, dass das neue Bad statt der geplanten elf Millionen 21,4 Millionen Euro kosten sollte, seitdem sind aber fünf Jahre vergangen. „Es ist sicher, dass die Baukosten in dieser Zeit gestiegen sind“, erklärte Stadtwerke-Chef Thomas Bethke kürzlich. Derzeit arbeiten knapp zehn Planungsbüros an einer Kostenschätzung, im Herbst soll es Ergebnisse geben.

Dann müssen die Stadtverordneten entscheiden, in welcher Ausstattung das neue Bad gebaut werden soll. Geht man konservativ gerechnet davon aus, dass Baukosten sich jedes Jahr um fünf Prozent verteuern, würde man nach heutigem Stand bei mehr als 26 Millionen Euro landen. Wollen die Fraktionen so viel Geld für ein Bad ausgeben, das ursprünglich einmal elf Millionen Euro kosten sollte? „Die ganze Geschichte sollte schon realistisch bleiben“, sagt Horst Brandenburg vom Bürgerbündnis dazu. Seine Fraktion sei nicht gewillt, mehr als 15 Prozent über den avisierten Kosten zuzustimmen. Man könne schließlich auch an der Ausstattung sparen. „Eine Baumsauna etwa ist Quatsch, man muss nicht in Baumwipfeln sitzen“, so Brandenburg. Auch könne man diskutieren, ob es eine fünfte Schwimmbahn geben solle. Zudem müsse es nicht unbedingt ein Restaurant im Schwimmbad geben. „Wir haben in Hennigsdorf schon genug Gaststätten“, so Horst Brandenburg.

Ursel Degner (Linke) indes findet es ärgerlich, dass durch das lange Zaudern die Baukosten für das Bad gestiegen seien. „Es muss dann noch einmal genau nachgerechnet werden, was wir uns leisten können. Ob es unbedingt eine Baumsauna sein muss, sei einmal dahingestellt“, sagt die Fraktionschefin, die auch als Bürgermeisterkandidatin antritt. Wichtig sei es aber, für die Vereine und die Rheumageplagten das Optimale zu erreichen. Unter anderem waren auf Wunsch von Vereinen und Bürgern Ausstattungsmerkmale wie die fünfte Bahn oder ein Hubboden für das Schwimmbecken hinzugekommen. „Wo genau die Schmerzgrenze liegt, kann ich heute nicht mit absoluter Gewissheit sagen“, so Degner.

Ralf Nikolai von der CDU/FDP-Fraktion sieht das komplett anders. Es werde ein Mehrgenerationenbad gebraucht, von dem man keine Ausstattungsmerkmale wegstreichen sollte. „Wir sollten jetzt lieber richtig bauen, als irgendwo noch eine Million einzusparen“, sagt der Liberale. Die Zinsen seien niedrig, eine höhere Kreditsumme als die bislang geplanten 20 Millionen Euro seien deshalb aus seiner Sicht vertretbar.

Noch unentschieden klingt dagegen Udo Buchholz, Fraktionschef der SPD. Es sei zum jetzigen Zeitpunkt völlig verfrüht, sich zu äußern. „Die SPD-Fraktion wird sich nach der parlamentarischen Sommerpause bis zum Herbst hin dann mit Detailfragen beschäftigen“, so Buchholz. Er hoffe und gehe aber davon aus, dass die weiteren Entscheidungsschritte wiederum mit breiter politischer Mehrheit beschlossen werden. „ Es geht um ein Zukunftsprojekt für eine attraktive Stadtgestaltung, für die Hennigsdorfer Bürger – sei es jung oder alt – für den Vereins- und Schulsport sowie Seniorensport im Herzen unserer Stadt“, so Buchholz.

Auch die Grünen haben sich bei dem Thema Stadtbad-Ausstattung noch keine abschließende Meinung gebildet. Man rechne aber damit, dass das Stadtbad zu den vor Jahren veranschlagten Realisierungskosten nicht mehr zu haben sein werde. „Wir warten aber zunächst die Ergebnisse der Kostenermittlung ab, bevor wir uns dazu positionieren“, so Petra Röthke-Habeck.

Von Marco Paetzel

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