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Eine Broschüre soll gemeinsame Wege zeigen

Deutsch-tschechische Jugendbegegnungen Eine Broschüre soll gemeinsame Wege zeigen

In der Gedenkstätte Sachsenhausen ist eine deutsch-tschechische Broschüre zur Bildungsarbeit in NS-Gedenkorten in beiden Ländern vorgestellt worden. Sie wurde von den Koordinierungszentren Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch – Tandem herausgegeben und entstand an sieben NS-Gedenkorten in Deutschland und Tschechien.

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Thomas Rudner (4.v.l.) , Leiter von Tandem Regensburg, und Gedenkstättenmitarbeiter aus Deutschland und Tschechien zeigen die Broschüre.

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg. Was gibt es Besseres, als die Geschichte eines Landes zu entdecken, als an den Orten, wo entscheidende und manchmal auch traurige Kapitel davon geschrieben wurden. Viele deutsche und tschechische Jugendliche besuchen zum Beispiel die NS-Gedenkorte ihrer Heimatländer und die des Nachbarlandes. Aber sie tun dies nicht gemeinsam, obwohl es viele Berührungspunkte gibt.

Eine Informationsbroschüre, die am Dienstag in der Gedenkstätte Sachsenhausen vorgestellt wurde, soll eine Chance sein, dies zu ändern. Der Titel „Gemeinsam auf dem Weg zur Erinnerung“ sagt alles über das Ziel der 160-seitigen Dokumentation aus. Jugendlichen beider Länder wird in dem zweisprachigen Werk ein Überblick über sieben Gedenkorte gegeben. Es sind die Gedenkstätte Theresienstadt, Lidice, Dachau, die Gedenkstätten Flossenbürg, Ravensbrück, Sachsenhausen und das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände Nürnberg. Die Geschichte der Lager ist authentisch anhand von Biografien von Häftlingen erzählt worden. Zudem sind in der Broschüre vielfältige pädagogischen Angebote und methodische Zugänge zu finden, die sich an Akteure von schulischen und außerschulischen Jugendbegegnung richtet und dazu anregen soll, die Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte stärker als bisher in den deutsch-tschechischen Austausch zu integrieren.

Das Titelfoto der zweisprachigen  Broschüre ist ein Sinnbild für die Arbeit von Tandem

Das Titelfoto der zweisprachigen Broschüre ist ein Sinnbild für die Arbeit von Tandem. Es zeigt Jugendliche aus beiden Ländern bei einem Workshop in Theresienstadt.

Quelle: Enrico Kugler

Die Idee dazu entstand schon im Jahre 2012 im Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch – Tandem. Sieben Teams arbeiteten in ihren Gedenkorten daran, dass deutsch-tschechische Begegnungsprogramme mit Inhalten der historisch-politischen Bildung angereichert werden und Jugendliche einen Bezug zur Zeit des Nationalsozialismus finden.

„In vielen Ländern Europas erstarken nationalistische und rechtspopulistische Bewegungen. Umso wichtiger ist es, politische Bildung und die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus verstärkt in den internationalen Jugendaustausch zu implementieren“, sagte Thomas Rudner, Leiter von Tandem Regensburg.

Die Zusammenarbeit sei sehr fruchtbar gewesen, meinte sagte Dr. Matthias Heyl, Leiter der Pädagogischen Dienste der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück. „Gruppen, die sich etwa mit der Geschichte der Frauen aus Lidice auseinandersetzen wollen, die in das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück deportiert wurden, können jetzt die beiden Gedenkstätten zur Vorbereitung nutzen.“ Die Beteiligten versprechen sich auch, dass die Jugendlichen selbst als Multiplikatoren auftreten.

Von Andrea Kathert

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